Ich muss jeden Tag über den Tod nachdenken?

8 Antworten

Ich denke schon, dass es gut für dich ist, wenn du dich mit dem Tod auseinandersetzt, damit du irgendwann mal in Frieden damit kommen kannst, denn du siehst ja, ist man es nicht, ist es auch nix ;-)

Den Tod erlebe ich nach meinem Empfinden bereits im Leben, wenn z.B. etwas geht, wie du beschreibst, wenn z.B. Menschen von dir für immer gehen. Das war für mich bisher weniger belastend.

Vielleicht ist es ein Problem, wenn wir zu schlecht und negativ über den Tod denken.
Ich mein, wer eigentlich weiß wirklich, ob der Tod schlechter als die Geburt ist?

Ich finde, er muß nicht zwingend schlechter sein. Andererseits war ich wirklich schon sehr oft froh, wenn irgendwas zu Ende ging oder generell ging bzw. sich veränderte.
Stell' dir doch nur mal vor, eine unangenehme Situation würde sich nie mehr wieder ändern bzw. vergehen. Da ist der Tod, das Sterben dann schon erleichternd und gewollt.

Das Leben ist wohl so ein Stirb- und Werdeprinzip, das sich im ständigen Wechsel zeigt. Damit sollte man vielleicht am besten in Frieden kommen. Das Leben unterliegt wohl diesem Rhythmus, und je mehr man dies akzeptieren kann, vor allem auch all die Vorteile erkennen kann, umso leichter lebt man sich natürlich.

Goethe drückte es so aus:

Und so lang du das nicht hast,
Dieses: Stirb und werde!

Bist du nur ein trüber Gast
auf der dunklen Erde.

Das kannst du vielleicht sogar schon bestätigen ;-)

 - (Leben, Tod, Gedanken)

Meiner besten Freundin ging es mal genau so. Vor allem wenn sie alleine war, dachte sie oft darüber nach, da auch schon eine Freundin von uns Selbstmord begangen hat.

Ich hatte daraufhin alles daran gesetzt ihr zu zeigen das das Leben schön ist und es sich auch lohnt. Wir waren zusammen im Kino (Komödien und Romanzen mit Happy End), im Freizeitpark und wir hatten zusammen versucht Schlittschuhlaufen zu lernen. Was nicht ganz klappte...

Doch nachdem der Junge in den sie sich verliebt hatte sie abgewiesen hatte, ging es ihr wieder wie vorher.

Letztendlich hatte sie erfahren das sie einen Bruder bekommt und als sie ihn im Arm hatte, als er sie angelacht hat, hat sie verändert. Sie lachte mehr und freute sich immer wieder auf fast alles. Über den Tod dachte sie nie wieder nach, zumindest denke ich das...

Ja, eines Tages werden wir tot sein und unsere Urenkel machen sich über den Tod Gedanken. Und genau deshalb solltest du das Leben genießen, denn es ist nicht immer da.

Stell dir vor, du wärst unsterblich. DAs wäre, meiner Meinung nach viel Schlimmer. Da man keinen Moment genießen würde. Man würde sich die ganze Zeit nur denken "Ich hab Zeit, mir doch egal"

Hilft vielleicht ein bißchen:

Hermann Hesse

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend

Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,

Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend

Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.

Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe

Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,

Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern

In andre, neue Bindungen zu geben.

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,

Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,

An keinem wie an einer Heimat hängen,

Der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,

Er will uns Stuf' um Stufe heben, weiten.

Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise

Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,

Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,

Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde

Uns neuen Räumen jung entgegen senden,

Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden...

Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

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