Ich muss in meinem Referat noch eine Frage beantworten, "Welche Haltung nehmen linksextremistische Gruppen zur Demokratie ein"?

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6 Antworten

Linksextremismus ist ein Kampfbegriff, mit der Kritik am bürgerlichen Verfassungsstaat zurückgewiesen werden kann.

Mit diesem Etikett werden alle bedacht, die Demokratie als Volksherrschaft verstehen und darauf verweisen, dass unser bürgerlicher Parlamentarismus eben keine Volksherrschaft ist.

Die als Linksextremisten diskreditierten, stehen der Demokratie, echter Demokratie aufgeschlossener gegenüber als alle selbsternannten Verfechter des bürgerlichen Verfassungsstaates, der letztendlich nichts anderes ist, als die Diktatur des Kapitals.

https://www.gutefrage.net/frage/linksradikallinksextrem-


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Extremistische Gruppen jeglicher Coleur lehnen generell jede Art von Demokratie ab. Demokratie heißt Volksherrschaft (jedenfalls auf dem Papier),
 und da sie extreme Meinungen vertreten, meist verbunden mit möglicher Machtergreifung, sind sie die Feinde jeder Demokratie.

Umgekehrt sind Demokratien leider oft viel zu anfällig und nachlässig gegenüber diesen Gruppen. Erst, wenn es schon fast zu spät ist, kommt das böse Erwachen.

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Kommentar von steini1904
25.10.2015, 17:59

Keineswegs.

Sogar die Anarchie ist eine Form der Demokratie, wenn auch eine ziemlich dämliche.

Die Stellung zur Demokratie selbst ist eben v.a. über Links/Mitte/Rechts definiert.

Das kann verschiedenste Formen annehmen, auch indirekten Einfluss wie zum Beispiel den Ausschluss oder die unterschiedliche Behandlung bestimmter/verschiedener Bevölkerungsgruppen.

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"Der Begriff ( = Linksextremismus) steht für eine Sammelbezeichnung für alle politischen Auffassungen und Bestrebungen, die im Namen der Forderung nach einer von sozialer Gleichheit geprägten Gesellschaftsordnung die Normen und Regeln eines modernen demokratischen Verfassungsstaates grundsätzlich ablehnen und für nicht reformierbar halten."

https://www.bpb.de/politik/extremismus/linksextremismus/191096/linksextremismus-analytische-kategorie-oder-politisches-schlagwort

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Da ich wohl als "Linksextremist" bezeichnet werden würde, schreibe ich einfach mal, was ich dazu denke:
Dass wir in einer Demokratie leben, bestreite ich nicht. Allerdings sind die Charakteristiken dieser Demokratie von bürgerlicher Natur. Die Interessen, die vertreten werden, sind nicht die der Arbeiter, sondern die der Unternehmer. Wählen empfinde ich als freiwillige Zustimmung sich beherrschen zu lassen. Dennoch verteidige ich die bürgerliche Demokratie gegenüber reaktionären repressiven Regimes. Demokratische Grundwerte und Menschenrechte begrüße ich nämlich bis auf das Recht auf Privateigentum, aber nicht, weil ich sie für ewige (moralische) Wahrheiten halte, sondern weil sie eine sozialistische Revolution erleichtern. Wenn revolutionäre Aktionen gegen das Grundgesetz verstoßen, und das lässt sich wohl kaum vermeiden, weil es gewaltfreie Revolutionen nicht gibt, dann verteidige ich sie trotzdem - das Grundgesetz hat nur juristisch absolute Gültigkeit, ist jedoch genauso wie die Jurisprudenz selbst gesellschaftlich bedingt und steht damit nicht über dem Willen sozialer Bewegungen. Was ich nämlich anstrebe, ist nicht eine bessere Situation unter gegebenen Bedingungen, sondern eine völlig neue Gesellschaftsordnung, die ohne Unternehmer und Staat auskommt, in welcher das Leben und die Wirtschaft gesellschaftlich organisiert und geplant werden. Der Sozialismus ist demokratischer als jede Demokratie; oder in den Worten von Engels: "Die Demokratie, das ist heutzutage der Kommunismus. Eine andre Demokratie kann nur noch in den Köpfen theoretischer Visionäre existieren, die sich nicht um die wirklichen Ereignisse kümmern, bei denen nicht die Menschen und die Umstände die Prinzipien, sondern die Prinzipien sich selbst entwickeln. Die Demokratie ist proletarisches Prinzip, Prinzip der Massen geworden." - Das Fest der Nationen in London. MEW 2, S. 613 Ich schätze die meisten Linksradikalen würden trotz aller Differenzen mit mir zumindest größtenteils übereinstimmen.

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sie verachten Demokratie

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Kommentar von alashatt
25.10.2015, 18:14

Stimmt nicht. Sie stehen ihr politisch gegenüber, aber von Verachtung kann keine Rede sein.

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