Ich muss diese deutsche Karikatur vom Juni 1913 auswerten ....dabei handelt es sich um den französischen Revanchismus... ?

...komplette Frage anzeigen deutsche Karikatur vom Juni 1913 - (franzoesisch, Karikaturanalyse, Revanchismus)

3 Antworten

Wieso 3 Jahre?

Der frz. Pflichtwehrdienst dauerte seit dem 15. Juli 1889 3 Jahre (vorher 5!).

Mit dieser langen Wehrdienstzeit wollten die frz. Regierungen den demographischen Nachteil gegenüber Deutschland, dem wahrscheinlichen Kriegsgegner, ausgleichen.

Natürlich war ein so langer Wehrdienst bei den jungen frz. Männern nicht sehr beliebt.

"Das dritte Jahr in Frankreich" lässt sich darüber hinaus auf zwei mögliche Weisen erklären.

Entweder so:

Der deutsche Leser sollte überdeutlich darauf hingewiesen werden, dass das ein frz. Soldat ist und dass es um die frz. Wehrdienstzeit geht.

Oder so:

Der frz. Staat hat besonders gern Frz. aus Algerien zum Wehrdienst herangezogen, die oft aus italienischen, spanischen oder eben - nach 1871 ausgesiedelten - elsässisch-lothringischen Familien stammten.
Sie leisteten ihren Wehrdienst überwiegend in dem ihnen nicht unbedingt vertrauten frz. Mutterland ab.

Elsass und Lothringen wurden 1871 vom II. Reich annektiert.

1918 kamen sie wieder zu Frankreich. (nach dem 1. Weltkrieg!)

Zwischen 1871 und 1914 war das Ziel der französischen Politk, beide Provinzen wieder zu "bekommen".


Vielen Dank erst einmal....

Ich weiß soviel, dass Frankreich und Preußen einen Krieg geführt haben....daraufhin hat Frankreich den Krieg verloren und musste Reparationskosten zahlen... Für Frankreich war es allerdings eine "Schande"...und seitdem war der "Hass" zwischen beiden...

Nur kann ich bis jetzt die Aussage nicht richtig einordnen...ist es von Bedeutung, dass in der Aussage ....Das dritte Jahr steht?

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@Mueckenfurz

Der Militärdienst dauerte damals 3 Jahre (statt 2 J.). Der Soldat scheint  so begeistert zu sein,  seit 3 Jahren  an der Grenze zum  2. Reich zu patrouillieren, und dies für 2 verlorene Provinzen, die ihn kaum interessieren.

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@ymarc

Elsass und Lothringen war doch ein wichtiges Ressourcenland...hauptsächlich für Kohle und Eisen... wieso ist es dann unbedeutend? 

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@Mueckenfurz

"Mir wird nur nicht ganz klar, warum dieser Franzose so eine Desinteresse zeigt."

Die Karikatur ist doch nur deutsche Propaganda gegen den "Wunsch" der Franzosen beide Provinzen zurückzubekommen.

= wöfür soviel Einsatz für nur so kleine Provinzen!

Die Preußen hatten schon "Angst" vor dem französischen Revanchismus."Ne jamais en parler, toujours y penser !".

Es kam leider zum 1. Weltkrieg,  teilweise deswegen, aber nicht nur. 

s. Attentat in Sarajevo

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Zusammenfassung:

Symbole und deren Deutung: 
Bildunterschrift - Wehrdienst auf drei Jahre verlängert
Mir wird nur nicht ganz klar, warum dieser Franzose so eine Desinteresse zeigt... Elsass - Lothringen ist doch ein bedeutendes Ressourcenland für Eisen und Kohle???
Weiber - Elsass und Lothringen (rechts:Elsass/ links:Lothringen ( deutlich durch Tracht))
Mauer - neue Grenze nach 1871 (ist damit der Konflikt zwischen Frk. und dem Reich gemeint, der nach dem Krieg entstand oder soll die Mauer darstellen, dass Elsass - lothringen nicht mehr zu Frk gehören?)
Mann in Militärskleidung - unzufriedener Franzose im Wehrdienst
Ausrüstung vielleicht noch?
Gewehr - Einstellung des Kampfes/ Wache
wie zum Beispiel die Truhe an seinem Gürtel/ der Sack, den er mit sich dreht/ die Haltung der linken Hand?
Das Gepäck scheint mir zunächst erst einmal normal....

Gründe:
Verlängerung des Wehrdienstes (2 ->3 Jahre): Vorbereitung der französische Armee auf den erwarteten Konflikt mit Deutschland / Gründung zur geplanten Rückeroberung beider Provinzen

ich denke jedoch, dass diese vorliegende Karikatur eine politische Aussage haben muss, da der frz. Revanchismus eine politische Ursache für den 1. Weltkrieg war

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