Ich möchte sterben. Was kann ich tun um dieses nicht zu tun?

Support

Liebe/r stevengrey,

Deine Situation klingt besorgniserregend.

Sprich bitte mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein.

Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz).

Oder schau mal hier: http://www.nummergegenkummer.de

Herzliche Grüße

Leif vom gutefrage-Support

8 Antworten

Hallo stevengrey,

es tut mir sehr leid, dass Du Dich im Moment so ausweglos fühlst, dass Du Dir den Tod herbeiwünscht! Auch wenn Du Dir das gerade nicht vorstellen kannst: Es kann auch in Deinem Leben wieder bergauf gehen! Normalerweise ist keine Situation so ausweglos, dass es keinen Grund gibt, auf eine Besserung zu hoffen. Denke einmal über die folgenden drei Gründe nach, weswegen es sich doch noch lohnen könnte, weiterzuleben.

Ein erster Grund: Deine Umstände können sich ändern

Denke immer daran, dass sich belastende Situationen, egal wie ausweglos sie im Moment erscheinen, ändern und sich sogar plötzlich zum Besseren wenden können. Selbst wenn das nicht so schnell geschieht, wie man sich das wünscht, sollte man nicht versuchen, alle Probleme auf einmal zu lösen, sondern jeden Tag für sich zu sehen.

Natürlich gibt es auch immer Umstände, die sich nicht mehr ändern lassen, z.B. wenn man an einer chronischen Krankheit leidet, einen geliebten Menschen durch den Tod verliert oder eine Ehe in die Brüche geht. Auch in diesen Fällen kann man etwas tun: Die eigene Einstellung ändern. Man kann entweder dem unabänderlich Geschehenen endlos nachtrauern oder aber sich innerlich damit abfinden. Dann gelingt es besser, die eigene Situation positiver zu sehen. Auch hält man eher danach Ausschau, wie man mit der Situation klarkommen kann, statt mit drastischen Mitteln allem ein Ende zu machen. So kommt man an den Punkt, wo man einer Situation, die unveränderlich erscheint, nicht mehr völlig hilflos ausgeliefert ist.

Du solltest auch folgendes niemals vergessen: Kann man einen Berg nicht auf einmal ersteigen, schafft man es vielleicht in mehreren Etappen— also Schritt für Schritt. Dasselbe gilt für die meisten Hindernisse im Leben, ganz gleich wie riesig sie einem vorkommen.

Du kannst auch eines sofort tun: Mit jemandem über die Situation reden, zum Beispiel mit einem Freund oder einem Familienangehörigen. Vielleicht kann er oder sie Dir helfen, die Lage nicht mehr so schwarz zu sehen.

Ein zweiter Grund für ein Ja zum Leben: Es gibt Hilfe!

Eine Hilfe können Menschen sein, denen man am Herzen liegt. Das können Angehörige, Freunde und auch andere sein, die persönlich an Dir interessiert sind. Wenn sie auch nicht immer von selbst auf Dich zukommen mögen, so kannst Du sie vielleicht ansprechen und in einem vertraulichen Gespräch Dein Herz ausschütten.

Dann ist da ja auch noch professionelle Hilfe, die man bei Selbstmordgedanken unbedingt in Anspruch nehmen sollte. Oft steckt hinter diesen Gedanken eine schwere Depression, für die sich niemand schämen muss, genauso wenig wie man sich für eine körperliche Krankheit schämen muss. In einem Buch wird die Depression als „Schnupfen“ unter den psychischen Erkrankungen bezeichnet. Rein theoretisch kann sie jeder bekommen— und es gibt Behandlungsmöglichkeiten. Sind Deine Selbstmordgedanken sehr stark oder anhaltend, solltest Du Dich informieren, wo Du Hilfe erhalten kannst, vielleicht bei Notfall-Hotlines oder anderen Beratungsstellen für Suizidprävention. Sie sind mit geschultem Personal besetzt. Hier sind einige Anlaufstellen, an die Du Dich wenden könntest:

- Notfall-Seelsorge: Telefon-Hotline (kostenfrei, 24 h), auch Auskunft über lokale Hilfsdienste:

0800 - 111 0 111
0800 - 111 0 222
0800 - 111 0 333 (für Kinder / Jugendliche)
Email: unter www.telefonseelsorge.de

Die Mitarbeiter der Telefonseelsorge hören Dir gut zu, nehmen an Deinen Problemen Anteil und können Dich bei Bedarf auch an entsprechende Einrichtungen verweisen. Du kannst Dich hier zu jeder Tages- und Nachtzeit anonym beraten lassen.

- Sozialpsychiatrischer Dienst: Er bietet Menschen in psychischen Krisen Beratung und auch weitergehende Hilfen an. Oft findest Du diesen Dienst im Gesundheitsamt oder kannst die Adresse und Telefonnummer über das Gemeindeamt erfragen.

- Beratungsstellen der Jugendämter, Erziehungsberatungsstellen und Ehe-, Familien-, Lebensberatungsstellen: diese sind in jeder Stadt und Gemeinde Ansprechpartner für die unterschiedlichsten Probleme.

- Online-Beratung: Hilfe für suizidgefährdete junge Menschen gibt es hier: www.das-beratungsnetz.de .

Vergiss bitte nicht, dass Du z.B. aus einer schweren seelischen Krise allein nicht wieder herauskommst, aber wenn Dir jemand hilft, kannst Du es schaffen! Vielen hilft auch eine ambulante Therapie, um wieder mehr Selbstvertrauen zu entwickeln und Strategien zur Bewältigung ihrer Probleme zu finden. Wichtig ist es auch, jemanden zu haben, zu dem man Vertrauen hat und bei dem man immer sein Herz ausschütten kann.

Hier noch ein dritter Grund, weiterzuleben: Es gibt Hoffnung!

Auch wenn Du schon lange an Deine Grenzen gestoßen bist, heißt das nicht, dass nicht irgendwann ein Hoffnungsstrahl aufleuchtet. Wie bereits gesagt, ändern sich Situationen, es bleibt nicht für immer alles gleich trost- und hoffnungslos. Deine Krankheit kann wie ein langer dunkler Tunnel sein, dessen Ende Du im Moment noch nicht sehen kannst. Denke jedoch daran, dass irgendwann auch der längste Tunnel zu Ende ist und man wieder das Tageslicht erblickt. Vielen vor Dir ist es schon so ergangen, und so kann es auf in Deinem Fall sein! Auch wenn es schwer ist, mache Dir jedoch eines zum Motto: "Aufgeben ist keine Option". Diese Einstellung kann Dir dabei helfen, niemals die Hoffnung zu verlieren, egal wie dunkel es um Dich herum gerade aussieht.

Außer diesen praktische Hinweisen, möchte ich Dir zum Schluss auch noch einen kleinen Tipp aus der Bibel geben. Ich fand einmal einen sehr schönen Text in den Psalmen, der zeigt, dass wir uns mit unseren Sorgen und Problemen jederzeit an Gott wenden können. Der Text lautet: " O Hörer des Gebets, ja zu dir werden Menschen von allem Fleisch kommen." (Psalm Kapitel 65, Vers 2). Ich selbst habe immer wieder die Erfahrung gemacht, dass Gebete nicht einfach ins Leere gehen. Gott kann einem helfen, auch wenn er nicht durch ein Wunder die Krankheit beseitigt.

Ich wünsche Dir sehr, dass Du es mit der Hilfe und Unterstützung anderer schaffst, Dein schlimmes seelisches Tief zu überwinden und Du die Entdeckung machst, dass es sich auch in Deinem Fall lohnt, weiterzuleben. Alles Gute!

LG Philipp



Hey Du.

Stell Dir vor, daß ich einige sehr liebenswerte Menschen kenne, die es auch versucht haben. Sie leben alle noch, glücklicherweise. Und Denen geht es jetzt erst besser, weil Sie begriffen haben noch zu leben und was Leben ist, vor allem auch ohne gesundheitliche Einschränkungen oder Folgeschäden des Versuchs.

Sie haben allerdings sich selbst gegenüber teils nun ein schlechtes Gewissen, weil Sie es überhaupt versucht hatten, sich das Leben zu nehmen und erst hinterher Hilfe angenommen haben, als sie gerettet wurden.

Soweit sollte es nicht erst kommen müssen, weil die Hilfe vorher schon die ganze Zeit da war - Sie wollten es sich nur nicht eingestehen oder Hilfe annehmen oder akzeptieren.

Um es nicht zu tun, kannst Du Dich jederzeit noteinweisen lassen. Da reicht dein eigener Anruf bei der 112 mit den Worten, daß Du Suizidgedanken hast und nicht damit klarkommst. Vorwürfe oder sowas werden Dir nie gemacht, sondern Dir wird geholfen.

Es gibt auch Menschen, die haben Angst vor den Gedanken eines Suizid-Versuches. Aber selbst damit kannst Du Dich umgehend selbst noteinweisen lassen.

Wenn Du nicht mehr zurechtkommst, ruf die 112 an. Du wirst Dir selbst hinterher dankbar sein.

Kritik/ Fragen/ Meinungen etc. -  sehr gern.

LG

Ich möchte zunächst Franz Kafka zitieren (hast du von dem schon mal was gelesen?)

https://www.aphorismen.de/zitat/92563

>Ein erstes Zeichen beginnender Erkenntnis ist der Wunsch zu sterben. Dieses Leben scheint unerträglich, ein anderes unerreichbar. Man schämt sich nicht mehr, sterben zu wollen; man bittet, aus der alten Zelle, die man haßt, in eine neue gebracht zu werden, die man erst hassen lernen wird. Ein Rest von Glauben wirkt dabei mit, während des Transportes werde zufällig der Herr durch den Gang kommen, den Gefangenen ansehen und sagen: "Diesen sollt ihr nicht wieder einsperren. Er kommt zu mir!"

Es gibt nur zwei Wege diesem Wunsch zu entkommen. Der erste Weg ist verrückt zu werden. Für diesen Weg gibt es eine professionelle Hilfe, die sich Psychotherapie nennt. Es ist ziemlich leicht diesen Weg zu gehen.

Der zweite Weg ist in seinem Leben so viel Spaß zu haben, wie es nur irgendwie möglich ist. Es ist ziemlich anstrengend diesen Weg zu gehen. 

Du bist toll

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@stevengrey

Danke. 

Dann mach dir also Gedanken was passieren würde, wenn du der Liebe Gott wärst und Verantwortung für dein Leben tragen würdest und zugleich bemüht wärst ALLES in gute Bahnen zu lenken. Was müsstest du tun, dass zumindest 30% davon wahr wird? So pi mal Daumen kann man damit rechnen dass 30% einer guten Saat aufgeht und man später Früchten ernten kann. Die restliche gute Saat geht ein, oder andere ernten die Früchte. Macht aber nichts, 30% gute Ereignisse bringen schon eine Menge Gutes.

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schreckliche Gedanken - sterben

Hi! Helft mir. Ich bin so durcheinander. Ich denke immer, bitte lieber Gott, lass mich sterben, lass mich sterben. Ich erreich keinen auf der Telefonseelsorge, ich krieg den Gedanken einfach nicht aus meinem Kopf. Die Verbrechen, die ich begangen habe, sind so furchtbar, dass kein Mensch sie je verstehen könnte. Wenn ich ins Krankenhaus gehe, komme ich da nie wieder raus. Aber ich habe so furchtbare Dinge getan, keiner kann das verstehen, warum und wieso und ich FINDE keine Hilfe ... Ich weiß doch, ich darf nicht, wegen den Kindern. Ich will das nicht denken. Bitte lass mich sterben. Bitte lass mich sterben. Warum kann ich nicht?

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