Ich möchte ins Nicht Europäische Ausland ziehen, wo zahl ich steuern, wie sieht es mit dem Gesundheitswesen aus?

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3 Antworten

1. Das liegt am Staat Mazedonien, wie lange der Dir den Aufenthalt gewährt

2.Wenn Du maximal 3 Monate und nicht mehr als 70 Tage in Deutschland Arbeitest und das jeweils von vorn herein vertraglich feststeht, gilt das als Kurzfristiges Beschäftigungsverhältnis und ist Steuerfrei. Dabei kommt es nicht auf die Höhe der Einkünfte an, in der Zeit darfst Du soviel verdienen wie Du willst oder kannst.
Dem deutschen Fiskus ist es vollkommen egal was Du in der überigen Zeit machst solange Du kein Einkommen aus Deutschland beziehst. Allerdings darf das FA eine Steuereklärung von Dir verlangen

3. kann ich für Mazedonien nicht beantworten. In Deutschland müsstest Du zumindest einen Wohnsitz und eine saubere Schufa nachweisen um einen DSL oder Handy Vertrag zu bekommen.

4. Solange Du in Mazedonien nicht unbefristetes Aufenthaltsrecht genießt bist Du verpflichtet in Deutschland krankenversichert zu sein. Privat ist in Deinem Fall möglich, da Du während der Beschäftigungszeit zwar sozialversicherungspflichtiger Angestellter wärst, da Du aber 9 Monate eines jeden Jahres Privatier wärst und das der Hauptanteil deiner Beschäftigung ist, solltest Du das ganze jahr über in der privaten bleiben dürfen. Statt die Sozialabgaben an die KV abzuführen würdest Du den AG Anteil an der KV ausgezahlt bekommen. Die Private ist innerhalb der geographischen Grenzen Europas also auch in Mazedonien wirksam. (Für Türkei Urlaube gilt: Private KV nur im Europäischem Teil der Türkei, also bis zum Bosporus)

Gelten diese kurzristigen und steuerfreien Beschäftigungen nicht nur für Studenten?

Falls nein müsste ich ja so oder so ne Steuererklärung abgeben weil das Finanzamt mir ja nicht von Vorne rein die Steuer erlässt, sondern müsste mir mit einer Steuererklärung das Geld zurrückholen?!

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@T1250

Kurzfristige Beschäftigung steht jedem offen.
Steuern braucht man erst garnicht bezahlen wenn von vornherein feststeht, das die Beschäftigung innerhalb der Fristen endet. Das ist ohnehin vorraussetzung für diese Regelung und ebenso für die KV.
Wenn das gleiche Beschäftigungsverhältnis vertraglich auf längere Zeit laufen würde, gäbe es auch keine Möglichkeit in der PKV zu bleiben sondern man wäre grundsätzlich an die GKV gebunden selbst wenn sich im Nachhinein herausstellen sollte, das die Beschäftigung im Rahmen des Kurzfristigen Beschäftigungsverhältnis liegt.

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Das sind ein paar ganz schön interessante Fragen. Ich kann nicht alles beantworten.

Also, in Deutschland gilt das Gesetz, dass du deine Steuern dort zahlst, wo du die Arbeit verrichtest bzw. deinen Hauptwohnsitz hast. Arbeitest/wohnst du also 3 Monate in DE, zahlst du drei Monate dort Steuern. Wenn du in Mazedonien arbeitest und lebst, juckt das das Deutsche Finanzamt überhaupt nicht.

Und zum Gesundheitssystem. Als Deutscher Staatsbürger steht es dir frei, weiterhin in der gesetzlichen Krankenkasse versichert zu sein. Problem ist nur: Bist du nicht in DE und verdienst kein Geld oder bist arbeitslos gemeldet, musst du die Beiträge selbst bezahlen. (ca. 180 Euro im Monat)

Die medizinische Versorgung wäre damit in Mazedonien unter Umständen nicht abgesichert, weil oft die gesetzlichen KK nur EU-weit versichern und du fürs Ausland eine gesonderte Krankenversicherung brauchst.

Solltest du wieder nach DE kommen, könnte es Probleme bei der Anmeldung bei einer gesetzlichen Krankenkasse geben. Darf es eigentlich nicht, gibt es aber immer wieder. Wenn du einmal aus dem System komplett draußen bist, ist es schwer wieder reinzukommen, obwohl sie gesetzlich Verpflichtet sind dich zu versichern. Das heißt dann müsstest du eine private Krankenversicherung abschließen aber auch hier das Problem. Diese greift meistens erst nach einer Frist von 6 bis 12 Monaten.

In Mazedonien wird es sicherlich genügend private Versicherungen geben, die dich gerne versichern.

  Also, in Deutschland gilt das Gesetz, dass du deine Steuern dort zahlst, wo du die Arbeit verrichtest bzw. deinen Hauptwohnsitz hast. Arbeitest/wohnst du also 3 Monate in DE, zahlst du drei Monate dort Steuern. 

DBA beachten.

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@wfwbinder

Ich werde nur mein bereits vorhandenes Vermögen und den Verdienst aus besagten 3 Monaten im Jahr nach Mazedonien mitnehmen (5000€ Freibetrag cash + deutsches Girokonto). Das hieße dass das DBA nicht auf mich zutrifft wenn ich gar nicht vor habe in Mazedonien zu arbeiten...

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@T1250

Natürlich trifft das DBA für Dich zu. Ohne Wohnsitz hier, aber mit Wohnsitz in Mazedonien, bist Du dort unbeschränkt einkommensteuerpflichtig und hier nur beschränkt steuerpflichtig, aber durch das DBA wären die Einkünfte hier nicht zu besteuern.

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zu 1 und 3 kann ich nichts sagen, weil ich davon keine Ahnung habe.

zu Teil 2 Steuern ist es einfach, weil Du in "D" keinen Wohnsitz hättest, wärst DU hier nur beschränkt einkommensteuerpflichtig.

eigentlich sehr schlecht, weil damit Grundfreibetrag usw. für Dich entfällt.

Aber wenn Du Deinem Arbeitgeber eine Ansässigkeitsbescheinigung aus Mazedonien vorlegst, werden Dir gar keine Steuern abgezogen. 

Du versteuerst dann in Mazedonien.

Soll das heißen ich hätte keine Steuervorteile auch wenn ich mich mit dem Arbeitgeber auf ein kurzfristiges Arbeitsverhältniss einige dass weder den Grundbetrag noch diese 70-Tage Regelung pro Jahr überschreitet aber trotzdem die Steuer nicht zurrück kriege weil ich die restlichen 9 Monate nicht in Deutschland lebe?

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@T1250

1. DEn Grundfreibetrag bekommst Du nur, wenn Du unbeschränkt steuerpflichtig bist. unbeschränkt steuerpflichtig bist DU nur mit Wohnsitz in Deutschland.

2. Ich habe Dir doch die Lösung genannt. Mit einer Ansässigkeitsbescheinigung aus Mazedonien zahlst Du hier gar keine Steuer. Mehr Steuervergünstigung als 0,- Euro Steuer geht nicht.

3. Beim kurzfristigen Minijobist zu klären, ob der Arbeitgeber mitmacht, denn für ihn sind die Abgaben höher. Ausserdem hast Du keine eigene Krankenversicherung, sondern musst die dann das ganze Jahr voll selbst zahlen.

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@wfwbinder

Angenommen ich hätte eine Wohnung zur Miete hier und wäre auch gemeldet wie würde es dann mit dem Grundfreibetrag usw. aussehen? Denn reintheoretisch könnte ich ja auch in einem langen Urlaub sein?

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@T1250

Zwar geht es nach den tatsächlichen Verhältnissen, aber vermutlich würde die Frage nicht aufkommen, wenn Du hier nur eine feste Postadresse hast.

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@wfwbinder

Das kommt mir aber nun sehr suspekt vor....
Ich lebe auch im (außereuropäischem) Ausland, habe in Deutschland jedoch meine Konten, Immobilien und Firmen.
Ich komme bislang nicht umhin Abgeltungssteuer zu zahlen, sowie meine anderen Einkünfte in Deutschland zu versteuern.
Lt. meinem Steuerberater und meinem Wissen würde es mir nicht helfen meine Wohnsitze in Deutschland aufzugeben, obwohl ich mich höchstens 8 Wochen im Jahr in Deutschland aufhalte

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@RudiRatlos67

Da würde ich entweder den StB wechseln, oder ihm eine Fortbildung verordnen.

Ohne Wohnsitz in Deutschland (ersatzweise dauernden Aufenthalt), keine unbeschränkte Steuerpflicht.

Wenn ich hier Konten, Unternehmen, Immobilien habe, begründet es keine unbeschränkte Steuerpflicht, sondern nur eine beschränkte Steuerpflicht. 

Es könnte aber sein, dass er Dir zur unbeschränkten Steuerpflicht rät, weil Du dadurch nämlich z. B. den Grundfreibetrag bekommst, den Du als beschränkt Steuerpflichtiger nicht bekommen würdest.

So kannst Du Unternehmensgewinne und Immobilieneinkünfte eben nicht ins Ausland bringen. Aber Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit schon, wenn hier weniger als 183 Tage anwesend, wie in diesem Fall.

Daher:

Immer den Einzelfall beurteilen.

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@RudiRatlos67

Hallo RudiRatlos67,

Dein Steuerberater handelt sehr wahrscheinlich richtig. Denn Einkünfte aus Immobilien werden in der Regel dort besteuert, wo die Immobilie belegen ist. Unternehmensgewinne werden dort besteuert, wo die Betriebsstätte ist. Durch Wohnsitzverlegung lassen sich diese Einkünfte nicht verlagern. Die unbeschränkte Steuerpflicht ist hier also wahrscheinlich vorteilhaft, weil man so die gesamte Bandbreite von Abzügen nutzen kann.

Lediglich bei den Einkünften aus Kapitalvermögen läuft es anders. Diese werden im Ansässigkeitsstaat besteuert. Der Quellenstaat Deutschland darf aber auf bestimmte Kapitalerträge Quellensteuer einbehalten, die dann in der Regel auf die Steuer im Ansässigkeitsstaat angerechnet wird. Hier muss man aufpassen, um nicht doppelt besteuert zu werden. Aber auch hier ist die unbeschränkte Steuerpflicht in Deutschland nicht nachteilig. Man muss halt nur wissen, was zu tun ist.

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@wfwbinder

Vielen Dank für all diese Informationen. Ich weiß jetzt schon viel mehr und bin dadurch ein Schritt weiter bei der Planung.

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@are2705

Die Unternehmen für sich gesehen zahlen ja selbst ihre Steuern,  es ist klar das die da entrichtet werden müssen wo sie anfallen. Die Immobilien gehören einer Immobiliengesellschaft deren einziger Gesellschafter ich selbst bin, also auch klar das die Steuern in Deutschland bleiben.  Die Kapitalerträge und das ist das mit Abstand größte Einkommen werden in verschiedenen Staaten erwirtschaftet nur nicht da wo ich mich gewöhnlich aufhalte. Mir wäre es im grunde lieber diese Erträge an meinem hauptsächlichen Aufenthaltsort zu versteuern da es ein sehr kleiner, sehr schöner aber leider auch sehr armer inselstaat ist und die Steuerlast in etwa gleich ist. Es geht mir nicht darum steuern zu sparen, sondern gerecht zu verteilen ohne die Sicherheit meiner Depots zu gefährden.  Da ich die Depots von Deutschland aus im europäischen Ausland unterhalte unterliegen sie einem besonderen Schutz,  der nicht gegeben wäre,  wenn ich sie von meinem hauptsächlichen Aufenthaltsort aus unterhalten würde (ehemalige britische Kolonie) 

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@RudiRatlos67

OK, das sind Besonderheiten, die man so nicht kennen kann.

Allerdings bin ich der Ansicht, dass der Anlgerschutz in Europa nicht an den Wohnsitzstaat gebunden ist. Also wenn ich bei Santander in Spanien Geld habe und in St. Kitts und Nevis wohne, dürfte ich den Anlegerschutz haben.

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