Ich möchte ein Restaurant aufmachen, ist die Planung realistisch?

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8 Antworten

Gleich vorweg - ich war auch einmal im Management und helfe meiner Lebensgefährtin jetzt in der Rente, ihren Gasthof zu führen. Wir haben einen Traditionsgasthof am Land mit Restaurant und Zimmerbetrieb, der in 3.Generation im Familienbesitz ist.

Deine Aufstellungen sind in dieser Form lediglich Hausnummern. Wenn Du nicht scheitern willst, solltest Du mit Unterstützung von Fachleuten (Bank, IHK) einen Businessplan aufstellen, und Dich nicht von allzu optimistischen Schätzungen leiten lassen. Ich habe bei uns in der Umgebung reihenweise Quereinsteiger (auch und gerade aus dem Management) scheitern gesehen, die geglaubt haben, sie könnten das auch. Besonders schwierig ist die gehobene Gastronomie, da muss man froh sein, wenn eine Nullsummenrechnung herauskommt. Die meisten bekannten Spitzenköche sind wirtschaftlich schon mindestens einmal gescheitert. Hast Du oder hat deine Frau eine Fachausbildung in der Gastronomie/ Hotellerie?

Was mir vor Allem bei Deiner Aufzählung abgeht, sind Angaben über die Lage, die Ausrichtung des Lokals (Angebote, Zielgruppe(n), die Anzahl der Sitzplätze, die geplante Kundenfrequenz und die geplanten Öffnungszeiten.

Wenn Du 7 Mitarbeiter Vollzeit beschäftigen möchtest, dann darf schon was weiter gehen an Umsatz. € 2.000,- pro Mitarbeiter sind zu wenig angesetzt, mit Arbeitgeberbeitrag musst Du schon mit € 2.500,- rechnen - Mindestlohn! Gas/ Wasser/ Strom/ Müllabfuhr ist auch etwas zu niedrig angesetzt, da darfst Du mindestens noch € 10.000,- drauflegen.

Du musst vor Allem damit rechnen, dass die Kundenferequenz nach dem Eröffnungsboom rapide abflaut, und dass Du Dir laufend was Neues einfallen lassen musst, um Dein Lokal voll zu bekommen (außer Du hast einen Standort, an dem Du Dir eine goldene Nase verdienen kannst -a ber diese Standorte sind normalerweise nicht zu haben).

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Die Personalkosten scheinen realistisch, wobei 7 Leute schon eine Menge ist.

Bist Du Koch, oder Restaurantfachmann?

15.000,-für Gas, Wasser Strom ist zuviel. Was fehlt ist vor allem Werbung.

Steuerberater 2.500,- im Monat ist zuviel. Buchhaltung ca. 500,- - 700,- inkl. Löhnen. Abschluss ca. 3.000,-.

Je nach Art der Ausrichtung 30 - 40 %, im ganz schlechten Fall 50 % Wareneinsatz.

Kapazität für bis zu 250 Gästen ist eine Menge.

Wie ist di Lage, hast Du eine Standortanalyse gemacht. Die Unterlagen des Vorgängers gesehen? Hast Du einen Gründercoach (wird subventioniert).

Eine Immobilie mit soviel Platz für 250.000,- lässt nicht auf eine gute Lage schließen.

Zu überlegen wäre eine Betriebsaufspaltung, also Gebäude im Privatbesitz und der Betrieb als GmbH und Co. KG, aber da würde ich das Stammkapital der GmbH bei 50.000,- belassen und lieber das Kommanditkapital höher setzen.

Alles in Allem, ohne fachlichen Rat, schwierig.

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Herb3472 26.02.2016, 14:32

15.000,-für Gas, Wasser Strom ist zuviel

Wir zahlen das allein schon für den Strom.

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wfwbinder 26.02.2016, 14:38
@Herb3472

Wieviel KW/h sind denn das? Also das ist schon extrem.

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Herb3472 26.02.2016, 14:50
@wfwbinder

Weiß ich auswendig nicht, wieviele kW/h das sind. Ja, ist extrem - vermutlich fressen die Kühlanlagen so viel, aber wir haben keine Möglichkeit, den Verbrauch kostengünstig auszumessen oder ausmessen zu lassen.

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Herb3472 26.02.2016, 14:37

Kapazität für bis zu 250 Gästen ist eine Menge

Wir haben insgesamt (mit Saal und Biergarten) über 350 Sitzplätze, das sagt aber nichts über die Auslastung aus. Unser  Saal wird nur selten benutzt, und der Biergarten mit 150 Sitzplätzen ist wetterabhängig.

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wfwbinder 26.02.2016, 16:48
@Herb3472

Das ist ja das Problem, je größer die Anzahl der Plätze desto schwieriger ist es auszulasten, denn nicht an jedem Standort kann ich 250 Plätze mit einer guten Auslastungsquote belegen.

Ausserdem eine Frage des Konzepts. 

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Hi katschegn,

lese bitte Deinen Fragetext noch einmal. Was ist daran beurteilbar? Ob 2.000 Euro als Durchschnittsgehalt machbar sind? Oder welchen Convector Du in der Küche stehen hast? Tut mir Leid. Das funktioniert so gar nicht.

Dann meine ich zu verstehen, Du hast eine Immobilie gekauft und hast Du vorher denn eine Marktbeobachtung durchgeführt? Welche gastronomischen Bedürfnisse gibt es vor Ort?

Was für ein Betrieb war vorher in dem Lokal? Was für einen Ruf hat er hinterlassen? Das haftet nur im Negativem allen nachfolgenden Gründungen an! Teilweise länger als fünf Jahre.

Wie sieht die Zielgruppe aus? Welche Öffnungszeiten stellst Du Dir vor? Wie kalkulierst Du Deine Anwesenheits- und Arbeitszeiten? Kann Dich Deine Frau in dem Bereich unterstützen?

Hast Du selber Erfahrung in der Gastronomie? Wie soll die Küche arbeiten? Wie willst Du die Gleichmäßigkeit von Geschmack und Qualität erreichen? Wie soll die Abhängigkeit von einem Koch vermieden werden?

Regionale Küche oder Spezialitäten? Welche zuverlässigen Lieferanten hast Du in der Nähe? Hast Du die durch Empfehlung? Selber gesucht?

Wie steht es mit der Standardkarte, Grüßen aus der Küche, Wochenkarte? Was ist mit einem Mittagsgeschäft? Hast Du Kontakt zu Busreiseunternehmen aufgenommen?

Zur Gastronomieerfahrung zählt leider auch: Wie betrügt Service-Personal, wenn man es lässt? Welche Strategien sollen dagegen laufen?

Das sind nicht einmal alle wesentlichen Fragen.

Willst Du als sozialversicherungspflichtiger das Geschäft führen oder willst Du sozialversicherungsfrei Deinen Dienst erledigen?

Deine Frau ist ja augenscheinlich positiv gestimmt. Aber ist es klar, Gastronomie bedeutet selbst bei sechs Öffnungstagen an sieben Tagen beschäftigt sein? Dann auch noch in der Zeit, wenn andere in der Freizeit sind?

Nach Küche riechend in der Nacht nach Hause kommen, überdreht nicht schlafen zu können? Am nächsten Morgen früh raus und vom Großmarkt Ware holen?

Eine hohe Belastung für jede Beziehung! Mehr noch als bei anderen Gewerbebetrieben. Allein schon wegen der Arbeitszeiten.

Du kannst Dich gern mit mir in Verbindung setzen, wenn Du noch so ein paar Klopfer zum Wochenende hören möchtest.

Ich drücke Dir die Daumen!

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Also der niedrige Preis liegt daran, dass wir für fast 400.000€ erstmals renovieren mussten. Es war eine wahre Bruchbude:Wir mussten erstmal davon 400.000€ in die Renovierung stecken, es hatte
ein kaputtes Dach,dazu mussten wir alle Böden neu machen,das Mauerwerk
trocken legen.

Davon habe ich ein Teil mit meiner Verwandschaft selber gemacht, sowie die wichtigen Sachen von Fachkräften.

Ich habe ein abgeschlossenes Jura Studium sowie Master of Taxation und eine Ausbildung zum Koch absolviert.  . Meine Frau ist gelernte Köchin und hat einen  Bachelor in Hotelmanegement Masterabschluss in BWL.

Ich muss wirklich sagen, ohne das Erbe hätte ich nie im Leben so viel Geld in eine Betriebsgründung gesteckt.

Wir haben dies aber extra, so gemacht. Das Problem ist, wenn die Kommanditgesellschaft 700.000€ hat, müssen die Gewinne im schlimmsten Fall mit dem Höchsteuersatz abgerechnet werden. (42%)Des Weiteren lohnt sich bei der GmbH eine Gewinnthesaurierung. Bei der KG lohnt sich die Thesaurierung nicht. ( Zu hoher Steuersatz)

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Dirk-D. Hansmann 06.03.2016, 12:59

Ach, diese Ergänzung hatte ich nicht mitbekommen und Ihr kennt beide die Gastronomie nicht nur vom Tresen! Das ändert einiges.

Dann kann man ja auf die Themen, was so in Küche und Service passiert vollständig verzichten.

Allerdings bleibt dann noch die Kernfrage: Wie bekommt man ein Restaurant mit 250 Plätzen langfristig gefüllt?

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Achso ich habe vergessen, dass ist ein Restaurant wo bis zu 250 Gäste rein passen. Wir werden jedoch erstmal einen niedrigen Personalstandt haben, um den dann später wenn nötig zu erhören. Wir haben bis jetzt noch 7 weitere die bei Bedarf innerhalb 1 Woche anfangen könnten.


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Öhm..ich kenn mich im Restaurantwesen nicht so gut aus, aber laut deinen Angaben musst du über 55.000€ im Monat einnehmen, nur um die Fixkosten zu decken. Da ist dann noch kein Gehalt für dich drin, keine Lebensmittel, kein Putzzeug, etc

Ich glaube nicht, dass das sehr realistisch ist.

Aber wie gesagt habe von Gastronomie nicht viel Ahnung

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Eine Planung kann nur realistisch sein, wenn du Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellt. Im Augenblick schreibst du nur von Ausgaben. Du mußt umfangreiche Recherchen anstellen über den Standort des Restaurants (Verkehrsanbindung mit öffentlich Verkehrsmitteln oder mit dem eigenen PKW, Parkmöglichkeiten, Standort, an dem sich viele Menschen aufhalten usw).

In welchem Marktsegment willst du dich bewegen? Ich übertreibe mal: Imbiß oder 5*-Koch? Gibt es Konkurrenz in der Nachbarschaft?

Ich finde, deine Pläne sind noch sehr unausgegoren. Das sind zwar interessante Zahlenspiele, aber ob sie realistisch sind, kann dir vermutlich niemand beantworten.

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Einen Businessplan ueber Gute Frage machen... hmmm. 

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YoungLOVE56 26.02.2016, 14:08

Das dachte ich mir auch

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katschegn 26.02.2016, 14:09

Ja, ist doch egal. Ist denn die Rechnung plausibel? Also komme ich mit dem Geld zurecht? Meine Frau und ich wollten extra kein Fremdkapital haben

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Herb3472 26.02.2016, 14:47
@katschegn

Das ist keine plausible Wirtschaftsrechnung, das sind bloß ein paar Zahlen, die Du in den Raum geworfen hast.

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