Ich möchte Arzt werden, aber wie kann ich mir sicher sein, dass Medizin für mich das Richtige ist?

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4 Antworten

Sieh es mal so, mit einem Humanmedizinstudium bist du chancenmäßig später viel breiter angelegt, als mit einem rein naturwissenschaftlichen Studium. Selbst wenn dich die Forschung dann doch wieder fesseln sollte, wäre eine solche Karriere mit einem abgeschlossenem Studium möglich. Du hast aber eben auch die Möglichkeit, unmittelbar klinisch tätig zu und am Menschen tätig zu sein, was ich persönlich schon als deutlich befriedigender empfinde. Es ist also nicht so, das mit Aufnahme des Medizinstudiums eine bestimmte berufliche Laufbahn für dich determiniert ist. Ein Praktikum im Krankenhausbereich finde ich eigentlich nie verkehrt, denn so sieht man, ob einem der Umgang mit den Menschen überhaupt liegt und ob der Arbeitsplatz Krankenzimmer bzw OP usw geeignet scheint.

Sagen wir es so. Als Arzt rettest du Menschen in einer bald total überbevölkerten Welt und durch den medizinischen Fortschritt verlängern wir auch noch ihre Leben. Das führt dazu dass wir in 3 Jahrzehnten mit über 10 Milliarden Menschen auf der Erde sitzen und uns erstmal überlegen müssen wie wir an die 70% mehr Rohstoffe kommen sollen.

Als Naturwissenschaftler trägst du mit etwas Glück zum gesamten menschlichen Wissen bei was durchaus befriedigender und auch insgesamt hilfreicher sein kann, wenn auch indirekt.

Möchtest du hingegen lieber als der Held gefeiert werden der in seiner grenzenlosen Gutmütigkeit Menschen das Leben gerettet hat bist du unter den Mediziner besser aufgehoben.

medecine 02.09.2013, 13:55

Als Naturwissenschaftler trägst du mit etwas Glück zum gesamten menschlichen Wissen bei was durchaus befriedigender und auch insgesamt hilfreicher sein kann, wenn auch indirekt.

Befriedigender wohl kaum, da muss man Frustrationstoleranz haben und hilfreicher? Das denk ich wohl kaum, denn kein einziger würde das schaffen dafür braucht man eine ganze Mannschaft von Wissenschaftler und als Arzt kannst du als einziger so vielen Menschen helfen.

Aber das mit dem menschlichen Wissen stimmt wohl schon, aber nehmen mal an ein Mathematiker löst die Riemannsche Vermutung. Was würde das am Ende bringen? Richtig gar nichts, ich denke einfach das man als Arzt eine wesentlich wichtigere Rolle in der Gesellschaft hat nicht umsonst bekommen so viele Ärzte Anerkennung. Ich meine damit dass es wirklich überhaupt nichts im geringsten etwas bringt, außer das man etwas schlauer wurde aber das war es dann schon.

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LisaGreeeen 02.09.2013, 14:50
@medecine

Ich betrachte das aus dem Standpunkt des Großen und Ganzen.

Die Hauptaufgabe der Menschheit ist neben den subjektiven Zielen eines einzelnen und den biologischen die Forschung. Im Verständnis weiter zu kommen. Und dazu zählen auch Dinge die im Grunde keinen direkten Nutzen haben.

Natürlich kann man als Arzt vielen Menschen helfen, aber wo wären wir ohne die vielen klugen Köpfe aus der Naturwissenschaft? Wir kämen doch gar nicht voran...

Selbstverständlich wäre die Welt auch ohne Mediziner bzw. medizinische Forschung nicht so wie sie heute ist, allerdings entreissen wir mit dieser der Natur auch die Regulation.

Ich möchte nicht kaltherzig erscheinen aber es hat durchaus einen Sinn warum behinderte Kinder ohne ärztliche Hilfe viel häufiger oder schneller sterben. Heutzutage retten wir sie und für die einzelnen Familien ist das sicher super, andererseits aber führt das in Verbindung mit der immer weiter steigenden Lebenserwartung sowie der Tatsache dass wir auch immer mehr Krankheiten heilen und Unfallopfer retten können dazu dass wir bald massive Probleme bekommen werden.

Wir machen uns Gedanken über hungernde Kinder in Afrika, blenden aber gleichzeitig aus dass wir auch alle irgendwann so enden werden. Wir verlängern das leben, retten mehr Menschen und zeugen weiterhin die gleiche Anzahl an Nachwuchs. Im Großen und Ganzen ist das selbstzerstörerisch, und aus dem gleichen Blickwinkel halte ich die naturwissenschaftliche Forschung auch für sinnvoller als die Medizin.

5 Kinder haben zu wollen, im Konsumwahn leben und gleichzeitig nicht mal den natürlichen Tod akzeptieren, so sind heute sehr viele Menschen, und das ist was ich Egoismus nenne.

Aber wir kommen vom Thema ab.

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Mach ein Praktikum in einer Arztpraxis oder einem Krankenhaus. Ein Praktikum als "Arzt" wird es dort nicht geben aber in einem Pflegeberuf z.B. dann kannst du schon mal in den Altag hineinschnuppern.

medecine 02.09.2013, 14:00

Wird wohl nicht nötig sein. Wie gesagt ich war mir nur nicht sicher, weil ich eigentlich davor eine Naturwissenschaftliche Karriere angestrebt hatte und wenn ich beide vergleiche, dann denke ich wohl dass es wichtiger ist Menschen zu helfen anstatt Formeln und Gleichungen zu beweisen.

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Warum machst Du kein Praktukum?
Dann kannst Du doch viel besser beurteilen, ob das für Dich was ist.

medecine 02.09.2013, 13:58

Man kann in diesen Beruf schlecht ein Praktikum machen, aber ich glaube ich bin mir jetzt vollkommen sicher das ich Arzt werden möchte, denn als Mathematiker beweist man "nur" und ich meine das bringt am Ende überhaupt gar nichts. Ist es denn wirklich wichtiger eine Vermutung zu lösen anstatt kranken Menschen zu helfen?

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Portokali 02.09.2013, 14:16
@medecine

Hilf mal 14 Tage in einer Notaufnahme oder so...das müsste schon gute Einblicke verschaffen.

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