Ich leide so sehr (schwerkrankes Familienmitglied). Wie gehe ich damit um.?

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5 Antworten

Einen geliebten Menschen leiden zu sehen und zu wissen, dass dieser bald sterben wird, ist eine ganz schreckliche und emotionale Situation. Ich kann Dir nur den Rat geben, dass Du Deine Gefühle zulässt auch vor anderen und auch vor der geliebten Person. Du darfst weinen - Du musst weinen. Du darfst Deine Gefühle nicht zurückhalten. Man braucht keine Stärke zeigen, in dem Du Tränen zurückhälst. Die schwerkranke Person wird es Dir nicht übel nehmen, im Gegenteil sie wird sehen, wie sehr Du sie liebst. Die Person wird wissen, wie es um sie steht und sie wird dankbar sein, wenn Du alle Deine Gefühle, die Du für sie hast, auch zeigst. Der Prozess des Mitfühlens, der Trauer usw. ist etwas, das lange andauern kann. Es kommt darauf an, wie nahe Dir diese Person steht, doch auch wenn es sich blöd anhört...die Zeit heilt die Wunden. Wenn Du es schaffst, dann besuche die Person noch so lange wie möglich und schenke ihr Deine Liebe und Zuneigung und wenn Du es nicht schaffst, dann ist das auch in Ordnung...manchmal tut es einfach zu weh, den Menschen leiden zu sehen. Wenn es so ist, dann verabschiede Dich noch einmal. Dein Abi wirst Du schaffen...ganz sicher und es ist verständlich, dass Du Dir hierüber Sorgen machst. Falls Deine Noten nicht entsprechend sein sollten, kannst Du immer noch mal wiederholen. Jeder hätte dafür Verständnis. Aber Du packst das schon. Alles alles Gute Dir.

Wenn du Medizin studieren und/oder nicht leiden willst, ist es wichtig, dass du lernst, dich abzugrenzen . 

1. Es handelt sich nicht um dein Problem, sondern das des Betroffenen, mit dem er selbst fertig werden muss. Er muss leiden - du musst es nicht, wenn du dich entsprechend abgrenzt..

2. Dabei kann er allerdings Hilfe gebrauchen, die er am besten von einer stabilen, gefestigten und mitfühlenden Person bekommen kann. In deinem Zustand kannst du nicht sehr hilfreich sein und bist auch nicht geeignet für ein Medizinstudium. 

3. Es gibt nichts Schlimmeres als heulende Mitmenschen, die vor Selbstmitleid zerfliessen anstatt konkret und sachlich zu helfen.

Alles Gute !

Hallo, danke für deine Antwort. Erstmals muss ich sagen, dass ich schon oft mit Patienten gearbeitet habe (Praktikum Onkologie, Kardiologie & Orthopädie) Ich habe sehr viele Patienten kennengelernt. Einer ist während meines Praktikums verstorben. Ich hatte absolut keine Gefühle, ich konnte mich sehr gut abgrenzen.
Ich war darauf vorbereitet, dass diese Person sterben wird.

Man muss aber zwischen Patient und enges Familienmitglied unterscheiden.

Das wäre doch eher komisch, wenn ich absolut keine Gefühle zeigen würde. Es würde bedeuten, dass das Leben dieser Person mir nicht wichtig genug ist... Das ist aber nicht der Fall.

Ich habe mich in der ersten Zeit auch sehr gut abgrenzen können. Aber als ich dann dieses Familienmitglied besucht habe und sein Leid und Elend mit den eigenen Augen sehen konnte, dann verstand ich erst richtig wie es um ihn steht.

Trotzdem lasse ich mich nicht unterdrücken, bin positiv eingestellt und hoffe, dass es gut ausgeht ...

Diese Denkweise nimmt mir meine Angst, auch wenn es nur temporär ist.

LG  

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Ab zum Psychiater/Neurologen. Wenn eine nahestehendes Familienmitglied sehr krank ist, vielleicht auch, quasi, auf Raten stirbt, dann ist dies sehr belastend für alle nahen Anverwandten.

Der Stress macht einfach krank und zehrt an den Kräften und Ressourcen, es ist nicht falsch sich für diese Zeit von einem Psychiater helfen zu lassen, es gibt auch spezielle Gruppen für Angehörige von Schwerkranken etc.

Allerdings muss ich Dir sagen, solltest Du gut aufpassen...Du sagst Du möchtest Medizin studieren...ich bin Ärztin und kann Dir sagen, dass Du beruflich sehr, sehr, sehr viel Leid ertragen können musst. Wenn Du nicht abschalten kannst, wird Dir das über kurz oder lang das Genick im Beruf brechen...!

In diesem Falle ist es ein Familienmitglied, aber wenn Du mal im Beruf stehst könnte es ein Kind sein, ein junger Mensch, wenn Du meinst dass Du da keine Gefühle haben wirst, muss ich Dir sagen, dass der Stress dort alltäglich und immer gegenwärtig ist.

Alles Gute für das kranke Familienmitglied und natürlich Dich!

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