Ich komme auf einen negativen pH-Wert; Wo liegt mein Fehler?

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5 Antworten

Grundsätzlich ist ein negativer pH-Wert nichts ungewöhnliches - er besagt nur, dass die Aktivität der H3O+ größer als 1 mol/l ist.

Aber: In diesem Bereich ist die Aktivität deutlich von der Konzentration verschieden (fast immer kleiner), so dass Deine Rechnerei mehr eine mathematische Fingerübung darstellt als eine Annäherung an die Realität.

Aber: Ein pKs-Wert von x  (bedeutet, dass beim pH-Wert von x genau die Hälfte der Säure dissoziiert ist. (Ergibt sich aus der Definitionsgleichung des pKs). Du bist also weit, weit weg von vollständiger Dissoziation, weshalb Deine Formel pH = - lg(c) nicht anwendbar ist.

Keine Ahnung, ob es für den Fall eine mundgerechte Formel gibt. Wenn nicht, dann:

1. Gleichung: Definition des Ks, hat 3 Unbekannte: [H+] [HAc] [Ac-]

2. Gleichung: [H+] = [Ac+]   da beide nur aus der Dissoziation stammen können

3. Gleichung: [H+] + [HAc] = 1,2 mol/l

Das Problem mit Aktivität ungleich Konzentration ist damit nicht gelöst. Man könnte dafür experimentell ermittelte Aktivitätskoeffizienten nehmen - aber das übersteigt das Mass dessen, was ein Schüler können muss.

Mein Bauch sagt, dass Dein errechneter pH bei etwa +0,4 liegen sollte.

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Ein pKₐ-Wert von 0.66 ist keine starke Säure, sondern eine mittelstarke.

Du mußt also das Massenwirkungsgesetz lösen und darfst dabei nicht die Näherung für schwache Säuren verwenden, sondern mußt es auf eine quadratische Glei­chung runter­brechen. Dabei sei c₀=1.2 mol/l, Deine Nominal­konzentration.

HA + H₂O  ⇌   A⁻ + H₃O⁺

Kₐ = 10⁻⁰·⁶⁶ = c(A⁻)·c(H₃O⁺) / c(HA)

c(A⁻)=c(H₃O⁺), weil die Reaktion beide 1:1 liefert und keine anderen Quellen für die beiden Ionen in Sicht sind. Setzen wir x=c(A⁻)=c(H₃O⁺), dann ist die Gleich­gewichts­konzentration von HA gleich c₀−x.  Also:

K=x²/(c₀−x)

nach x auflösen, logarithmieren, fertig.

Es stellt sich raus, daß der pH=0.41 ist, und 65% der Säure liegen un­dissozi­iert vor: c(HA)=0.785 mol/l, c(A⁻)=c(H₃O⁺)=0.415 mol/l.

Und damit ist klar, warum Dein Ansatz nicht funktioniert hat: Du hattest ja angenommen, daß die Säure vollständig dissoziiert. Und sie ist weit entfernt, das zu tun.

Ein negativer pH-Wert bedeutet nicht unbedingt einen Rechenfehler (was ist mit einer 1.5 mol/l HCl?), sondern kann auch legitim erhalten werden. Aber solche Werte zeigen an, daß Du die Gültigkeit des simplen MWG (mit Konzentrationen statt Aktivitäten) verläßt, und ist deshalb ein Alarmsignal.

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Kommentar von DieChemikerin
29.05.2016, 13:17

Warum rechnet du mit c und nicht mit n, wenn du das MWG anwendet? n≠c! Hier haben wir doch kein Puffersystem, bei dem V vernachlässigt werden kann... c =2n...ich bin verwirrt! Ich wäre nämlich im Nenner auf n-x gekommen!

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Nun, da der pKs-Wert mit etwa 0,5 zwischen 0 und 3 liegt, ist diese Säure stark, 

Korrekt.

d.h., man verwendet die Formel

pH = -log[c(H3O+)]

Nein. Die Formel gibt den pH nur für

sehr

starke Säuren näherungsweise korrekt an.

Deine Salzsäure hat einen pH von unter -1, wenn ich Dir konz. HCl gab.

Bei starken Säuren mußt Du anders rechnen: <https://de.wikipedia.org/wiki/PH-Wert#pH_und_S.C3.A4uren_und_Basen>.

Bitte verabschiede Dich von dem "Wissen", daß der ph zwischen 0 (oder 1) und 14 zu liegen habe.

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Hast alles richtig gerechnet.


Ein negativer pH-Wert ist dahingehend nicht falsch. Hier wird ja nur mit der Konzentration gerechnet.

Für genauere Ergebnisse ist die Protonenaktivität heranzuziehen.

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Kommentar von DieChemikerin
28.05.2016, 20:15

Okay, danke dir! Das beruhigt mich etwas...verstehe trotzdem nicht, warum mein pH-Wert negativ ist. ALso jetzt chemisch betrachtet, mathematisch macht das so Sinn.

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Du hast richtig gerechnet.

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