Ich komme als Stammzellspender für einen Leukämiepatienten Frage und mache mir viele Gedanken, hat hier jemand schon ähnliches erlebt?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi, 

ich habe letztes Jahr gespendet nur wenige Monate nach der Typisierung. Ich drücke dir die Daumen, dass du wirklich passt und helfen kannst. Es gibt verschiedene Länderregelungen wenn es um die Kontaktaufnahme zum Patienten geht. 

Die 2 Jahre Anonymität sind wirklich sehr wichtig, damit z.B. auch der Spender im Todesfall keine zu starke Bindung zum Patienten aufgebaut hat und darunter leidet. Außerdem ist es aber auch wichtig, dass z.B. keine Erpressung bei einer zweiten (zwar sehr selten benötigt) Stammzellspende erfolgen kann..es gibt ja leider immer auch schlechte Menschen. Allerdings erfährt man kurz nach der Spende Alter, Geschlecht und Land des Empfänger umd kann dann anonymisiert Briefe oder Mails schreiben. Informationen darüber bekommst du aber noch bei einer Voruntersuchung, wenn bei dir wirklich alles passt.

Ich habe über die DKMS gespendet, zuerst Knochenmark unter OP und dann das deutlich häufiger angewandte Verfahren der Stammzellapherese, weil bei meiner Empfängerin die Stammzellen nach dem ersten mal nicht ausreichend angewachsen sind. Leider hat meine Empfängerin (ebe falls aus den USA) es aber nicht geschafft.

Wie lange eine Person vor einer Stammzelltransplantation schon leiden muss (und auch danach) ist sehr unterschiedlich. Es werden jedoch häufig alle anderen Therapieformen zuvor ausprobiert, denn eine Stammzelltransplantation birgt extrem hohe Risiken für den Empfänger. Das Immunsystem wird durch Chemos- und/oder Bestrahlung komplett heruntergefahren, damit der Empfänger das des spenders annehmen kann. (Auch die Blutgruppe wird übernommen). Als wäre dies nicht schon genug, weil man in der Zeit jeglichen Keimen schutzlos ausgeliefert ist (daher kommt man in Isolation), kommt es auch sehr oft zu Abstoßung (GvHD). Aber trotz allem ist es die letzte Chance für einen Patienten und ohne die Spende würden sie sterben.

Wenn du Fragen hast, kann ich dir bestimmt weiterhelfen. 

Ein so kranker Mensch kann auch nach so einer Spende sterben. Es braucht auf jeden Fall eine lange Erholungszeit. Eine Stammzelltransplantation ist eine intensive medizinische Behandlung. Der Kranke Mensch muss u.a. eine Hochdosis Chemotherapie über sich ergehen lassen und die ist massiv. Schwere Nebenwirkungen gehören zu so einer Behandlung. Ich kenne, oder ich muss sagen kannte eine Frau im mittleren Alter( zwischen 60-70 Jahren). Die Frau musste das Prozedere erdulden und ist nach all den Qualen gestorben. Die Frau war eine nette stille zurückhaltende Person😂😂Also versuche dich nicht allzu sehr hineinzusteigern sondern hoffe einfach ganz im Stillen für den kranken Menschen auf dass er noch eine zeitlang leben darf.

deshalb also die 2 Jahre "Anonymitätszeit".. Danke für die ausführliche Erklärung. ich hoffe und bete seitdem ununterbrochen. Möge deine alte Bekannte in Frieden ruhen. mein Beileid. ich hoffe es bleibt anderen Patienten erspart.

0

Beruhige dich mal. Das ist an sich keine große Sache. Ich kenne einige Leute, die bereits gespendet haben. Das ist im Grunde wie eine kleine OP oder sie zapfen die die Zellen direkt aus dem Blut ab. Also kein großes Ding. Du solltest nicht zu viele Gedanken an den Patienten verschwenden. Denn Kontakt kannst du erstmal eh nicht haben und je nach Herkunftsland wird das auch nie möglich sein. Außerdem besteht immer noch die Möglichkeit, dass es nicht zur Spende kommt oder der Patient stirbt. Du solltest dich deshalb nicht allzu sehr darauf versteifen. Lenke dich ab und denke an etwas anderes.

Was möchtest Du wissen?