ich kenn mich mit geschichte nich so aus... aber bin ich nach den grundsätzen der aufklärung ein mündiger bürger, wenn ich einseitig informiert bin. oder...?

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7 Antworten

Objektivität ist für den Menschen so gut wie nicht möglich. Denn dies würde das nicht vorhandensein eines Wertesystems wie Moral voraussetzen und keine Prägung durch Umfeld aber auch durch die Wortwahl in Informationsquellen.
Daher: Nein, eine objektive Information ist nicht möglich.

Aber es ist möglich sich möglichst umfassend zu informieren. Dafür reicht aber nicht die Nutzung eines einzigen Mediums und es erfordert gewisse Kompetenzen.

Jede Informationsquelle ist gewollt oder ungewollt tendenziell, das ergibt sich einerseits durch die Informationsaufnahme (also wie ist die Person an die Information gekommen und welche färbung hat diese Quelle, wie sicher ist die Information, was sind vermutungen was fakten etc.) und andererseits durch die Wiedergabe (Wie die Information wiedergegeben wird, Wortwahl, Bildauswahl, Richtung, Einstellung des Weidergebenden zu der Info etc.). Es ist nicht möglich keine instinktive Meinung zu einer aufgenommenen Information zu haben, dafür ist schon die Wahrnehmung im Gehirn schon zu sehr gefiltert.

Daher ist es wichtig sich verschiedene Quellen anzuschauen und so verschiedene Perspektiven zu erhalten um die eigene Meinung zu erweitern, hilfreich ist dabei ggf. Wissen um die grundsätzliche Färbung der Quelle (Umfeld, Einfluß der darauf wirkt, in welchem Kontext steht diese).

Doch ist für die tiefere Meinungsbildung und für das gezielte Informieren und Bewerten eine entwickelte Kompetenz notwendig. Die Kompetenz zum eigenen Denken, Abwägen und weiterentwickeln von Ideen.

Wer es gelernt hat sich selber Gedanken zu einer Thematik zu machen und diese abzuwägen, dabei das aufgenommene gezielt einfließen zu lassen und Schlussfolgerungen zu ziehen, hat die Möglichkeit sich eine weitgehend unabhängige und sebstständige Meinung zu bilden.

Dafür ist auch die Diskussionskompetenz relevant, die Fähigkeit einen Diskurs zu führen ohne dabei die Überzeugung des Gegenübers als Ziel zu haben, sondern den Diskurs als Austausch der Gedanken und Meinungen zu sehen

Wir haben in Deutschland und in Europa nahezu ungefilterten Zugriff auf das Internet, eine riesige Flut an Informationen verschiedener Qualität.

Wer diese Möglichkeit nutzt und die genannten Kompetenzen erwirbt und einsetzt, den kann man als mündig betrachten.

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Das Problem dürften nicht falsche oder fehlende Informationen sein. Es ist der Überfluss aus dem ausgewählt werden muss. Eigenständig kann dies heute kaum jemand leisten. Deshalb gibt es Journalisten, die aus den Informationen auswählen.

Außerdem können viele Menschen nicht zwischen der Meinung und der Nachricht unterscheiden. Bei guten Presseerzeugnissen wird zwischen beiden Teilen getrennt.

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Kommentar von MJ1107
25.10.2016, 10:33

Das was du sagst stimmt aaaber es fehlen natürlich Informationen und es fehelen natürlich auch welche.

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Mündigkeit heißt, sich entscheiden zu können und für die Folgen der Wahl die Verantwortung zu tragen. Ein Mensch, der sich entscheidet, seine Informationen aus der BILD zu beziehen, trifft damit eine mündige Entscheidung, genauso, wie jemand, der seine Informationen aus anderen Quellen zieht oder jemand, der sich überhaupt nicht für das Weltgeschehen interessiert und nur sein eigenes Leben lebt.

Wie Du diese Entscheidung bewertest ist dabei unerheblich.

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Kommentar von mindlessbreit
27.10.2016, 21:33

oO

die antwort ist vollkommen an meiner frage vorbei. weil laut deiner aussage waren die menschen auch mündig vor der aufklärung. sie hätten sich ja einfach anders entscheiden können.

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Mündig im Sinne der aufklärung sind die meisten Bürger Deutschlands und etlicher anderer Länder drumherum keinesfalls. Schon Heine nannte das Volk den großen Lümmel. Damit meinte er, dass dieser mal so und mal so ist, also wankelmütig und von bloßen Augenblicksstimmungen getragen, zumindest aber so beeinflußt.

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Hi,

Wir haben zumindest die Möglichkeit, uns breit gefächert zu informieren. Quellen gibt es viele und auch genug Menschen die Quellen beurteilen können. Die Information muss auch nicht immer objektiv sein. Man selbst kann ja objektiv dran gehen. Ob das jemand tut, wie sich jemand informiert, wie jemand Informationen verarbeitet usw. kann man nicht beeinflussen. Dann müsste man es kontrollieren und das wiederum wäre auch mist ;-)



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Hallo,

wir vertrauen doch letztlich alle auf die gleichen täglichen nachrichten

wer sagt das? Ich z.B. erkenne den täglichen Nachrichten vor allem eines, Propaganda fürs Volk. Insofern kann von vertrauen keine Rede sein.

Gerade wenn man sich z.B. die Verträge der Springerpresse ansieht (Bild, Die Welt, Berliner Morgenpost) wo drin steht wie.

    "Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika."

Welche Objektivität will man sich von so etwas erwarten? Die Antwort ist, keine. Man sollte sich auch nicht der Illusion hingeben das es bei den anderen großen Medienkonzernen anders wäre, wenn diese doch zum Teil in den gleichen Thinktanks sitzen. 

bitte erspart mir das argument, dass jeder freie verfügung zu information hat

Warum sollte man? Im Internet gibt es genug Plattformen auf denen man sich informieren kann und die sehr viel objektiver sind als unsere (nur für Earnest) Mainstreammedien. Das viele diese nicht nutzen ändert nichts daran das es sie gibt. 

Mfg 

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Kommentar von earnest
25.10.2016, 09:21

Schön, dass du mir Aufmerksamkeit widmest.

;-)

Wenn ich mich um die Wahrheitsfindung bemühe, finde ich auch in den von dir so geschmähten angeblichen "Mainstream-Medien" reichlich Futter. 

Ich lese eben nicht nur die Springerpresse.

Ich vertraue allerdings auch nicht blind irgendwelchen obskuren Webseiten, auf denen jeder Hansel seine Weltsicht ausbreiten kann.

Die Vielfalt macht's. Und da hat die deutsche Presse- und Medienlandschaft deutlich mehr zu bieten als grob geschätzt 159 andere Länder.

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Stimmt, ohne eine möglichst objektive Information gibt es keinen mündigen Bürger. 

Die führenden Medien ähneln sich in ihrer Berichterstattung immer mehr, oft wird eine Einheitsmeinung transportiert, ähnliche Feindbilder werden aufgebaut. Sehr problematisch. 

Beispiel: Gestern kam im DLF ein Bericht, der Walloniens Ablehnung von CETA kritisierte. Anschließend kam die Presseschau. Alle vier zitierten Zeitungen kritisierten Wallonien ebenfalls, eine Gegenstimme wurde nicht berücksichtigt. Der Hörer musste den Eindruck bekommen, dass ganz Europa wie ein Mann für CETA sei. Und dies obwohl in vielen Ländern große Teile der Bevölkerung, oft die Mehrheit,  gegen CETA sind. 

Zum Glück gibt es im Netz alternative Quellen. Aber man muss aktiv werden immer kritisch bleiben, auch im Netz, und sich selbst ein Urteil bilden. 

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Kommentar von mindlessbreit
25.10.2016, 05:19

ja du sagst, dass es das im netz gibt, wieviel prozent der leute nutzen "alternative" medien? wie realistisch ist ein wahlergebnis, wenn ich 2 wochen nachdem ich höre, dass unsere politik versagt, immer lauter werdende stimmen höre, dass die führenden politiker gerade in ihren umfragewerten wieder steigen... 

vermutlich verschwöhrungstheorie... entschuldigt, dass ich euch damit behellige

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