Ich kann selbst Kinder bekommen, möchte aber trotzdem gern adoptieren. Habe ich überhaupt Chancen?

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5 Antworten

erst mal ist die Frage, ob es eine Inlands- oder Auslandsadoption sein soll.

Bei Inland würde ich sagen, daß ihr wenig Chancen habt. Es ist einfach so, daß es in Deutschland kaum Kinder gibt, die zur Adoption freigegeben werden - dagegen gibt es viele Paare, die ein Kind adoptieren wollen.

Und die Paare, die adoptieren wollen haben in der Regel einen langen, schmerzhaften Weg hinter sich.

Nur mal als Beispiel, der Fall von mir und meiner Frau: auf normalem Weg kam es zu keiner Schwangerschaft (obwohl wir laut den Ärzten völlig gesund wären). Also künstliche Befruchtung. Bei ca. 10 Versuchen kam es nur zu 4 Fehlgeburten - die letzte war besonders tragisch, da die Schwangerschaft hier am längsten dauerte. 5 Tage vor Heilig Abend hatten wir einen Ultraschall-Termin, bei dem sich zeigte, daß der Fötus nicht weiter gewachsen war. Ein tolles Weihnachtsgeschenk ... Die Ärztin meinte dann, es wäre besser, wenn der Fötus auf natürlichem Weg herauskäme, ohne Ausschabung. Aber dann, am Silverstermorgen hatte meine Frau starke Schmerzen und Krämpfe. Wir sind dann in die Notaufnahme vom Krankenhaus zur Ausschabung ... verständlich, daß wir dann mit dem Thema "leibliche Kinder" abgeschloßen haben.

Und solche Erlebnisse sind kein Einzelfall sondern eher die Regel. Die meisten Paare die adoptieren hätten gerne ein leibliches Kind, das wäre auch der einfachste Weg. Aber oft spricht eben etwas dagegen.

Jetzt stell dir mal vor, du wärst Mitarbeiter beim Jugendamt. Es gibt 2 Paare, die ein Kind adoptieren wollen. Die meisten Sachen wie Verdienst, Wohnung, etc. wären gleich. Der größte Unterschied ist aber: das eine Paar hat bereits zahlreiche Versuche schwanger zu werden hinter sich, das andere Paar nicht. Wem würdest du in so einem Fall eher ein Kind geben?

Dazu kommt noch die Wartezeit. In meinem Landkreis gab es in den letzten 4 Jahren kein Kind, das zur Adoption freigegeben wurden.

Wir bekamen dann aber die Möglichkeit eine Auslandsadoption zu machen (mehr dazu weiter unten).

Bei einer Auslandsadoption sieht die Sache aber ganz anders aus, da hierbei viele Sachen anders sind.

Im Ausland befinden sich viele Kinder in Waisenhäusern und hoffen auf Eltern.

Allerdings ist eine Auslandsadoption ein ganz anderes Kaliber. Bei Inlandsadoptionen werden beispielsweise viele Unterlagen intern verarbeitet. Bei Auslandsadoption muß man Unterlagen wie z. B. Geburtsurkunden, Heiratsurkunden selbst beantragen und sammeln. Außerdem muß man viele Dokumente mehrfach beglaubigen lassen.

Nur mal als Beispiel: man benötigt ein Referenzschreiben von einem Freund. Das muß in Gegenwart eines Notars unterschrieben werden, damit der beglaubigen kann, daß es den Unterzeichnenden wirklich gibt. Anschließend muß man damit zum Landgericht zur Überbeglaubigung. Damit wird bestätigt, daß der Notar auch wirklich ein Notar ist ...

Und von den ganzen Unterlagen mal abgesehen kommt noch ein großer Faktor dazu: das Geld. Für eine Inlandsadoption rechnet man mit ca. 50€ für Porto, Paßbilder, etc. Bei einer Auslandsadoption rechnet man mit ca. 30.000€.  Viele Paare können so eine Summe nur schwer oder gar nicht zusammenbekommen (ohne eine Erbschaft hätten wir es uns auch nicht leisten können). In vielen Ländern der EU übernimmt der Staat einen Teil (bis zu 50%) der Kosten. Aber in Deutschland (und Italien) übernimmt der Staat 0%.

Was bei Auslandsadoption auch noch dazu kommt: je nachdem aus welchem Land man adoptieren will, muß man andere Voraussetzungen erfüllen.

Bei einem Kind aus Rußland muß man vorher schriftlich erklären, daß man über das Risiko von FAS aufgeklärt wurde (Fötales Alkohol Syndrom - wenn die Mutter in der Schwangerschaft säuft kann das Kind eine geistige Beeinträchtigung haben). Bei einem Kind aus Kenia muß man, nachdem man das Kind bekommen hat, noch 9 MONATE dort leben, bevor man mit dem Kind nach Hause reisen kann. 9 Monate in einem fremden Land ist für viele auch nicht so einfach umsetzbar.

Soweit erstmal. Wenn du noch Fragen hast melde dich einfach. Wir sind gerade mitten im Adoptionsverfahren und kennen auch einige Eltern, die bereits ein Kind adoptiert haben.

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Kommentar von SiSei90
23.10.2016, 13:17

Es soll eine Inlandsadoption sein.

Uns ist bewusst, dass es weniger Adoptivkinder als Eltern, die adoptieren wollen, gibt.

Wenn ich Mitarbeiterin beim Jugendamt wäre, würde ich dem Paar ein Kind überlassen, das das Kind um seiner selbst willen adoptieren möchte und nicht dem, das es adoptieren möchte um etwas fehlendes in der Familienplanung zu ersetzen.

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adoptionslisten - gerade für babys - sind lang. ausserdem ist das auswahlverfahren auch nicht ohne. du kannst dich aber einfach mal beim jugendamt erkundigen...

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Ich denke mal, dass ihr gute Voraussetzungen habt. 

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Google:Adoption Bedingungen

Voraussetzungen für die Adoption eines minderjährigen Kindes

.familien-wegweiser.de/wegweiser/stichwortverzeichnis,did=101188.html Adoption

: Voraussetzungen für die

Adoption

eines minderjährigen Kindes. Wer ein Kind

adoptieren

möchte, egal ob im Inland oder im Ausland, muss nach dem

 ...

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Es ist ein langer Weg bis zur Adoption:Wir stehen kurz vor Abschluss des Verfahrens und ich kann dir mal sagen wie es bei uns war.....

1. Mehrere Informations Gespräche um herauszufinden, was in Frage kommt und was nicht

.2. Besuch Eines 2 tägigen adoptionsseminars

3. Mehrere Gespräche im JA bei denen es um Familie, Beruf, Umfeld usw. usw ging

4. Hausbesuch vom JA bei der die Wohnsituation eines evtl. Adoptierten kontrolliert wird

5. Fertigstellung des Sozialberichtes ab dem Zeitpunkt steht man auf der Warteliste

Während dieser Zeit war noch folgendes beizubringen:

Erweitertes Pol. Führungszeugnis, Becheinigung vom Arzt, Gehaltsnachweise, Unmengen von Formularen und all das was ich jetzt noch vergessen habe aufzuzählen.

liebe Grüsse und alles Gute 

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Kommentar von SiSei90
21.10.2016, 13:25

wie lange hat es gedauert bis 5.?

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Kommentar von edmuina
22.10.2016, 09:27

ja klar. richtig. wir waren bei uns im lkr die ersten seit acht jahren. wir persönlich hatten das aussergewöhnliche glück nur etwa 10 monate nach abschluss des bewerber verfahrens als eltern für unseren sohn ausgewählt zu werden. die "liste" wird auch nicht von oben nach unten abgearbeitet. im endeffekt entscheidet das JA im einzelfall

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