Ich kann mich einfach nicht ins Gespräch einbringen. Was kann ich tun?

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9 Antworten

Wenn du dich zurzeit noch 'außen vor' fühlst, dann kann ich das verstehen. Bedenke aber: du bist erst seit ein paar Tagen mit den anderen zusammen, also kann sich noch einiges entwickeln.

  1. Du kannst davon ausgehen, dass irgend wann einmal in einer Pause ein Thema angeschnitten wird, in das du dich einklinken kannst. Ein bisschen Geduld nur.

  2. Unverfängliche Alltagsgeschichten sind am aller einfachsten, um ins Gespräch zu kommen. Am Montag kann man sich immer bei einer Person oder in der Runde an alle gerichtet erkundigen, was die anderen am WE gemacht haben. "Das Wetter war perfekt am WE, da bin ich am See gewesen (auf dem Stadtfest ...). Und ihr?" Wichtig ist nur für den Anfang, dass du nicht gleich ein 'großes Faß' aufmachst.

  3. Pause ist Pause, aber du kannst auch mal etwas anmerken, was dir an eurem Vorgesetzten auffällt, worauf dann jeder seine eigene Meinung von sich geben könnte. Oder eine kurze Geschichte zum Vergleich aus deiner 1. Ausbildung anbringen.

SWerder 22.04.2012, 12:16

Danke und dir viel Erfolg!

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Liebe/r RoflCopterRC359!

Ich kann dir nur einen Text von Kommunikation im Rettungsdienst schreiben...

Grundsätze der Kommunikation Um die richtige bzw. gleiche Wellenlänge zwischen zwei Gesprächspartnern herzustellen, muss sich die Rettungsfachkraft einige Grundsätze der Kommunikation bewusst machen. Bei jeder Kommunikation gibt es zwei Ebenen: eine Inhalts- und eine Beziehungsebene.

Die Inhaltsebene ist geprägt durch Argumente und logische Begriffe. Sie ist rational und „vernünftig“ , beispielweise beim Anamnesegespräch.

Auf der ungleich wichtigeren Beziehungsebene kommt Unbewusstes zum Tragen – Respekt, Sympathie oder Antipathie, das Aussehen, Geruch (man kann den anderen Riechen), der erste Eindruck. Kommunikationsprofi Petra Bauhofer zitiert das „Eibergmodel“ von Siegmund Freud, wonach sich ein Achtel sichtbar, also bewusst und sieben Achtel verdeckt unter Wasseroberfläche, also unbewusst, abspielen. Nächster wichtiger Grundsatz der Kommunikation im Rettungsdienst ist die Bereitschaft des Patienten zu einer Kommunikation. Denn wichtig ist nicht, was der „Sender“ gemeint hat, sondern was beim „Empfänger“ ankommt.

Durchweg alle Patienten sind in einer Extremsituation und damit im Stress. Und nicht nur diese, auch Angehörige, Augenzeugen und andere beteiligte Personen. „In einer Stresssituation werden wir wieder zum Neandertaler und greifen zu niedrigen Hirnregionen“, vergleict Bauhofer. Wenn der Neandertaler dem Säbelzahntiger gegenüber stand, war da keine Zeit mehr zum Überlegen und Argumentieren, da musste gehandelt werden. Und zwar schnell, ohne Nachzudenken.

Der Säbelzahntiger heutiger Zeit heißt Verkehrsunfall, Treppensturz, Herzinfarkt oder Chef. Wer sich im Stress befindet, wer nur noch als Neandertaler denken kann,ist für Argumente nicht zugänglich. Kommunikationstrainerin Brückner sieht eine große Gefahr darin, sich auf dieses Niveau ziehen zu lassen, also zum Neandertaler zu werden. Das wäre dann das Ende jeglicher Kommunikation. Denn im Streit lässt sich keine Beziehungsbene aufbauen. War beim Neandertaler das Leben in Gefahr, so ist im heutigen Alltag mehr das Selbstwertgefühl bedroht. „Erkrankte oder verletzte Patienten haben nur noch ein geringes Selbstwertgefühl“. „Darum ist es die Beziehungsebene gerade bei diesen Patienten so eminent wichtig. Wenn die Beziehungsebene nicht stimmt, kannst Du die Inhaltseben vergessen. Da rauscht der Patient zusätzlich in Richtung Stress, wird also zum Neandertaler“.

Soweit wichtige Grundsätze zur Theorie der Kommunikation, doch wie schaffe ich es, eine gute Beziehungseben herzustellen, damit ich auf der Inhaltsebene Erfolg habe?

„Grundsätzlich ist das Verhältnis Patient zum Rettungsdienst problematisch, weil es meist einseitig ist, der Patient will etwas vom Rettungsassistenten, er ist abhängig.“ Die betroffenen Personen an einem Einsatz sind in einer Ausnahmesituation. „Die sind hilflos wie ein Kind und wollen getröstet werden“. Wenn der Rettungsassistent nun nicht darauf eingeht, fehlt die gemeinsame Sprache. Mit der Folge, dass eine erfolgreiche Kommunikation nicht möglich sein wird. „Erste Hürde ist eine zu große Distanz; im Rettungsdienst liegt der Pat. Bsp. auf dem Boden oder auf dem Bett, bleibt der Rettungsassistent stehen, fühlt sich der liegende Pat. noch kleiner und hilfloser.“ Deshalb sollten die Einsatzkräfte sich auf die gleiche Ebene begeben. Dies heißt: hocken oder Knien.

Kurz und Bündig: Die Beziehungseben

· Beachten Sie den Nahbereich eines Menschen (in unserem Kulturkreis ca. eine Armlänge). · Begrüßen Sie den Patienten, stellen Sie sich vor. · Gehen Sie auf gleiche Ebene mit dem gesprächspartner. Bleiben Sie nicht vor dem bett stehen, setzen oder hocken Sie sich hin. · Sprechen Sie ungefähr das gleiche Sprachniveau wie Ihr Patient (also Hochdeutsch oder Dialekt). · Lächeln ist das Zeichen, das überall auf der Welt als positiv verstanden wird. · Beachten Sie, wenn möglich, kulturelle Besonderheiten. Fragen Sie bei Unsicherheit. · Fragen bzw. informieren Sie den Patienten bei allen Maßnahmen. · Suchen Sie Augenkontakt, bei ängstlichen Patienten auch Körperkontakt mit der hand.

2teil folgt

asystolie 04.09.2011, 14:18

Kurz und Bündig: Die Inhaltsebene

· Stellen Sie Fragen. Wer fragt, führt Gespräch. · Stellen Sie offene Fragen, wenn Sie ins Gespräch kommen wollen. · Wollen Sie das Gespräch beenden, stellen Sie geschlossene Fragen, die der Patient mit ja oder nein beantworten kann. · Blockt der Patient das Gespräch, dann stellen Sie geschlossene Fragen. · Wiederholen Sie die Aussagen des Pateinten und fassen Sie sie zusammen „spiegeln“) · Seien Sie vorsichtig mit symbolischen Handbewegungen; die Bedeutungen kann je nach Kulturkreis unterschiedlich sein. · Die Wahrheit des Pateinten ist in erster Linie auch Ihre Wahrheit; wenn die Kommunikationsebenen stimmen, wird die Wahrheit rauskommen. · Ignorieren Sie Beleidigungen oder Beschimpfungen.

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Hi, das Problem kenne ich. Ein guter Tipp ist, bei einem Thema gut zuzuhören, das vielleicht mehrere Tage hintereinander z. b. in der Kantine besprochen wird und sich darüber zu informieren. Oder du stellst Fragen zu einem Thema über das die anderen Reden, auch wenn es dich nicht die Bohne interessiert. Muss ja nur nach Interesse ausschauen!

warte mal ab, ich meine du bist erst eine Woche dort. Das kommt schon noch. Ich hatte es am Anfang auch schwer in meinem Betrieb. Aber mit der Zeit kommt man da rein, man findet gemeinsamkeiten und die Gespräche entwickeln sich Automatisch.

Versuche doch erst mal mit einem Thema das dich in letzter zeit bescheftigt anzufangen und finde heraus was für gemeinsam keiten ihr habt. Lg Eli

RolflCopterRC359,

du bist in der Ausbildung, da kommen viele neue Informationen auf einen zu. Da hat man normalerweise den Kopf voll und will vielleicht in der Pause auch einfach mal abschalten?

Natürlich verstehe ich es, daß junge Leute noch inensiver das Bedürfnis nach sozialen Kontakten haben. Aber es kann durchaus sein, daß dir in der Pause mehr danach ist, einfach abzuschalten.

Normalerweise hat man auch viele Fragen in der Ausbildung. Weshalb stellst du die nicht in der Runde der Azubis? Manchen Menschen fällt es schwer, Small-Talk zu halten. Dann suche dir doch die Themen, die dir liegen und laß dich nicht hauptsächlich von den anderen  bestimmen.

also Schweigen ist nicht förderlich, einfach Dinge zu Themen sagen, die einem geläufig sind.LG

Schon Deinen Einstand mit den Jungs gefeiert? Vielleicht klappt's danach besser...

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