Ich kann das trinken nicht lassen was tun?

9 Antworten

ich denke ich bin kein Alkoholiker da ich manchmal auch ein paar Tage nichts trinke

Du denkst nicht, du redest dir was ein!

Dass du "manchmal ein paar Tage" ohne Alkohol klarkommst, beweist, dass dein "jedes Wochenende" vermutlich auch schon schöngeredet ist.

Genau wie die "paar Bier", nach denen du dich "schlafenlegen" musst.

Ansonsten bedeutet es höchstens, dass du (noch?) nicht (stark?) körperlich abhängig bist. Das Dumme daran: der körperliche Entzug dauert auch beim schwersten Alkoholiker nur ein paar Wochen - die "echte Sucht" sitzt leider im Kopf!

Und hat dich voll im Griff.

Geh mal in eine Selbsthilfegruppe und hör dir an, was die Leute dort zu sagen haben. Mach dir klar, dass du noch die Chance hast, "einfach" aufzuhören - ohne zitternde Hände, Krampfanfälle, Stimmen hören usw. Ohne Ärzte, Krankenhaus, Psychiatrie.

Dass du noch nicht deinen Führerschein, deine Freunde, deinen Job, deine Wohnung verloren hast. Dass dich noch keiner als hoffnungslosen Fall abgestempelt hat.

Willst du warten, bis du alleine nicht mehr rauskommst? Zieh die Notbremse, solange du noch kannst!

Was du tun sollst? Das kommt ganz drauf an, was du erreichen willst.

Wenn dir am Trinken sehr viel liegt, dann musst du so weitermachen, wie bisher. Entweder es geht, oder du erkennst und akzeptierst, dass du abhängig bist.

Die Tatsache, dass du Trinkpausen einlegst, um dir zu beweisen, dass du nicht abhängig bist, beweist eher das Gegenteil :-).

Wenn du glaubst (fürchten tust du es schon und hast Angst vor den Konsequenzen), dass du abhängig bist, kannst du zu den Anonymen Alkoholikern gehgen (da bin ich seit über 29 Jahren). Die gibt es real und auch im Internet.

<anonyme-alkoholiker.de>

Auf der Homepage dort gibt es auch einen Fragebogen "Bin ich Alkoholiker".

Musst du halt ein bisschen suchen.


"Ich kann das Trinken nicht lassen" und

"Ich bin kein Alkoholiker" schließen sich gegenseitig aus.

Versuch mal einige der Selbst-Tests, die hier angeboten werden:

https://www.google.de/search?q=alkoholiker%2C+selbsttest&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b&gfe_rd=cr&ei=V2ExWLr-IYze8gf-tKXYBA

Verharmlosung und Leugnung des Problems (ich bin kein Alkoholiker) gehören mit zum Krankheitsbild und sind absolut typisch.

Nicht typisch und deine riesengroße Chance nicht in einen Abwärts-Kreislauf zu geraten ist deine wache Erkenntnis und das Bewusstsein, dass ein Problem vorliegen könnte! Hut ab! Dazu gehört einiges, glaube ich.

Es erweist sich immer wieder, dass man es allein so gut wie nie schaffen kann, es in den Griff zu bekommen. Du könntest du den anonymen Alkoholikern Kontakt aufnehmen, um dort sehr menschlich und hilfreich Tipps zur Prävention zu bekommen.

Es könnte auch helfen, den Hausarzt darauf anzusprechen und eventuell eine Kur bekommen, zur Bewältigung und zum dauerhafen Umgang mit dem Problem. Man bekommt auch Millionen Tipps für den Alltag und übt Strategien ein - geht eventuell auch Ursachen und Mechanismen auf den Grund.

Ganz allein ist es kaum zu schaffen, etwas an den Gewohnheiten zu ändern. Jedenfalls nicht zum Guten...

Viel Glück und weiterhin viel Power dafür, dranzubleiben!

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