Ich kann das nicht mehr. hat jemand rat?

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4 Antworten

Es gehört zur Erkrankung Deiner Mutter uneinsichtig zu sein. Du lässt Dich aktuell von einer Dir sehr wichtigen Person ärgern die zwar scheinbar mit Dir zusammen lebt, deren Bewusstsein sich aber mindestens auf dem Mond befindet. Bildlich dargestellt.

An Eurer Stelle würde ich zur nächsten Beratungsstelle der Landesstelle für Suchtgefahren gehen. Manche von ihnen bieten sehr gute Kurse für Angehörige an. Wenn irgend möglich nehmt daran teil. Für Euch und nur für Euch. Dann lasst Euch unbedingt Adressen von Selbsthilfegruppen geben. Es gibt viele die sich auch um die Angehörigen von Suchtkranken kümmern. Das Blaue Kreuz arbeitet vor allen Dingen mit der Fachwelt zusammen, die Guttempler sind die älteste Selbsthilfe welche von Anfang an auch die Familie mit beachtete. Es gibt noch viele weitere Gemeinschaften von Selbsthilfegruppen. Welche genau vor Ort aktiv sind weiß die Beratungsstelle. Geht da für Euch regelmäßig hin. Ob dann Deine Therapie die für Dich richtige ist können die Menschen in mancher dieser Gruppen besser beurteilen als wir.

Du liebst Deine Mutter. Und sie ent-täuscht Dich täglich. Du bist also täglich einer Täuschung erlegen. Deine Täuschung besteht darin dass Du die Selbstlüge dieser Erkrankung nicht kennst. Deine Mutter geht morgens ganz ehrlich davon aus dass sie mittags mit Euch gemeinsam Etwas unternimmt. Was dann mit ihr geschieht ist Außenstehenden schwer zu vermitteln. Der Affe der sich Saufdruck nennt übernimmt die Kontrolle über ihr Leben. Er verschließt ihren Verstand. Er steuert ihr Handeln.

Du kommst nachhause und der Affe liegt da und antwortet Dir. Das ist nicht Deine Mutter. Das ist ihre Erkrankung.

Nein. Es macht keinen Sinn auf uns einzureden, uns Vorwürfe zu machen. Es macht Sinn uns dann zu ignorieren, nicht ernst zu nehmen. Es macht Sinn uns aus dem eigenen Leben auszuschließen.

Morgens hört Deine Mutter zu? Dann sage ihr morgens dass sie Dich mit jedem Schluck Alkohol verlässt. Dich mit jedem Schluck Alkohol im Stich lässt. Dich mit jedem Schluck Alkohol verrät.

Diskutiere nicht mit ihr darüber. Bestehe darauf dass es genau so ist. Es gibt keine Diskussionsgrundlage.

Wenn sie diesen Zustand verändern will bewegst sie ihren versoffenen Hintern selbst für sich zur Suchtberatung. Genau so.

Ich bin Alkoholikerin, seit Jahrzehnten trocken. Genau so.

Nein. Deine Therapeutin ist für Dich zuständig und absolut NICHT für die Krankheit Deiner Mutter.

Nein. Das Jugendamt geht für Deine Mutter ganz gewiss nicht zur Beratung und schon gar nicht in den notwendigen Entzug. Das Jugendamt kann Deiner Mutter ebenso wenig wie Deine Therapeutin Einsicht vermitteln. DU kannst das wie beschrieben. DU bist 16. Damit alt genug eigene Entscheidungen zu treffen, selbst zu handeln. Denn Du bist in jenem Alter in dem es zu unseren Aufgaben gehört sich genau darin zu üben. Eigene Entscheidungen treffen, sich abgrenzen, berechtigte Forderungen an die Umwelt stellen. Wie es Dir damit geht bespreche in Therapie. Dafür ist sie da.

ich danke dir vielmals für diese wundervolle, ausführliche antwort!

ich werde das am wochenende nach dem frühstück direkt einmal so sagen, wie du es beschrieben hast. jetzt weiß ich auch, was wir mit den bisher erfolglos geführten gesprächen falsch gemacht haben, es war immer eine ins nichts führende, endlose diskussion.

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@KleineHimbeere

Bitte rechne unbedingt nicht mit einer verständigen Reaktion von ihr. Wir können bestenfalls mit einem kleinen Teil eines Fußes hier auf Erden sein sind wir nicht durch den durchaus anstrengenden Entzug gegangen. Es besteht eben nur die Chance, wenn sie nicht angefangen hat sich für diesen Tag volllaufen zu lassen, sie zu erreichen.

Ich schreibe Dir ein Beispiel:

Da war jene Familie die dem Alkoholilker schon auf die unterschiedlichste Weise seit Jahren erklärt hatte er sei behandlungsbedürftig. Vergebens. Dann ist einfach die Ehefrau regelmäßig in eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gegangen. Diese trifft sich an einem Ort der umzingelt ist von Hurenhäusern. Nun ging die Frau regelmäßig da hin. Wenn er nachfragte wo sie denn hingehe bekam er irgendwelche Lügen vorgetischt. Schließlich verfolgte er sie. Er sah dass sie regelmäßig in ein Haus ging. Er sah da alle möglichen Gestalten etwa zur gleichen Zeit hingehen. War schon komisch. Machten die da wöchentlich eine perfide Art von Gruppensex? Und wie die aussahen!!!! Menschen in feinen Anzügen und Kleidern mit wertvollem Schmuck behangen, andere die offentlich nahe an der Gosse lebten und so fort. Da umarmten sich für ihn wildfremde Menschen! Unerhört! Und dann auch noch Frauen untereinander, Männer untereinander! Nee! Da musste er seine Frau raus holen! Gesagt, getan. Er ging da rein. Zeitgleich mit den Angehörigen treffen sich da auch die Betroffenen. Er traf auf Seinesgleichen. Das konnte er natürlich nicht mitbekommen. Aber wir sind durchaus fähig uns gegenseitig den Beweis zu erbringen. Wenn wir nicht in der besoffenen Sülze der falschen Rücksichtnahme schwimmen können wir einander erreichen. Wir können einander vermitteln dass es möglich ist diese chronische Erkrankung zum Stillstand zu bringen, dass es sich lohnt trotz der auch miesesten Lebensumstände. Wir können einander die Watte aus den Ohren nehmen damit wir voneinander erfahren auch andere Menschen haben oft anstrengende und äußerst unangenehme Aufgaben im Leben zu bewältigen.

Du kannst Das nicht und kein Arzt. Der Knabe wäre ihr auch nie gefolgt hätte sie ihm die Wahrheit gesagt. Er hätte ihr schlicht verboten hinzugehen. Sowas ist in deutschen Ehen durchaus oft möglich.

Fordere sie also ein Mal deutlich auf sich um ihre Erkrankung selbst zu kümmern und lasse sie dann. Gehe Deinen Weg, lade Geschwister und Verwandtschaft ein es genauso zu machen.

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Wenn deine mama jeden tag betrunken ist und ohne alkohol nicht mehr kann, dann ist sie süchtig danach. Alkoholiker und andere suchtpatienten geben ihre sucht nie zu. Das heist, du musst leider die sache in die hand nehmen, sprich mit einem therapeuten darüber und zerre deine mama dort hin. Von alleine wird sie ihr problem nicht erkennen, so wie es aussieht hat sie einfach keine lust mehr auf ihr leben. Mach mal das gleiche wie sie und frag sie, ob du auch so enden sollst. Vielleicht bewirkt das etwas bei ihr. Viel glück

Dankeschön.

ich werde meine therapeutin definitiv nochmal darauf ansprechen, dass unbedingt etwas passieren muss.

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Der Antwort von dawala kann man eigentlich nix mehr hinzufügen. Aber vielleicht findest Du ja auf der Seite von www.a-connect.de ja auch noch einige Hinweise/Tipps/Hintergründe. Z.Bsp. in den Rubriken "Alkoholkrank", "Angehörige" und "Hilfen".

Viele Alkoholiker sehen zwar, dass sie ihre Umwelt, ihre Familie etc. zerstören, kommen aber nicht alleine von der Sucht los. Die meisten brauchen erst ihren eigenen, persönlichen Tiefpunkt, um endlich einzusehen und sich auch einzugestehen, dass sie SÜCHTIG sind und Hilfe brauchen - um sie dann hoffentlich auch anzunehmen. Ich weiss - leider aus eigener Erfahrung - wovon ich rede. Aber ich habe es vor nunmehr 6 Jahren (bis heute) geschafft ... und so soll es bleiben.

geh zum Psychologen oder sprich mit vertrauten geh zum Jugendamt und lass dir helfen viel glück

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