Ich höre sehr oft Sätze die mit gehabt enden und frage mich immer ob die grammatikalisch richtig sind ..:)?

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5 Antworten

Im  „ Zwiebelfisch („Das Ultra-Perfekt“, 26.05.2004) ist das „doppelte Perfekt“ attackiert worden, aber es ist nicht wirklich etwas Neumodisches, sondern schon einige Jahrhunderte alt. Als  Standardsprache ist jedoch nicht akzeptiert worden und ist Umgangssprache geblieben,  obwohl es auch bei bedeutenden Schriftstellern aus sehr verschiedenen Gebieten des dt. Sprachgebietes wie Günter Grass, Christa Ludwig, Hermann Broch oder Thomas Bernhard vorkommt. Im Süden, wo die beiden Letzteren herstammen, dürfte es auch entstanden sein, da dort  im „Oberdeutschen“ das Plusquamperfekt praktisch nie wirklich existierte, also ist eine andere Zeitform, eben dieses „doppelte Perfekt"  oder „Ultra-Perfekt" gebildet worden, und zwar nicht nur dein „haben gehabt“, sondern auch ein „sind gewesen“ („Da sind früher schöne  Bäume gestanden gewesen“).

Was den Schulgebrauch anlangt: besser nicht!

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Kommentar von Koschutnig
13.11.2015, 19:22

edit: Als  Standardsprache ist es  jedoch... 

"Das Ultra-Perfekt“, DER SPIEGEL v. 26.05.2004)

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Haha, nein. Das ist nur eine umgangssprachliche Form der Vergangenheit. Damit betonst du nur noch einmal, dass das Geschehen schon vorbei ist.

Die einzigen richtigen Zeiten im Deutschen sind das Präteritum (Ich ging zur Schule), das Perfekt (Ich bin gegangen) und das Plusquamperfekt (Ich war gegangen). Das Plusquamperfekt wird meistens in Sätzen mit "nachdem" verwendet, sonst wird es kaum benutzt. Ob man das Perfekt oder das Präterium benutzt, hängt sehr stark von der Region ab. 

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Also wenn der Satz so endet, ist es wie ein Perfekt, der aber irgendwie den Sinn eines Plusquamperfekt hat. Ich weiss zwar nicht ob es grammatikalisch stimmt, doch es tönt viel schöner wenn man sagt habe gekümmert, oder hatte gekümmert.

Ich habe gehabt kann zwar auch gesagt werden, so ist es aber ein normaler Perfekt.

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Mal ein anderes Bsp. aus dem Süden:

Ein Berliner fragt auf dem Viktualien-Markt nach "neuen Kartoffeln!" Die Verkäuferin antwortet:

"Naa, koaane Ardäppfälll ham' mer fei net."

Das Naa steht erstmal zur Info, danach betont sie die Wichtigkeit dieses Naas. Kommt noch mal kurz auf den Gegenstand der Frage zurück und interpretiert und verifitiert die Kartoffel mit einem teritoralen Ausdruck. Statt des üblichen meist anglesischen SPO (Subjekt Prädikat Objekt) erregt sie mit ÜYxD die Aufmerksamkeit des Touristen um kurz nach dem egozentrischen Pronomen (mer --> ich/wir/meineFamilie/meinDorf/Bayern)das absolute Kringel zu setzen: Dieses urtübische "fei"! Es ist ein gesprochenes Ausrufe-Zeichen mitten im Satz. Ähnliches ist nur in Spananien bekannt, da wierden Ausrufe und Fragezeichen am Anfang eines Satzes auf den Kopf gestellt.

Sagen wir mal so, mittlerweile ist es in Deutschland ziemlich egak wie man Photograph, Fotograf, Fotograph schreibt...

Die Grammatik... für was für wen?

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Kommentar von Fellpopo
13.11.2015, 19:14

Wer sich aber an **keine** der grammatikalischen Regeln hält, wird entweder nicht verstanden oder das Entstehen von Missverständissen wird erheblich erhöht. 

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Immer, wenn ich so etwas hörte, haben sich meine Nackenhaare gekräuselt gehabt.

Es ist nicht nur Grammatikalisch falsch sondern auch noch Körperverletzung. Ich bekomme dann immer so leichte Zuckungen.

Ja, unsere Sprache hat sich nicht gerade zum Besten gewandelt.
Ich wundere mich auch schon seit langem, daß es auch immer mehr Menschen gibt, die so gar "keine Ahnung" haben. Jeder zweite Satz endet mit ............bla bla bla bla... ja......eh.......keine Ahnung. Und dann bin ich dahin gegangen und dann.............. eh......ja......keine Ahnung.

Was ich aber am aller..........aller.............allerschlimmsten finde, ist, wenn jemand sagt:

"und dann hab ich zu den gesagt................."

Und noch zur Abrundung: ............weil der mich ganz doll lieben tut.........

So, jetzt hab ich abber genug geschrieben gehabt.

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