Ich hasse Politik?

14 Antworten

Du redest als wäre Politik etwas grundsätzlich schlechtes, das die Menschen aktiv konstruiert haben und aufrecht erhalten. Tatsächlich ist Politik ein Überbegriff für Interaktionen des Volkes mit dem Staat, von Regierungen und Verbänden untereinander, dominanten Sozialdynamiken etc. Das wird es immer geben - entweder das, oder wir machen einen auf Nordkorea wo das Volk grundsätzlich nicht mitredet. Wenn dir der aktuelle Gang der Politik oder gewisse Mechanismen der Politik missfallen, hast du zwei Möglichkeiten - ignorieren oder diskutieren. Ggf. sogar Aktivismus. Ein Neuanfang wie du sagst ist nicht möglich, schlicht deshalb, weil die Realität auf früheren Entwicklungen und Entscheidungen beruht, die du nicht einfach annullieren kannst, auch der Staat kann das nicht. Bliebe auch noch zu definieren, was du mit "Neuanfang" im Gegensatz zum "jetzigen Mist" meinst.

Wenn nicht mehr mit einander geredet wird, dann hat man eine Diktatur. Dann sagt einer wo es lang geht und alle anderen müssen den Mund halten, egal wie sehr es ihnen stinkt was dieser Diktator entscheidet. Wenn das deine Vorstellung von einer guten Politik ist, dann solltest du in die Türkei gehen oder nach Nordkorea.

Das Wesen einer Demokratie ist der Streit. Im Streit mit Worten kristallisiert sich die Meinung der Mehrheit heraus und wenn die Handlungen der Regierung mal nicht den Willen der Wähler erfüllen, dann bekommt sie bei der nächsten Wahl dafür die Quittung.

Diese ständigen Wahlen, dieser ständige Wechsel der Regierung verhindert einen gewaltsamen Aufstand der Bevölkerung. Denn einen Diktator wird man nur dann wieder los, wenn man unter Einsatz des eigenen Lebens gewaltsam gegen ihn vorgeht.

Do Frage wäre was denn neues anfangen? Was wäre die alternative?

Politik wird es immer geben. Weil irgendwie müssen wir uns organisieren um vernünftig leben zu können.

Einfach die Regierung zu stürzen und keinen plan zu haben ist meist nicht gut.

Un die Geschichte hat gezeigt das die die die Regierung stürzen dann öfter mal für noch mehr Unruhe sorgen weil sie keine wirkliche Ahnung haben ein Land zu führen. Oder von macht korrumpiert werden.

Also: was ist deine alternative die du einsetzen willst?

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Aus interesse

Den Menschen in den nächsten Generationen zur Nächstenakzeptanz erziehen. Das erspart viele zwischenmenschliche Probleme und Straftaten.

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@tbs36

Und dann wird in der Politik weniger geschwafelt?

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@FouLou

Wenn man die Bildung verbessert und die Leute nicht mehr so schnell darauf reinfallen. Erzählen soll man, aber nicht so hochtrabend.

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@tbs36

Persönliche Erziehung kann und darf der Staat gar nicht steuern. Und wir sollten froh drüber sein.

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@Andracus

Doch! Natürlich ist das sinnvoll. Man muss wegkommen von unserem politischen System und was ganz Neues erfinden. Und ist Schule keine persönliche Erziehung? Wenn man den Menschen zu Harmonie, Selbst- und Nächstenakzeptanz erzieht, hat man doch weniger Probleme. Aber darüber denkt wieder keiner nach, weil man ja dann denkt, dass es eine Diktatur ist, was natürlich Blödsinn ist. Deswegen hasse ich die Politik. Außerdem leben wir in einem Polizeistaat, weil es eine Polizei gibt ;) Aber naja, Politiker können eh nicht logisch denken.

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@tbs36

Der Begriff polizei Staat hat eine andere Bedeutung als nur Staat mit Polizei.

Eher ein Staat welcher mithilfe einer Polizei die Bürger so versucht unter Kontrolle zu halten das der Staat sehr sehr viel von ihrem leben bestimmt.

Also soll es dann keine Demokratie mehr geben?

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@tbs36

Wenn wir die Polizei nicht hätten, sähen wir auch alt aus. Dass an der Schule keine sozialen Werte vermittelt werden, wäre mir neu. Und nein. Ich wäre entschieden dagegen, dass mir der Staat für daheim ein Protokoll mitgibt, nach dem ich mein Kind erziehen, bilden und maßregeln soll. Wäre dass etwa keine Politik? Denkst du wirklich, die Regierung die "nicht logisch denken kann", wäre in der Lage, dafür sinnvolle Konzepte zu entwickeln? Was, wenn ich nicht die Ideologie der Regierung teile? Nee danke.

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@Andracus

Nicht du erzieht dein Kind, sondern das wird in Pflichtclubs übermittelt. Und nur das Grundlegende, um mit anderen Menschen gut zurechtzukommen. Also damit zurecht kommen, was schon im Gesetz steht wie das man nicht morden darf etc. Wenn man das nur über das Gesetz regelt, gibt es den Nachteil, dass man sich zwar daran hält, aber viele das eben nur tun, weil sie müssen, nicht weil sie ihren Nächsten akzeptieren.

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@tbs36

Du willst mir also allen Ernstes sagen, dass du nicht glaubst, dass man in der Schule eigenständiges Moraldenken, Antirassismus und dergleichen beigebracht bekommt? Wann warst du denn da das letzte mal?

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@Andracus

Die Schule ist mehr für fachliches Wissen (Naturwissenschaft etc) da, und das ist auch gut so. Sozialkompetenzen müssen außerhalb in Clubs aktiver sowohl für Kinder als auch Erwachsene der nächsten Generation gelehrt werden, weil es die Familien nicht mehr richtig bringen.

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@tbs36

Das ist keine konkrete Antwort auf meine Frage. Mal wieder. Dass es die Familien nicht mehr bringen - gut, da gibt es eine Tendenz. Dass Schulen nicht hoch sensibel für soziale Schwierigkeiten sind, stimmt nicht. Im Gegenteil. Mittlerweile muss man ja alles und jeden einfach hinnehmen. Es gibt trotzdem noch Probleme, ja. Und warum? Ganz einfach: Weil kein Staat, kein Gesetz, nichts einem frei denkenden Menschen verbieten kann, Mist zu bauen. Damit es null Mord, null Diebstahl, null Beleidigung in einem Land gibt, musst du dort ausnahmslos alle anleinen und knebeln. Das Gesetz kann Menschlichkeit nicht ausradieren.

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@Andracus

Über Gesetzte kann man das eh nicht tun. Wenn man aber egal in welchem Alter sich nachmittags in Gruppen zusammenschließt, dort wird diskutiert, zusammen Ausflüge gemacht und man lernt, den Menschen trotz Eigenheiten zu schätzen. Die Gruppen finden sich aller paar Male neu. Ein Leiter beaufsichtigt, dass alles gut geht. Dass das anstrengend wegen Arbeitszeiten usw. wird, stimmt. Da muss man bei solchen aufkommenden Problemen nach Lösungen suchen.

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@Andracus

Über Gesetzte kann man das eh nicht tun. Man trifft sich nachmittags - egal ob als Kind oder Erwachsener - in Gruppen, die von einem Pädagogen geleitet werden. Dort diskutiert man, macht Ausflüge und lernt die Menschen trotz Eigenheiten schätzen. Diese Gruppen sind dynamisch und werden aller paar Male neu zusammengewürfelt. Dass es mit den Arbeitszeiten Probleme geben wird, stimmt. Da muss man einfach nach Möglichkeiten suchen, es dennoch durchzuziehen. Außerdem lebt man nicht, um zu arbeiten, sondern man arbeitet, um zu leben. ;)

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@tbs36

Würdest du die Leute gesetzlich zu solchen Treffen verpflichten oder würdest du drauf hoffen, dass alle freiwillig hingehen?

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@Andracus

Gesetzlich, sonst bringts ja nix.

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@tbs36

Und wo bleibt da die Kindheit? Sachen wie freundschaftsbildung etc? Besonders wenn die Gruppen jedesmal neu gewürfelt werden.

Asserdem sind die Gruppen voller angepisster kids die da Überhaupt nicht sein wollen. Das bringt es wunderbar für die Gesellschaft.

Und irgendwie klingt das ganze nach christlicher jugendfreizeit Oo. Ist aber nur mein Eindruck.

Aber OK. Ja Eltern müssen wieder mehr Verantwortung über nehmen. Aber nicht in dem sie gezwungen werden ihre kids noch mehr in irgendwelche Institutionen abschieben.

Die letzten zwangsinstitutionen dieser Art waren die Hitlerjugend und die FDJ. Waren auch "pflichtveranstaltungen"

Solche Sachen sind wenn sie vom Staat geleitet werden prädestiniert für indroktrination und Propaganda.

Dennoch scheinst du weiterhin die Frage der Politik zu umschiffen.

Als nochmal: was soll die alternative zur jetzigen Demokratie werden? Wenn wir es neu aufziehen brauchen wir ein.entsprechendes Konzept. Kinder gut erziehen tangiert das zwar aber hat mit Regierung 0 zu tun.

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@FouLou

Das sagte ich doch davor. Probleme wird es immer geben bei einer neuen Idee. Man muss diese Probleme dann versuchen, zu beheben. Freundschaftsbildung gibts doch auch, z.B. in der Schule!

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@Andracus

Das sagte ich doch davor. Probleme wird es immer geben bei einer neuen Idee. Man muss diese Probleme dann versuchen, zu beheben. Freundschaftsbildung gibts doch auch, z.B. in der Schule!

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@tbs36

Du verwirrst mich. Zuerst sagst du, die Kinder sollen in Pflichtclubs erzogen werden. Dann sagst du, das gesetz kann eh nichts ändern. Dann sagst du wieder, das Gesetz muss die leute verpflichten, Zeit miteinander totzuschlagen (was übrigens völlig gegen die Menschenrechte geht. Du kannst Leute, die sich keiner Straftat schuldig gemacht haben, nicht zwingen, sich an einem bestimmten Ort aufzuhalten). Außerdem sagst du, in den Schulen wird ungenügend bis gar nichts getan, um Beziehung und Menschlichkeit zu fördern. Um diese gesetzliche pflichtfreundschaft zu rechtfertigen, sagst du mir jetzt, an Schulen gäbe es schließlich auch natürliche Freundschaften, weshalb das also kein Problem sein dürfte. Nur damit ich dich richtig versteh, korrigier mich, wenn ich was falsch wiedergebe

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@FouLou

Und die HJ hat allerdings zu Krieg erzogen, also alles Andere als Nächstenakzeptanz. Es kommt eben darauf an, zu was man erzieht. Und als Mensch muss man sich eh daran halten, dass man zB. nicht morden darf, weil es im Gesetz steht. Viele morden aber nur genau deswegen nicht, weil es im Gesetz steht. Und das ist krank! Wenn man sowas über Indoktrination gelehrt bekommt, gibt es auch weniger (nicht keine!) Straftaten! Und ich bin auch für Demokratie. Alleine dafür, dass in diesen Clubs diskutiert wird (es sogar erwünscht ist), zeigt dass es keine Diktatur ist. Und mit einer guten Bildung würde man es auch schaffen, dass man die Medien skeptisch betrachtet und nicht alles glaubt, sich ein eigenes Bild macht, was stimmen kann.

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@Andracus

Du gibst so ziemlich alles falsch wieder. Jeder (ob Kinder oder Erwachsene der nächsten Generation, weil man heutige Erwachsene nicht umerziehen kann) werden in Pflichtclubs erzogen. Zeit miteinander totschlagen ist es nicht, sonst würde es auch bedeuten, dass man in der Schule die Zeit miteinander totschlägt, weil es eben auch Pflicht ist und das ist auch gut so. Die Leute haben keine Straftat begangen, sondern man will sie durch Erziehung von vornherein abhalten, Straftaten zu begehen. In den Schulen sollen die Lehrer Fachwissen wie Naturwissenschaften, Sprachen lehren. In den Pausen schließen sich natürlich auch Freundschaften.

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@tbs36

Viele morden nicht weil es das Gesetz so will.

Dem Stimme ich nicht zu. Die meisten morden nicht weil sie nicht morden wollen.

Als noch einmal:

Wir setzten jetzt die Politik auf 0 zurück. Wir haben keine Regierung. Was würdest du nun in diese leere stelle einsetzen? Das ist mir hier immer noch nicht klar.

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@tbs36

Dann begründe mir bitte, was genau ich falsch wiedergebe. Du kannst doch ein Pflichtseminar für soziale Erziehung nicht mit den Beziehungen gleichsetzen, die an der Schule entstehen. Niemanden wird man je zwingen können, einen anderen Menschen zu mögen. Man kann ihn zwingen, seine Existenz zu tolerieren. Das macht das Gesetz jetzt schon. Aber Leuten, die wirklich morden wollen, um das Extrembeispiel nochmal heranzuführen, wirst du das nicht aberziehen können.

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@Andracus

Es gibt leider genug Menschen, die morden, rauben etc und wenn es dafür keine Gesetze gäbe, wären die Mordfälle definitiv höher. Kann mir keiner erzählen, dass es nicht so wäre.

Wenn man die Leute von Beginn auf dazu erzieht, nicht zu morden, dann werden die Straftaten auch geringer. Aberziehen habe ich ja auch gesagt, dass das nicht klappt. Siehe hier: "Jeder (ob Kinder oder Erwachsene der nächsten Generation, weil man heutige Erwachsene nicht umerziehen kann) werden in Pflichtclubs erzogen."

Das heißt, diese Idee ist für die nächste Generation, nicht für unsere, da man eben nicht mehr aberziehen kann.

Das Pflichtseminar dient einfach nur, um sich mit den Menschen zu unterhalten, ihnen zu zeigen, wie man ist und man lernt kennen, dass jeder Mensch etwas Besonderes an sich hat. Das bringt die Menschen näher!

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"Warum kann man bei der Politik nicht einfach komplett in jeden Grundsätzen neuanfangen?"

Was heißt das genau? Nur "irgendwie alles neu" ist mir zu nebulös.

Auch in der Politik wird es weiterhin "menscheln", solange man keine Roboter wählt. Man kann also bei den Wahlen nur darauf hoffen, dass sich alle zusammen raufen und einigermaßen "riechen" können.

Ging das letzte Mal ja nicht so gut ;)

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@tbs36

genau dort wird es auch weiter kriseln.

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