Ich hasse es gefangen in diesem Körper zu sein?

... komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Vielleicht ist ein Teil des Problems, dass du einen Unterschied zwischen deinem "Selbst" und deinem "Körper" machst und sie unterschiedlich bewertest.

Das ist ein Problem, dass sich bei einigen Anhängern spiritueller Lehren findet - sie sehen die "geistige Welt" als vollkommen und die "materielle Welt" als verkommen an. Also lehnen sie alles materielle ab.

Doch betrachten wir das ganze mal realistisch, dann sehen wir, dass wir nicht einfach ein "etwas" sind, dass einen Körper bewohnt, sondern dass wir in der Tat dieser Körper sind.

Wir sehen das bereits daran, dass sich Geist und Körper gegenseitig beeinflussen und das eine sich auf das andere auswirkt.

Ist man geistig im Gleichgewicht, sowohl konzentriert, als auch entspannt, hat man ganz natürlich eine entspannte, aufrechte Körperhaltung.

Ist man geistig schläfrig, erschlafft man auch körperlich, die Haltung fällt zusammen, man rollt sich ein.

Jetzt könnte man das als Beweis dafür anführen, dass der Geist eben doch die Herrschaft über den Körper hat und ihn so stark beeinflußt.

Doch umgekehrt gilt das Gleiche:

In einer natürlichen, aufrechten Körperhaltung geht es uns besser. Wir atmen frei und es fällt uns leicht, uns zu konzentrieren, ohne uns dabei geistig zu sehr anzuspannen.

Ist der Körper verkrampft, fällt es schwerer frei zu denken, man presst die Zähne aufeinander und verbeißt sich zugleich geistig in einem Thema.

Ist der Körper schlaff und man hängt wie ein Schluck Wasser in der Kurve, ist es schwierig, konzentriert zu bleiben, bei körperlicher Entspannung neigt auch der Geist dazu.

Wissenschaftliche Betrachtung

Das menschliche Bewusstsein, das was wir "Geist" nennen, ist das Ergebnis einer Kombination aus elektrischen und biochemischen Prozessen in unserem Körper, insbesondere dem Gehirn.

Unser Geist ist also von unserem körperlichen Gehirn abhängig. Erleidet das Gehirn einen Schaden, dann hat das in der Regel auch Folgen für den Geist.

Selbst wenn der Kreislauf durch medizinische Geräte am Leben erhalten wird, kann das Bewusstsein im Gehirn erlöschen.

Die Vorstellung eines "etwas", das lediglich in diesem Körper haust, ist durch die Wissenschaft nicht belegt.

Daher ist die Vorstellung, du seist in deinem Körper gefangen, nicht haltbar - im Gegenteil! Denn durch deine Sinnesorgane - Augen, Ohren, Nase, Haut, Zunge usw - hast du Zugang zur Welt.

Geist und Körper gemeinsam machen dich als Menschen aus.

Wenn du also ein negatives Verhältnis zu deinem Körper hast, dann ist das mehr, als nur unzufrieden mit der Wandfarbe eines Hauses, oder dem schlechten Zimmerservice zu sein.

Mit der Ablehnung deines Körpers lehnst du dich selbst ab.

Was ist es also dass dich wirklich stört?

Mache es dir bewusst.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das hört sich jetzt vielleicht hart an, aber:
Kannst du was dagegen tun? Wird sich irgendwann irgendwie irgendetwas daran ändern? Nein. Also hör auf, dir Gedanken darüber zu machen.
An sich finde ich den Gedanken auch interessant und hab selbst schon darüber nachgedacht, aber wenn es dich runterzieht, lass es einfach und akzeptiere, dass du nichts tun kannst und komm mit deinem Leben/Körper wie es/er ist klar.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Werde Bauer und denk über die ganze Sache nochmal nach.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von lasdiLP
02.04.2016, 02:29

Jetzt bin ich enttäuscht von dir man....

0

Sieh es mal andersrum.

Was macht einen Menschen aus? Du sprichst von deiner Sichtweise. Da spielen Wahrnehmung und Denken eine große Rolle. Aber womit nimmst du wahr? Mit deinen Sinnesorganen, also deinem Körper. Womit denkst du? Mit deinem Gehirn, das ebenfalls ein Teil deines Körpers ist.

Ein Mensch hat Gefühle. Diese äußern sich auf verschiedene Weise. Herzklopfen, Tränen, ein Lächeln - wieder brauchst du einen Körper dafür. Menschen können handeln. Sie handeln, indem sie sich bewegen oder reden - ohne Körper ginge das nicht.

Was also wärst du ohne deinen Körper? Du wärst ein bloßes Stück Existenz, das nicht denken, wahrnehmen, empfinden oder handeln könnte. Du wärst ganz sicher nicht mehr in der Art du, die du kennst.

Dein Körper ist kein Gefängnis, das dich einschränkt, weil du darin eingesperrt bist. Dein Körper ist dein Zugang zur Welt, deine Möglichkeit, sie wahrzunehmen, auf sie zu reagieren und sie zu verändern. Er schränkt dich nicht ein, sondern macht dich frei.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von SibelAk
02.04.2016, 02:40

Sehr gut geschrieben.

1

So ist nunumal das leben

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Fühlst du dich allgemein unwohl in deinen Körper oder Gefangen mit dir und bestimmten Ängsten ? Wird dein Leben von Ängsten bestimmt ?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Du selbst kannst entscheiden, ob du wirklich nur deine Sichtweise kennst. Du kannst mit anderen in Austausch treten, dich gedanklich mit ihrer Sichtweise auseinandersetzen, und schon hast du eine zweite. Sicher, du bewertest sie aus deiner subjektiven Sicht, doch die ist wandelbar. 

Wie konntest du diese Frage stellen? Nur weil du einen Körper hast mit Fingern, die sie in die Tastatur tippen. Wie konntest du daran denken, dass du diese Frage stellen möchtest? Nur durch dein Gehirn, das auch zu deinem Körper gehört. Was wärst du also ohne diesen Körper? Nichts. 

Du fühlst dich gefangen in der Welt. Wo würdest du denn sein wollen, wenn nicht in der Welt? Irgendwo jenseits von Raum und Zeit, körperlos dahinschwebend? Falls Dir diese Vorstellung gefällt, bedenke, dass Du es dann wahrscheinlich gar nicht spüren würdest. 

Dein Körper ist es, mit dem Du Freude und Schmerz verspürst, und das seine gibt es nicht ohne das andere. Dein Körper ist es, der das Gefühl eines warmen Sommerregens spürt oder das Gefühl einer vertrauten Hand auf deiner Haut. Dein Körper lacht, weint, schwitzt. 

Du solltest daran arbeiten, ein besseres Körpergefühl zu entwickeln, damit er dir nicht als Gefängnis, sondern als Teil von dir erscheint. Probiere verschiedene Dinge aus, Sport, Übungen zur Körperwahrnehmung, Wellness, je nachdem, was Dir liegt. Und denke daran, was du alles ohne deinen Körper nicht tun könntest. Nichts sehen, riechen, schmecken, fühlen, denken. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Also ich würde mich nicjt aus mich rausziehen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?