Ich halte diese "Sommerdepressionen" nichtmehr aus, was kann man dagegen tun?

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Support

Liebe/r miriamli,

Deine Situation klingt sehr besorgniserregend. Sprich bitte unbedingt mit einem Menschen darüber, dem Du vertraust. Das kann ein guter Freund, ein Verwandter oder auch eine Vertrauensperson aus der Schule sein. Du kannst Dich zudem jederzeit an die Telefonseelsorge wenden. Dort ist rund um die Uhr jemand erreichbar und Du hast die Möglichkeit, ein anonymes und vertrauliches Gespräch zu führen. Telefon: 0800/1110111 oder 0800/1110222 (gebührenfrei aus dem deutschen Fest- und Mobilfunknetz). Zögere im Notfall bitte nicht, den Notruf 112 zu wählen!

Herzliche Grüße

Renee vom gutefrage-Support

5 Antworten

Hey, ich verstehe dich & dies sage ich nicht einfach so, denn ich verstehe dich wirklich, ich hatte auch fast dasselbe Problem. Ich litt damals auch an Akne, ich hatte es aber nicht so stark im Gesicht, eher Arme, Dekollete und Rücken, weshalb ich nie T-Shirts getragen habe und ich habe den Sommer auch gehasst. Eine richtige Essstörung hatte ich zum Glück nie, aber meine Haut hat mich damals schon genug zerstört. 

Ich saß so wie du nur in meinem dunklen Zimmer (habe mir extra dicke Gardinen aufgehängt, weil ich meine Haut im Sonnenlicht nicht sehen wollte), war fast nie draußen & habe sehr viel geschlafen und somit auch alle meine Freunde verloren. Auch ich habe gesehen, wie sie sich alle glücklich zeigten, und tolle Bilder bei Instagram posteten. Und das tat unwahrscheinlich weh, denn ich wollte genau so sein, aber ich konnte es nicht, weil mein Körper mich daran hinderte.

Ich kann dir ja mal sagen, wie ich es geschafft habe, meine Akne loszuwerden. Es hat sehr viel mit der Ernährung zu tun, aber auch Stress ist eindeutig ein Faktor, der die Akne verschlimmert (und den hast du ja eindeutig, vor allem auch wegen deiner Essstörung). Mir hilft es, wenn ich Lebensmittel mit einer niedrigen glykämischen Last esse, meistens sind das gesunde Sachen, man findet auch viele Tabellen dazu bei Google. Anderen hilft es, wenn sie entweder auf Milch oder Fleisch oder Gluten verzichten. Manchmal hilft auch erst eine Kombination, z.B. Verzicht auf Milchprodukte und Fleisch. Da muss sich jeder selbst durchprobieren. Ich würde dir raten, es erstmal mit einer gesunden Ernährung zu versuchen (also niedrige glykämische Last) mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukte usw. Und nicht zu ungeduldig sein, eine Verbesserung würde man erst nach 2-3 Wochen eindeutig sehen können, aber ich lege dir echt ans Herz, das zu probieren, denn ich weiß wie sehr man unter Akne leiden kann.

Und nun zu deiner Essstörung. Da kann ich dir leider keine Tipps geben, da ich wie gesagt nie wirklich eine hatte. Ich empfehle dir, dir einen Therapieplatz zu suchen, so schnell wie möglich oder evtl. auch eine Selbsthilfegruppe, um dich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Viel Kraft wünsche ich dir, ich hoffe, dass es dir bald besser geht <3

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Hallo miriamli,

zuerst einmal sollst Du wissen, dass Du mit Deinem Problem nicht allein dastehst. Essstörungen sind ein Problem, vor dem weltweit Millionen Erkrankte, vorwiegend Frauen (90%) stehen. Betroffen sind sowohl Ledige als auch Verheiratete, alle Altersgruppen, sowohl junge Mädchen als auch Frauen im reiferen Alter.

Du fragst Dich womöglich, warum es so schwer ist, mit den Essanfällen und dem anschließenden Erbrechen aufzuhören. Es reicht aber nicht, einfach davon loskommen zu wollen! Es müssen vielmehr die zugrunde liegenden psychischen Probleme erkannt und angegangen werden.

Was könntest Du selbst tun? Auch wenn Du das Problem gern vor anderen verbirgst, wäre es doch gut, das offene Gespräch mit Deiner Familie zu suchen. Möglicherweise haben Deine Angehörigen unbewusst zur Entstehung Deiner Essstörung beigetragen, indem sie vielleicht zu großen Wert auf die Figur und das Aussehen gelegt haben. Sollte das auch in Deinem Fall zutreffen, dann müsste Deine Familie ihre Einstellung überdenken. Du sollst auch wissen, dass die meisten Essgestörten Perfektionisten sind. Sollte das bei Dir der Fall sein, dann denke daran, dass Fehler zum Leben gehören und nicht Deinen Wert als Person bestimmen. Niederlagen sind normal, gehen vorüber und können auch überwunden werden. Wenn Du Dir das bei einem der nächsten Fehlschläge bewusst machst, wirst Du wahrscheinlich nicht so sehr am Boden zerstört sein.

Versuche auch, Dich als ein Individuum zu sehen, dass sich nicht in die von anderen ausgedachte Form pressen lässt. Das fördert Deine Selbstachtung und Dein Selbstwertgefühl. Ist Dir aufgefallen, dass Essgestörte leicht zu Frustessen neigen? Das kann daher kommen, dass sie nicht gelernt haben, frei Ihre Meinung zu äußern, vor allem auch dann, wenn sie von anderen nicht gern gehört wird. Wenn es Dir auch so ergeht, dann lerne, Deinen Ärger nicht einfach herunterzuschlucken. Offen seine Meinung zu äußern bedeutet ja nicht unbedingt, Dampf abzulassen oder seine ganze Wut herauszulassen. Es bedeutet, offen und deutlich das zu sagen, was man denkt. Tust du das nicht, dann mag es sein, das Dein Drang zu ungesundem Verhalten zunimmt. Du stürzt Dich quasi in eine Essattacke, wenn sich Frustration in Dir aufstaut.

Wenn Du noch bei Deinen Eltern wohnst, dann mache ihnen klar, dass es sehr auf Ihr Verständnis und Ihre Unterstützung ankommt. Wenn möglich, halte zu Ihnen einen offenen Gedankenaustausch und sensibilisiere sie für Deine Erkrankung. Sollte das jedoch trotz aller Bemühungen nicht möglich sein, dann such Dir Hilfe von anderer Stelle. Du kannst Dich an den sozialpsychiatrischen Dienst wenden, den es in jeder Stadt oder Gemeinde gibt.

Viele, die wegen eines Problems verzweifelt sind, übersehen leicht, dass die Bibel eine einzigartige Quelle des Rates und Trostes ist. Die Bibel geht zwar nicht auf das Thema Essstörungen ein, doch zeigt sie, dass Gott an jedem Einzelnen interessiert ist und sehr viel für die Leidenden empfindet.

Folgender Text aus der Bibel stammt von dem berühmten König David, der in seinem Leben viele Höhen und Tiefen erlebte und der wusste, was es bedeutet, verzweifelt und manchmal sogar ausweglos zu sein. Rückblickend auf seine Erfahrungen, die er mit Gott gemacht hatte, schrieb er einmal: " Ja, auf Gott warte still, o meine Seele, denn von ihm ist meine Hoffnung. Ja, er ist mein Fels und meine Rettung, meine sichere Höhe; Ich werde nicht zum Wanken gebracht werden. Auf Gott beruht meine Rettung und meine Ehre. Mein starker Fels, meine Zuflucht ist in Gott. Vertraut auf ihn zu allen Zeiten. Vor ihm schüttet euer Herz aus. Gott ist uns eine Zuflucht" (Psalm 62:4-8).
Obwohl Gott diesen David nicht durch ein Wunder aus seinen Bedrängnissen befreite, machte er dennoch die Erfahrung, dass Gott ihm zu Hilfe kam und ihn mehr als einmal aus Todesgefahren rettete. David konnte diese Erfahrungen nur deshalb machen, weil er selbst auch etwas tat: Er wandte sich an Gott im Gebet und er schüttete ihm sein Herz aus. Die Psalmen sind voll von seinen innigen Gebeten zu Gott.

Diese kleine Exkursion in die Bibel kann Dir etwas Nützliches sagen: Auch Du kannst Dich in Deiner Not an Gott wenden und ihm all Deine innersten Gedanken mitteilen. Wenn Du seine Nähe und seine Freundschaft suchst, dann kann er Dir dabei helfen, manches in Deinem Leben zu bewirken, was ohne seine Hilfe nicht möglich gewesen wäre.

Ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass es Dir gelingt, Deine Krankheit Stück um Stück zu besiegen und ein Leben zu führen, dass wieder lebenswert ist.

LG Philipp

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Hallo,

Du kannst mit einem Menschen reden. Es gibt im Internet und über das
Telefon kostenlose Seelsorge. Gibt es an Eurer Schule vielleicht einen Vertrauenslehrer? Dann kannst Du auch mit diesem reden.

Ich bin Christ. Gott liebt Dich und will, dass Du lebst. Wenn Du einiges wissen möchtest, was mich überzeugt, dass es Gott gibt, dann kannst Du mich in den Kommentaren fragen.

Alles Gute

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Kommentar von miriamli
18.05.2017, 23:49

Warum bist du überzeugt das es Gott gibt? Ich wurde auch Christlich erzogen und bin/war mir eigentlich auch sicher das es ihn gibt. Ich hab als Kind schon immer zu ihm gebetet & gedankt. Aber die letzten Jahre habe ich jegliche Kontakte verloren & so auch den zu Gott. Ich frage mich dann halt solche fragen, diese warum fragen? Deine Meinung würd mich mal interessieren.

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DU MUSST ZUM ARZT!

Du kannst Dir in diesem Schraubstock nicht mehr selber helfen.

Also brauchst Du medizinische Hilfe.

Darauf hast Du einen gesetzlichen Anspruch.

Nimm das wahr, auch wenn ein bißchen Scham damit verbunden ist.

Aber die guten Ärzte kennen das, und können Dir weiter helfen!

Do it, und viel Erfolg!


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was sagen deine Eltern zu der Sache. du solltest dir proffesionelle hilfe suchen, alleine schaffst du das nicht

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