Ich hätte da mal ne Frage zu einem der heißesten Themen überhaupt: Impfen?

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13 Antworten

Hallo Zoroastres,

wenn man sich wirklich seriös über das Thema "Impfen" informieren möchte, stehen einem  eigentlich zwei hervorragende Anlaufstellen im Web zur Verfügung: Das Robert-Koch-Institut und das Paul-Ehrlich-Institut. Beide informieren unabhängig und fundiert.

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/impfen_node.html

http://www.pei.de/DE/infos/patienten/impfstoffe-impfungen/impfstoffe-impfungen-node.html

Entsprechend sind sie nicht die Anlaufstelle der typischen Impfgegner.

Impfgegnerschaft hat mehrere Ursachen, von denen nicht jeder Grund bei jedem Impfverweigerer eine Rolle spielt.

Die wichtigsten Gründe, warum Impfungen abgelehnt werden:

1) Pauschalverdacht gegen die pharmazeutische Industrie: Viele wittern ein gutes Geschäft für die Hersteller der Impfungen.

2) Ängste vor Inhaltsstoffen und Nebenwirkungen: Es kursieren zahlreiche (meist vollkommen falsche) Aussagen über Impfungen und die Gefährlichkerit ihrer im Web.

3) Gerade weil die Durchimpfungsrate heute sehr hoch ist, wissen Viele gar nicht mehr, wie schlimm die Krankheiten, gegen die geimpft wird, eigentlich verleaufen können. Praktisch niemand kennt Familien, die ein Kind an Masern oder Keuchhusten verloren haben oder das nach einer Polio in einer eisenen Lunge liegt. Die Kinderkrankheiten werden verharmlost, bzw. die Angst davor ist geringer als die Angst vor Komplikationen nach der Impfung.

4) Verklärung der Natur gegenüber der "bösen Chemie": Es wird idealisiert, dass Kinder die Krankheiten "natürlich" durchmachen und unterstellt, nur dann hätte ihr Immunsystem wirklich "gelernt". Eine falsche und gefährliche
Vorstellung, hinter der naturromantische und esoterische Ideen stecken. 

5) Wissenschaftsfeindlichkeit der "Alternativen": Zahlreiche Studien und
die Ursachenforschung der Masernepidemien belegen als Quelle der
Impfmüdigkeit "alternativmedizinisches" Gedankengut. Unter den Ärzten,
die von Impfungen abraten, befinden sich sehr viele homöopathisch oder
anthroposophisch arbeitende Personen. (http://www.ucl.ac.uk/pharmacology/dc-bits-old/schmidt-ernst-vaccine-2003.pdf)  Auf dem "alternativen" Ratgebermarkt werden gezielt falsche Vorstellungen, Aussagen und Ängste an Eltern herangetragen. 

Eine Liste der Standard"argumente" findest Du hier, samt seröser Antworten:

http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/Impfen/Bedeutung/Schutzimpfungen_20_Einwaende.html?nn=2391120

Etwas lockerer formuliert ist dieser Text, mit ebenfalls guten Antworten:

http://www.vice.com/de/read/wir-haben-dumme-argumente-von-impfgegnern-widerlegt-123?utm_source=vicefb

Da das Thema Homöopathie verlinkt ist, ergänze ich auch noch diesen Link:

http://www.ncirs.edu.au/assets/provider_resources/fact-sheets/homeopathy-vaccination-fact-sheet.pdf?

Grüße

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Falls es hier in erster Linie um die Impfung gegen Masern geht: Angeblich wurden Fälle beobachtet, dass diese Impfung Autismus bei Kindern auslösen kann. Wie sich später herausgestellt hat, war diese Studie wissentlich gefälscht.

Masern ist noch immer eine gefährliche Erkrankung, die schlimme Spätfolgen auslösen kann.

Jeder, der sich schon einmal bei der Gartenarbeit verletzt hat, wird froh über eine Tetanus-Impfung sein, denn Wundstarrkrampf ist eine der schrecklichsten Erkrankungen überhaupt.

Eltern, die ihren Kindern wissentlich Impfungen vorenthalten, verhalten sich fahrlässig. Eine Impfpflicht sollte dringend eingeführt werden, da sich die Impfgegner auf Propaganda verlassen.

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Kommentar von LGTipps
18.11.2016, 20:43

Gilt allerdings auch nicht für alle Impfungen. Ich bin nun wirklich kein Stefan Lanka, aber Wahrscheinlichkeit von abzuwendendem und potentiell riskiertem Schaden sollten schon gegeneinander abgewogen werden...

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So heiß ist das Thema nicht. Impfungen bringen dem Immunsystem bei, wie ein Erreger aussieht. Wir werden täglich mit Körperfremdem konfrontiert, was das Immunsystem alles lernt. 

Sehr, sehr selten kommt es zu Nebenwirkungen. Weil die vereinzelt gravierend waren, sehen Impfgegner dieses Risiko als Argument gegen Impfungen – obwohl das Risiko, ähnliche Schäden durch die betreffende Krankheit zu erleiden oder daran zu sterben, weitaus größer ist.

Mit der selben Begründung müsste man auch Haselnusschokolade verbieten – daran sind schon mehr Menschen gestorben als an Impfungen.

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Kommentar von Zoroastres
18.11.2016, 15:35

Heiß im Sinne von in gewissen kreisen heiß diskutiert

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Kommentar von TomRichter
20.11.2016, 01:07

Das Problem bei der Bewertung von Risiken: Sie sind nicht intuitiv erfassbar, und die Zahl derer, die das Bisschen dafür erforderliche Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht gleich nach der Unterrichtsstunde wieder vergessen hat, ist gering. Selbst unter Ärzten :-(

Wenn alle anderen geimpft sind, ist es für mich besser, mich nicht impfen zu lassen. Dumm nur - wenn auch die anderen so denken und sich nicht impfen lassen, ist für mich die Impfung die bessere Entscheidung.

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Dafür gibt es viele Gründe:

a) Es ist halt modern so zu denken.

b) Man vermutet hinter Impfungen eine Verschwörung der Pharmaindiustrie.

c) Man ist bewusster Sozialschmarotzer und versucht eigene mögliche Impfnebenwirkungen zu vermeiden und hofft gleichzeitig durch die Herdenimunisierung (viele andere lassen sich impfen) ausreichend geschützt zu sein.

d) Man hat einfach keine Ahnung, und "Nicht-Impfen" klingt halt sanft.

e) Man ist extremer Tierschützer und befürchtet, dass durch ausreichende Impfungen manche Krankheitserreger austerbenn könnten (so wie bei den Pocken), und will halt auch diese Krankheitserreger schützen.

f) vielleicht gibt es noch andere Ursachen ---- weiteres Nachdenken ...

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Kommentar von ThomasJNewton
20.11.2016, 01:38

modern und modisch haben immer noch verschiedene Bedeutungen, vermute ich mal.

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Ich sag mal (aus rein wissenschaftlich-biologischer Sicht) so: Man kann das Thema Impfen nicht pauschalisieren. Es gibt durchaus sinnvolle Impfungen (dazu gehören zb die Standardimpfungen Polio, Tetanus etc). Das macht deswegen Sinn weil sich die Erreger solcher Krankheiten nicht groß verändern. Und man vermeidet uU lebenslanges Leid. Was zb wenig Sinn macht sind Grippeimpfungen, einfach deshalb weil Influenzaviren ständig mutieren und die gebildeten Antikörper dann nutzlos sind. Man wird trotzdem krank. Nur durch Impfung konnten zb die gefährlichen Pocken aus der Welt geschafft werden.


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Kommentar von Bewusstuss
18.11.2016, 16:18

Bin deiner Meinung die grippeschutz Impfung brauch man nicht wir haben ein Immunsystem dafür und zeit dem ich mich nicht mehr impfen lasse (9 Jahre) auch keine Erkältung mehr gehabt und davor 2 bis 3 Erkältungen im Jahr . Mein Arbeitgeber freut es :)

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Eine Krankheit zu bekommen, kann schwere Schäden bis hin zum Tod bringen.

Eine Impfung kann Nebenwirkungen haben.

Machen wir eine hypothetische Rechnung auf:

  • Ohne Impfung erkranke ich bei Kontakt zu einem infizierten Menschen zu 80% an einer Krankheit x.
  • Geimpft erkranke ich zu 5% und habe geringere Auswirkungen.
  • Wenn die Erkrankung ohne Impfung bei mir ausbricht, sterbe ich zu 30% und zu 65% habe ich Folgeschäden.
  • Wenn die Erkrankung trotz Impfung bei mir ausbricht, sterbe ich zu 0% und zu 1% habe ich Folgeschäden.
  • Die Impfung selber verursacht zu 0,1% leichte Probleme und zu 0,01% einen Folgeschaden.

Dann gilt

Ohne Impfung -->

  • 80% Erkrankungsrisiko mal 30% Todesrisiko = 24% Sterberisiko
  • 80% Erkrankungsrisiko mal 65% Folgeschadenrisiko = 52% Folgeschadenrisiko
  • Zusammen ergeben 24% Todesrisiko und 52% Folgeschadenrisiko = 76% Gesamtrisiko und damit nur 24% Wahrscheinlichkeit, dass mir nichts passiert.


Mit Impfung -->

  • 5% Erkrankungsrisiko mal 0% Todesrisiko = 0% Sterberisiko
  • 5% Erkrankungsrisiko mal 1% Folgeschadenrisiko = 0,05% Folgeschadenrisiko
  • Zusammen ergeben 0,1% leichte Probleme, 0,01% Folgeschaden, 0% Sterberisiko und 0,05% Folgeschadenrisiko bei Erkrankung = 0,16% Risiko dass etwas passiert und > 99% dass mir nichts passiert.

24% zu > 99% sprechen in dieser Rechnung für die Impfung.

Bitte die Zahlen aus seriösen Quellen entsprechend für jede beliebige Krankheit einsetzen und für die Entscheidung is zumindest eine mathematische Grundlage gelegt.

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Kommentar von djNightgroove
18.11.2016, 15:32

Schöne Rechnung, bis auf die Tatsache, dass die Zahlen völlig aus der Luft gegriffen sind.

Da musst du aber schon ein arg kaputtes Immunsystem haben, wenn die Ansteckungsgefahr bei 80 % liegt.

Wenn du geimpft bist und eine Krankheit bricht aus, kannst du übrigens trotzdem sterben.

Folgeschäden von Impfungen fehlen in der Rechnung völlig.

Und wenn du schon seriöse Quellen schreibst, dann nenne sie bitte, schon aus oben genannten Gründen kann die Quelle nicht seriös sein. Ganz besonders, weil nicht für jede Krankheit das Infektionsrisiko gleich hoch ist, da spielen viele Faktoren eine Rolle, z.B. wie die Krankheit übertragen wird.

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Kommentar von ThomasJNewton
20.11.2016, 01:48

Machen wir eine hypothetische Rechnung auf:

Sicher nicht.

Auch du allein nicht, denn das ist keine Rechnung.

Es geht um tausende Tote und Schwerbehindere.

Widerlicher als deine Antwort sind die 7 DaumenHoch.

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Kommentar von TomRichter
21.11.2016, 18:08

Es fehlt ein wichtiger Punkt in der Rechnung: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, auf einen Infizierten zu treffen?

Die hängt bei einer Epidemie auch davon ab, wieviele meiner Mitmenschen geimpft sind.

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Unser Recht auf körperliche Unversehrtheit ist verfassungsrechtlich garantiert. Daher ist es auch gut, dass es beim Thema Impfen um Empfehlungen geht. Und das sollte im Rahmen des Grundgesetzes auch so bleiben.

Eine seriöse Seite ist die "Ärzte für individuelle Impfentscheidung e.V." https://www.individuelle-impfentscheidung.de/

Tatsächlich gibt es keine einzige Langzeitstudie, die darüber Aufschluss geben kann, ob in der Kindheit durchimpfte Menschen im Verlauf ihres Lebens gesünder sind, als nichtgeimpfte. Insofern bleiben aus meiner Sicht entscheidende Fragen offen.

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Kommentar von SturerEsel
18.11.2016, 19:44

Im Umkehrschluss müssen Kinder also das Recht haben, ihre Eltern auf Schadensersatz zu verklagen, weil die es abgelehnt haben, sie gegen Masern zu impfen und schwere Folgeschäden davon getragen haben.

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Kommentar von LGTipps
18.11.2016, 20:47

Jein- das mag so für den allgemeinen Gesundheitszustand gelten, der ja nicht nur vom Faktor Impfung abhängig ist, aber das Risiko an bestimmten Krankheiten zu erkranken kann aber durch Impfungen drastisch reduziert werden.

BTW- Ich halte eine Impfpflicht für rechtswidrig und eine pauschale Ablehnung von Impfungen für dumm und fahrlässig...

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Kommentar von ThomasJNewton
20.11.2016, 01:31

In unserem Unrechtsstaat gibt es ja auch Schulpflicht.

Daher bin ich wohl ein Unrechtsstaatsbürger, in diesem Fall sogar gerne.

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Es gibt gewisse Impfungen die sich im Laufe der Jahre bewährt haben und auch durchaus sinnvoll sind, z.B. die Tetanus-Impfung.

Vergessen sollte aber niemand, dass es auch hier negative Entwicklungen gibt. Da werden Säuglinge,deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, mit einer 6 bzw. 7 fach Impfung zugedröhnt.

Die jedes Jahr aufs Neue massiv beworbene Grippeimpfung ,die nur vor  bestimmten Viren schützt. Ein Virus verändert sich aber im Laufe der Zeit und während das Immunsystem evtl. grad mit der Impfung beschäftigt ist, schleicht sich ein anderes Virus durch die Hintertür herein, ohne erkannt und bekämpft zu werden. Dumm gelaufen !!

Noch krasser ist die Impfpraxis für unsere Haustiere. Da reicht ja nicht die Grundimmunisierung im Welpenalter ! Nein,,, da muß jedes Jahr wieder neu nachgelegt werden.

Da frag ich mich doch, wie blöd das Immunsystem unserer Tiere sein muß, dass man es jedes Jahr wieder erinnern muß.

http://www.heiltierarzt.de/hunde-impfen/neue-impfpraxis-hundewelpen-schutzimpfungen.htm

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Kommentar von BurkeUndCo
19.11.2016, 13:58

Wieder einer der Fälle, bei dem die Grippe als harmlos abgetan wird.

Grippe ist eine der Krankheiten, an denen mit die meisten Menschen sterben.

Ich hoffe für Dich, dass Du keine echte Grippe erwischt.l

Ansonsten - zumindest ohne Impfung - viel Spaß.

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Kommentar von MalNachgedacht
21.11.2016, 11:15

Es gibt gewisse Impfungen die sich im Laufe der Jahre bewährt haben und auch durchaus sinnvoll sind, z.B. die Tetanus-Impfung.

Interessanterweise ist ausgerechnet die Tetanusimpfung auch bei Impfgegnern relativ beliebt - obwohl das Risiko an Tetanus zu sterben vergliche mit anderen Krankheiten vergleichsweise klein ist.
Ob das daran liegt, dass man als Impfgegner bei Tetanus NICHT von der Herdenimmunität der Geimpften profitieren kann?

"Vergessen sollte aber niemand, dass es auch hier negative Entwicklungen gibt. Da werden Säuglinge,deren Immunsystem noch nicht voll entwickelt ist, mit einer 6 bzw. 7 fach Impfung zugedröhnt."...

Erstens handelt es sich bei 6/7-fach Impfstoffen ausschließlich um Totimpfstoffe. Selbst wenn das Immunsystem eines Kindes damit nicht "fertig" würde würde auch nichts passieren. Außer dass das Kind eben keine Immunität erwirbt.

Darüber hinaus ist für das Immunsystem nicht die Zahl der Krankheiten gegen die eine Impfung schützt relevant sondern die Zahl der Antigene im Impfstoff mit denen es "fertig" werden muss.

Heutige 6-fach-Impfstoffe enthalten noch circa 25 Antigene.
Alleine der früher verwendete Keuchhustenimpfstoff enthielt noch über 3000 Antigene.

Trotz zunehmender Anzahl von Impfungen ist also die Antigen-Belastung des Immunsystems immer weiter gesunken - auch wenn das manchem Impfgegner nicht einleuchten will.

Übrigens: 

1 Gramm "natürlicher" Gartenerde enthält mehr als 19 Millionen Antigene mit denen ein Kind i.A. auch problemlos fertig wird - trotz angeblich noch nicht "voll entwickeltem Immunsystem".

http://www.paediatrie.at/home/Vorsorgemedizin/Impfungen/Irrtuemer_der_Impfgegner.pdf

"...Die jedes Jahr aufs Neue massiv beworbene Grippeimpfung ,die nur vor  bestimmten Viren schützt. Ein Virus verändert sich aber im Laufe der Zeit und während das Immunsystem evtl. grad mit der Impfung beschäftigt ist, schleicht sich ein anderes Virus durch die Hintertür herein, ohne erkannt und bekämpft zu werden. Dumm gelaufen !!..."
Deswegen gibt es ja auch jedes Jahr einen neuen Grippeimpfstoff - und in den meisten (leider nicht allen) Jahren schützt der sehr wohl vor dem dann tatsächlich aktuellen Grippevirus.
Richtig ist aber, dass die Grippeimpfung eine vergleichsweise schlechte Zuverlässigkeit hat.
Aber auch ein 20% Schutz wäre ja erst mal besser als 0% Schutz....

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hallo! Die gängigen Impfungen machen Sinn - das zeigen alle Untersuchungen.

Alles Gute.

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Wenn Du lieber SERIÖSE Literatur außerhalb des Internets lesen möchtest zum Thema empfehle ich "Impfen Pro und Contra" von Dr. Martin Hirte. Er beschäftigt sich ziemlich detailiert mit den Standardimpfungen bei Kinderkrankheiten. Das ganz große Problem aus meiner Sicht, ist die Tatsache das Kinder zu einem sehr frühen Zeitpunkt massiv durchgeimpft werden. Ihr Immunsystem ist zu diesem Zeitpunkt noch unreif und kann daher gar nicht adäquat auf die Impfdosis reagieren. Einige Impfungen machen zu dem Zeitpunkt auch keinen Sinn, weil die Immunität erst gegeben ist, wenn sie schon nicht mehr lebensbedrohlich sind. Kommt es zu Impfschäden, sind diese fast nicht zu belegen, denn bei einem so jungen Säugling fällt nur den Eltern auf, dass der vielleicht mehr gestresst ist, schreit oder krampft und eine evtl. cerebrale Schädigung ist kaum nachweisbar. Neurodermitis als Folge von Impfungen wird ohnehin nicht ernst genommen, sondern tritt "zufällig" zeitgleich auf. Was die Verteuflung von Masern betrifft, die angeblich ach sooo gefährlich sind, so lese man die Statistik oder befrage die Generation, die diese Krankheit im Kindesalter durchgemacht hat. Wir erleben derzeit eine Verschiebung der Krankheit vom Kindesalter ins Erwachsenenalter (nicht nur bei Ungeimpften, sondern auch bei den Menschen, die aus unbekannten Gründen auch nach mehrmaliger Impfung keine Antilörper entwickeln) und ins sehr frühe Säuglingsalter, da geimpfte Mütter auch bei vollgestillten Kindern keine ausreichenden Antikörper bereitstellen. In beiden Altersgruppen verläuft die Krankheit schwerwiegender und gefährlicher. Ähnliches droht bei der m.M.n. völlig unsinnigen Windpockenimpfung, die ja auch ein Durchimpfen im 10 Jahres Rhythmus für eine halbwegs gesicherte Immunität benötigt. Was bei Kindern eine ziemlich harmlose Erkrankung ohne Komplikationien ist, ist bei einem Erwachesenen nicht selten ein Fall für das Hospital. Aber ein prima Geschäft für die Pharmaindustrie. Was mir persönlich auffällt bei der Diskussion ist, dass die kompromißlosesten Befürworter häufig nur der Standardargumentation der Pharmawerbung folgen, ohne sich im Detail wirklich mal mit den Argumenten dagegen auseinandergesetzt zu haben. Und was die Sicherheit und zuverlässige Prüfung vor Zulassung der Impfstoffe betrifft, kann man ja mal "Impfen bis der Arzt kommt" lesen, das der Wissenschaftsjournalist und Mediziner Klaus Hartmann verfasst hat. Danach weißt Du auf jeden Fall mehr ;)

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Kommentar von uteausmuenchen
19.11.2016, 20:42
Wenn Du lieber SERIÖSE Literatur außerhalb des Internets lesen möchtest zum Thema empfehle ich "Impfen Pro und Contra" von Dr. Martin Hirte.

Dieses Buch ist alles andere als seriös. Er werden viele nachweislich falsche Aussagen verbreitet (zum Beispiel, dass es Sinn machen würde, die Krankheit durchzumachen etc.) und gezielt Ängste bei Eltern geschürt.

Ihr Immunsystem ist zu diesem Zeitpunkt noch unreif und kann daher gar nicht adäquat auf die Impfdosis reagieren.

Die Impfung erfolgt so früh wie möglich, um die gefährliche Zeit ohne Impfschutz möglichst zu immunisieren. Dass die Kinder in diesem Alter sehr wohl Antikörper ausbilden kann man nachweisen.

und eine evtl. cerebrale Schädigung ist kaum nachweisbar.

Wer einen solchen Satz schreibt, lebt in dem Luxus, eine echte cerebrale Schädigung noch nie gesehen zu haben.

Was die Verteuflung von Masern betrifft, die angeblich ach sooo gefährlich sind, so lese man die Statistik

Gerne. Bei Masernepidemien muss rund jeder Vierte ins Krankenhaus, weil es zu Komplikationen kommt. (http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/infektionskrankheiten/masern/article/899843/berliner-masernwelle-jeder-vierte-musste-krankenhaus.html)

Auf 1000 Erkrankte kommen etwa 1 bis 2 Fälle einer Masernenzephalitis, davon verlaufen 25% letal, ein Drittel der Überlebenden erleidet bleibende schwere Folgeschäden. (http://www.bmgf.gv.at/cms/home/attachments/7/2/9/CH1292/CMS1300998495169/pk_ministerium_holzmann2.pdf)

Bei Kindern, die während ihrer ersten fünf Lebensjahre eine Maserninfektion durchgemacht haben, kommt es in rund 1 von 2000 - 3000 Fällen bei 1:1700 bis 1:3300 zu SSPE. SSPE verläuft immer tötlich, vorher verlieren die Kinder nach und nach alle Bewegungsfähigkeit, fallen in Demenz und Wachkoma. (http://www.medizinfo.de/neurologie/slow_virus/subakute_sklerosierende_panenzephalitis.shtml)

Studien belegen, das Gegenteil von dem, was Impfgegner wie Hirte behaupten: Das Immunsystem von an Masern Erkrankten arbeitet nicht besser, sondern auf Jahre hinaus schlechter als das von nicht daran Erkrankten.

http://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/studie-eine-masernerkrankung-kann-das-immunsystem-bis-zu-drei-jahren-lang-schwaechen/

Wir erleben derzeit eine Verschiebung der Krankheit vom Kindesalter ins Erwachsenenalter

Das liegt daran, dass viele Erwachsene nur die erste, nicht aber die zweite Masernimpfung erhalten haben. Bei Epidemien zeigt sich regelmäßig, dass knapp 90% derjenigen, die sich mit Masern anstecken, nicht ausreichend zweifach geimpft sind.

völlig unsinnigen Windpockenimpfung, (...) Was bei
Kindern eine ziemlich harmlose Erkrankung ohne Komplikationien ist,

Der Windpockenvirus bleibt ein Leben lang im Körper des Erkrankten. Wer einmal damit infiziert wurde, wird ihn nicht mehr los. Wird man ein zweites mal damit infiziert, bekommt man eine Gürtelrose - ist man geimpft, ist man auch vor Gürtelrose geschützt.

Daneben sind Windpocken keineswegs so harmlos: Besonders im ersten und über dem 16. Lebensjahr kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen.

Windpockenimpfung, die ja auch ein Durchimpfen im 10 Jahres Rhythmus für eine halbwegs gesicherte Immunität benötigt.

Falsch. Zwar fehlen Langzeitwerte, weil es die Impfung noch nicht so lange gibt, im Moment geht man aber davon aus, dass insgesamt zwei Impfdosen genügen, um einen Langzeitschutz zu gewährleisten.

Aber ein prima Geschäft für die Pharmaindustrie.

Falsch. Epidemien der entsprechenden Krankheiten (Masern, Grippe,...) verursachen erheblich höhere Behandlungskosten als das Durchimpfen der Bevölkerung.

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Kommentar von ThomasJNewton
20.11.2016, 01:05

Was dir persönlich anscheinend nicht auffällt ist die Tatsache, dass du ohne Punkt und Komma schreibst, sprichwörtlich. Ohne Absatz in der Realität.

Das machen Missionare so, Experten nicht.

Trotzdem erkannt man schnell die Phrasen, nur nicht ganz ganz so schnell.

Zu schwierigen Problemen gibt es nun mal keine einfachen Lösungen, und von dir mit Sicherheit nicht mal einen Ansatz.

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Kommentar von GoodFella2306
20.11.2016, 08:32

1. ein Buch, eine Internetseite, ein Text oder was auch immer wird nicht seriöser dadurch, dass man das Wort seriös mit Großbuchstaben schreibt. 2. deine Aussage strotzt vor Fehlern und falschen Annahmen. Du bist ein Paradebeispiel dafür, wie man nachvollziehbare und beweisbare wissenschaftliche Aussagen so ins Gegenteil verkehrt, dass es sich fast wie ein wirklich glaubhafter Text lesen könnte. Allerdings stellt sich mir dann die Frage, inwieweit du bereits gedanklich auf diese Seite gewechselt bist, dass du schon so indoktriniert antworten kannst.

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Kommentar von MalNachgedacht
21.11.2016, 10:47

Wir erleben derzeit eine Verschiebung der Krankheit vom Kindesalter ins Erwachsenenalter (nicht nur bei Ungeimpften, sondern auch bei den Menschen, die aus unbekannten Gründen auch nach mehrmaliger Impfung keine Antilörper entwickeln) und ins sehr frühe Säuglingsalter, da geimpfte Mütter auch bei vollgestillten Kindern keine ausreichenden Antikörper bereitstellen. In beiden Altersgruppen verläuft die Krankheit schwerwiegender und gefährlicher.

Tja - da bist Du leider auf diverse Lügen und Tricks von Impfgegnern hereingefallen.

a) die vermeintliche "Verschiebung" der Masern ins Erwachsenenalter - die angeblich durch die Impfung verursacht wird.

Früher (in der Zeit vor Einführung der Masernimpfung) bekam praktisch jedes Kind die Masern - deswegen auch die etwas irreführende Bezeichnung der Masern als "Kinderkrankheit".
Nehmen wir mal an, dass ein Jahrgang  in Deutschland 1 Million Menschen umfaßt und 90% davon die Masern bereits als Kind bekamen und 1% erst später als Erwachsene und meinetwegen 9% gar nie.

Dann hätten wir damals pro Jahr 900.000 Masernfälle bei Kindern und 10.000 Masernfälle bei Erwachsenen.

Der Anteil der Erwachsenen unter den Masernkranken betrug also nur 1,1%.

Heute haben wir dank Masernimpfung in Deutschland pro Jahr noch circa 5000 Masernfälle.
Nehmen wir mal an das 90% davon Erwachsene betreffen würde (was nicht stimmt - tatsächlich sind auch heute ein Großteil aller Masernkranke Kinder) dann hätten wie heute also 4500 Masernfälle bei Erwachsenen und 500 Masernfälle bei Kindern.

Der Anteil der Erwachsenen unter den Masernkranken wäre also nun 90% statt 1,1% wie in der guten alten Zeit ohne Masernimpfung.

Der Anteil der Erwachsenen unter den Masernkranken hat sich also dank Impfung von 1,1% auf 90% erhöht - wenn das keine Verschiebung ins Erwachsenenalter ist?

Aber halt:
Früher hatten wir 10.000 Masernfälle bei Erwachsenen pro Jahr - im Rechenbeispiel heute aber nur noch 4500.

Es bekommen also dank Impfung weniger Erwachsene die Masern wie früher.

Früher hatten wir 900.000 Masernfälle bei Kindern pro Jahr - im Rechenbeispiel heute aber nur noch 50

Es bekommen also dank Impfung weniger Kinder die Masern wie früher.

Tatsächlich bewirkt die Masernimpfung einen Rückgang der Masern in JEDER Altersgruppe - nur profitiert nicht jede Altersgruppe gleich stark.

Deswegen gibt es eine RELATIVE Verschiebung der Masern ins Erwachsenenalter -  aber trotzdem weniger Masernfälle bei Erwachsenen....

Mit diesem mathematischen Trick gehen Impfgegner heute immer noch hausieren  - obwohl den meisten von Ihnen schon x-fach ihr Denkfehler erklärt wurde.

Das sie trotzdem noch mit einer "Verschiebung ins Erwachsenenalter" argumentieren sagt einiges über ihre Seriosität aus.

Den Vogel schießt in dieser Hinsicht der bekannte Impfgegner Hans Tolzin ab. 

Der behauptet einerseits dass die Masernimpfung eine Verschiebung des Erkrankungsalters bei Masern ins Erwachsenenalter bewirkt hätte 

UND andererseits

das die Masernimpfung gar nicht vor Masern schützen kann, weil Masern gar nicht durch Masernviren verursacht würden.

Ein unwirksame Impfung bewirkt also eine Verschiebung der Masern ins Erwachsenenalter. Wie das zusammenpassen soll können Sie mal spaßeshalber auf der Seite www.impfkritik.de nachfragen....

b) Masernantikörper werden  nicht durch Stillen weitergegeben - sondern kurz vor der Geburt über die Plazenta.
Stillen verlängert NICHT den Nestschutz bei Masern...

c) die Masern sind heute (bei Verfügbarkeit von "Schulmedizin" nicht bei Erwachsenen am gefährlichsten sondern bei Kleinkindern.
Denn die gefährlichste, da stets tödlich verlaufende Masernkomplikation SSPE tritt umso häufiger auf je jünger der Erkrankte war als er sich mit Masern infizierte....

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möchte mich selbst überzeugen lassen

schade, ich dachte, du wolltest dich informieren lassen.

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Ich kann dir zur Information diese Seite https://www.individuelle-impfentscheidung.de/ empfehlen. Die ist von Ärzten gestaltet, die das Thema objektiv angehen. Es gibt Impfungen, die empfohlen werden, aber es wird auch kritisch hinterfragt, ob jede Impfung sinnvoll ist.

Ein Argument gegen das Impfen von Mumps wäre z.B., das diese Kinderkrankheit bei Mädchen das Risiko reduziert, später an Eierstockkrebs zu erkranken. Die Impfung vermeidet zwar die Krankheit Mumps, das Risiko einer späteren Krebserkrankung der Eierstöcke wird dabei aber nicht vermindert. In dem Fall könnte man dann in Frage stellen, ob eine Impfung wirklich sinnvoll ist, denn Mumps ist bei weitem nicht so gefährlich wie Eierstockkrebs.

Impfgegner kritisieren außerdem, dass die Impfstoffe Aluminiumhydroxid enthalten. Von diesem ist bekannt, dass es beim längeren Einsatz bei Dialysepatienten Demenz verursacht. Tierversuche haben außerdem ergeben, dass Aluminiumhydroxid die Motoneuronen im Rückenmark schädigt. Bei der geringen Dosierung in Impfstoffen soll es angeblich nicht schädlich sein, aber ich kann verstehen, dass dem manche kritisch gegenüberstehen, da muss man nur an Contergan denken, das sollte angeblich auch ungefährlich sein.

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Kommentar von Grobbeldopp
18.11.2016, 16:55

djNightgroove,

Ich weiß nicht ob du selber drauf reingefallen bist, dann nichts für ungut.

Diese Seite ist alles andere als objektiv es ist eine dezidierte Impfkritikerseite, zutiefst unseriös und tendenziös.

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Da gibt es bei YouTube genügend Beiträge drüber.

Mir ist das mit dem impfen mittlerweile auch auesserst suspekt. Nach Möglichkeit einer grossen Bogen drum machen, das schließt aber nicht aus, dass man bei Kindern gegen die eine oder andere Sache impft.

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Kommentar von Spezialmann
18.11.2016, 19:37

Da gibt es bei YouTube genügend Beiträge drüber

Bei Youtube gibt es auch genügend Beiträge darüber, dass die Erde wahlweise eine Scheibe oder eine hohle Kugel ist, dass Reptiloiden unter uns leben. Oder Außerirdische. Oder außerirdische Reptiloiden. Und so weiter und so fort. Youtube ist jetzt nicht unbedingt die Quelle, die ich bei wissenschaftlichen Themen zuerst in Betracht ziehen würde...

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