Ich habe vor 12 Jahren bei meiner Stievmutter ein Darlehensvertrag unterschrieben, wann verjährt sowas?

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7 Antworten

Ich gehe einmal davon aus das es sich um einen privaten Darlehensvertrag zwischen Ihnen und Ihrem Vater/Ihrer Schwiegermutter handelt. Wenn Sie beweisen können das die Aufwendungen für das Beschäftigungsverhältnis Ihres Vaters in der Firma in der Größenordnung zu der Höhe des Darlehen steht und Sie wegen ausstehender Zinsen, Tilgung etc niemals gemahnt oder gerügt wurden, würde ich darauf hinweisen das durch stillschweigen Ihr Vater und Ihre Schwiegermutter diese Art der Tilgung akzeptiert haben. Somit wäre das Darlehen getilgt. Der Anspruch erloschen. Bezüglich der Verjährungsfristen ist hier schon alles beleuchtet worden.

(3) 1 Ist für die Rückerstattung des Darlehens eine Zeit nicht bestimmt, so hängt die Fälligkeit davon ab, dass der Darlehensgeber oder der Darlehensnehmer kündigt. 2 Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate. 3 Sind Zinsen nicht geschuldet, so ist der Darlehensnehmer auch ohne Kündigung zur Rückerstattung berechtigt..... §488 BGB eine 3jährige verjährung tritt ein wenn nach fälligkeit kein vollstreckungsversuch des darlehnsgeber erfolgt. nach 30Jahren verjähren alle ansprüche des zivilrechts...nachlesbar im BGB unter verjährungsfristen Ab §§194 fortfolgend

Wenn Ihrkeine Laufzeit-Vereinbarung getroffen habt, die schriftlich im Vertrag festgehalten ist, gilt der Vertrag als ungekündigt und wird es auch bleiben, bis Du ihn entweder durch Rückzahlung auslaugen lässt oder Deine Stiefmutter ihn schriftlich kündigt. Dabei muss sie nicht die Rückzahlung der Darlehnssumme fordern.

Zählt es nicht das ich mit der Rückzahlung vor 12 Jahren begonnen habe für 3 Monate, aber dann nicht weiter gezahlt habe, und niemals gemahnt worden bin?

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Wenn Du keine weiteren Abmachungen getroffen hast, gilt der Darlehnsvertrag so weit. Gibt es denn im Vertrag eine Vereinbarung darüber, in welchem zeitlichen Rahmen das Darlehen zurückgezahlt sein sollte? Und gibt es irgendwo einen Vermerk, daß die Einstellung Deines Vaters in Deiner Firma etwas mit dem Darlehen zu tun hatte?

Es gibt keine Vereinbarung wann eine Rückzahlung fällig ist, es ist nur ein Zinssatz festgelegt worden. Ist in diesem Fall dann wieder eine 30 Jährige Frist gültig, weil ich dachte das wurde abgeschafft?

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@irs009

Richtig, die REGEL-Verjährungsfrist ist jetzt 3 Jahre (es gibt aber ne Menge Ausnahmen) nur wie gesagt - die 3 Jahre fangen erst mit Fälligkeit an zu laufen, siehe meine Antwort unten.

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Wenn Die Formvorschriften nicht beachtet wurden ist die Forderung nicht mehr rechtskräftig !

In einem Darlehnsvertrag muss enthalten sein : Höhe des Betrages, Zinsen, monatliche Raten, vierteljährliche Raten oder gar jährliche Raten ! Höhe der letzten Rate !

Will man das nicht, so stellt man einen Schuldschein aus, was hier aber vermutlich nicht geschehen ist !

wir reden hier nicht über ein Bankdarlehen. Die ganz strengen Vorschriften gelten nur Bankdarlehen. Davon abgesehen ist auch bei einem Formfehler das Geld nicht "geschenkt"

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@amiria71

Das Geld ist nicht geschenkt, der Rückzahlungsanspruch ist verdingt, verjährt !

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Zählt es nicht das ich mit der Rückzahlung vor 12 Jahren begonnen habe für 3 Monate, aber dann nicht weiter gezahlt habe, und niemals gemahnt worden bin?

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Hallo,

wichtig wäre eine andere Information: Wann war die Rückzahlung vereinbart?

Die Verjährungsfrist BEGINNT erst, wenn die Forderung fällig ist, also zu dem Zeitpunkt, wo die Rückzahlung vereinbart war.

ich möchte nun keine allgemeinen Ausführungen schreiben für alle möglichen Alternativen. Daher wäre das die Info, die man als erstes braucht, um die Verjährungsfrage zu beurteilen.

Im Vertrag steht nichts wann es gezahlt werden soll, ich habe halt vor 12 Jahren 3 Monatsraten gezahlt, und dann nicht weitergezahlt, was auch nie beanstandet worden ist. Ab wann zählt denn dann die Frist?

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@irs009

Wenn gar nichts drin steht, dann wird die Rückzahlung quasi erst fällig, wenn der Darlehensgeber das Darlehen kündigt. Ab diesem Zeitpunkt setzt dann die Verjährung ein. Vorher (leider) nicht. Das hat auch seinen Grund - sonst würden ja langfristige Darlehen (wie z.b. Baufinanzierung) schon immer verjähren, bevor sie überhaupt zurück gezahlt werden müssen.

Natürlich gibts noch sowas wie "Verwirkung" - darüber könnte man hier nachdenken, aber da gibts keine festen Regeln und ist eine unsichere Sache.

besser wäre eine Vereinbarung, dass die Forderung mit Blick auf die Einstellung erledigt ist oder sowas.

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Zählt es nicht das ich mit der Rückzahlung vor 12 Jahren begonnen habe für 3 Monate, aber dann nicht weiter gezahlt habe, und niemals gemahnt worden bin?

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@irs009

nicht unbedingt. Der Gläubiger kann ja Leistungen akzeptieren, ohne dass die Fälligkeit schon gegeben ist. Die Juristen unterscheiden da - Fälligkeit ist der Zeitpunkt, zu dem man leisten MUSS. Unabhängig davon ist die Frage, ob man schon vor Fälligkeit leisten DARF.

Aber Juristen könnten natürlich in deinem Fall über verschiedene Punkte vortrefflich streiten. Ich kann hier immer nur meine Einschätzung widergeben und zwar auch nur auf Grundlage von wenig Information.

Ein Richter kann das auch mal anders sehen.

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Lies dir das mal durch , ich denke das beantwortet deine Frage und du mußt dir keinen Kopf mehr machen http://www.kullen-mueller-zinser.de/Layoutbilder/DieVerjaehrungimDarlehensrecht.pdf

Es gibt keine Vereinbarung wann eine Rückzahlung fällig ist, es ist nur ein Zinssatz festgelegt worden. Ist in diesem Fall dann wieder eine 30 Jährige Frist gültig, weil ich dachte das wurde abgeschafft?

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