Ich habe seit 2 Tagen Gelenkschmerzen bin nur 36 J.a. - kann das mit dem Vollmond zusammenhängen?

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4 Antworten

Hallo Barmalej22,

wenn etwas Ungewöhnliches passiert, dann hat der Mensch gerne eine Erklärung dafür. Unser Gehirn ist einfach mit sich selber unzufrieden, wenn es nicht versteht, warum etwas passiert - einfach, weil es in der Evolution ein Vorteil war, Zusammenhänge erkennen zu können.

Wir neigen also bei allen Ereignissen dazu, einen äußeren Auslöser zu suchen.

Gleichzeitig sind wir von Natur aus nicht sehr geduldig beim Suchen dieses Auslösers. Wir bevorzugen nicht selten den erstbesten Grund, der in den Verdacht gerät. Noch besser, wenn es sich um einen unpersönlichen Grund handelt, der nicht dazu führt, dass wir uns irgendwie sorgen müssen.

Du siehst wahrscheinlich schon, worauf ich hinaus will: Der Vollmond ist ein hervorragender Sündenbock für uns. Deshalb werden dem Armen alle möglichen Mythen angedichtet. Diese Mythen halten sich nicht zuletzt auch deshalb, weil nicht wenige Leute an ihnen gut verdienen. Mondkalender verkaufen sich prächtig, ebenso wie Mondwasser oder Mondholz, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Tatsächlich gibt es auch eine Fülle von sauberen Untersuchungen zu der Frage, ob der Vollmond denn nun tatsächlich unser Verhalten und unseren Körper beeinflusst.

Übereinstimmend muss bei allen(!) kursierenden Mythen über den Vollmond Entwarnung gegeben werden. Weder verursacht der Vollmond Schlaflosigkeit, noch häufen sich dann Geburten oder Operationskomplikationen oder Unfälle. Die vermuteten Häufungen mit der Mondphase sind nur "gefühlt", aber nicht real existent.

Das Gefühl entsteht eben dadurch, dass der Vollmond sich - aufgrund der kursierenden Mythen - verdächtig macht, wenn wir gerade nach einem Grund für irgendwas suchen. Liegen wir in einer Vollmondnacht wach, sagen wir uns, dass der Vollmond schuld ist - doch wir entlasten ihn nicht, wenn wir in einer anderen Vollmondnacht gut schlafen. In der Erinnerung häufen sich entsprechend schlaflose Nächte bei Vollmond.

Immer wieder hört man auch Scheinbegründungen, die aber bei genauer Betrachtung keinen Sinn ergeben. Oft wird z.B. auf Ebbe und Flut verwiesen. Wenn der Mond so ein Spektakel verursachen kann, dann hat er doch gewiss auch Einfluss auf uns, wo doch auch unser Körper zu knapp 70% aus Wasser besteht.

Nun, die Anziehungskraft des Mondes wirkt keineswegs nur auf das Wasser der Erde. Für die Frage, ob der Mond spürbaren Einfluss auf uns hat, ist es von daher schon mal Unsinn nur auf den Wasseranteil zu verweisen.

Ein weiterer Irrtum ist, dass der Vollmond uns stärker anzieht als z.B. der Viertelmond. Der Mond wird bei den einzelnen Mondphasen ja nur von einer anderen Seite beleuchtet. Auf seine Anziehungskraft hat das keinen Einfluss.

Der Mond ist auch bei Vollmond nicht notwendig im erdnächsten Bahnpunkt. Der Abstand zum Mond schwankt zwar - und damit auch seine Anziehungskraft auf uns - aber mit einer anderen Periode als die Mondphase. Die größte Annäherung des Mondes kommt also zu allen möglichen Mondphasen vor, keineswegs immer nur bei Vollmond.

Und? Wie groß sind denn jetzt die Anziehungskräfte, die der Mond auf uns ausübt?

Die Anziehungskraft, die der Mond auf uns auf der Erdoberfläche ausübt - also im mittleren Abstand von 384400 km - ist sehr, sehr gering, weil er so weit weg ist. Um genau zu sein: Für uns auf der Erdoberfläche ist die Anziehungskraft des Mondes 300 000 mal kleiner als die Anziehungskraft der Erde!

Das bedeutet konkret: Wenn der Mond hoch oben im Zenit steht, wirkt seine Anziehung der Erdanziehung genau entgegen, der Effekt wird maximal. Das heißt, der Mond macht uns um ein Dreihunderttausendstel leichter als wenn er in Horizontnähe steht und der Effekt wegfällt, weil die beiden Kräfte senkrecht zueinander stehen.

Nun kann man das auch mit Änderungen der auf uns wirkenden Erdanziehung vergleichen, wenn wir uns im Schwerfeld der Erde bewegen. Da die Schwerkraft vom Abstand zum Erdmittelpunkt abhängt, zieht uns die Erde schwächer an, wenn wir eine Treppe oder einen Berg hochsteigen. Man kann nun leicht ausrechnen, dass die auf uns wirkende Schwerkraft vergleichbar mit der Wirkung des Mondes im Zenit abnimmt, wenn wir etwa 10 Metern höher gehen, also z.B. vom Erdgeschoss in den zweiten Stock.

Gelenkschmerzen hängen nun wirklich nicht damit zusammen, in welchem Stockwerk wir uns aufhalten. Mit dem Treppensteigen, ja, aber nicht mit dem Höhenunterschied. Der Mond ist also an Deinen Schmerzen wirklich gänzlich unschuldig.

Möglicherweise  hast Du Dich etwas verhoben oder die Gelenke überanstrengt? Wenn es nicht besser wird, solltest Du die wahre Ursache vom Arzt abklären lassen. Auch wenn das nicht so schön unpersönlich ist, wie dem Mond die Schuld in die Schuhe zu schieben...

;-)

Gute Besserung

Hallo Barmalej! Ganz sicher hat das nichts mit dem Mond zu tun. Der wird auch oft falsch eingeschätzt. Astronomisch gesehen ist er eher winzig. Du solltest eher die Jupitermonde in Deine Berechnungen einbeziehen. Wird aber kompliziert, bisher wurden 63 entdeckt. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems. Unser Mond ist lediglich der fünftgrößte Mond im Sonnensystem und seine Auswirkung auf die Erde und speziell den Menschen wird oft erheblich überschätzt. Halte Dich mal an wissenschaftliche Fakten und nicht an esoterischen und / oder astrologischen Unfug. Oft wird da die Gravitation ( Anziehungskraft ) ins Spiel gebracht. Aber ein dicker Mensch der direkt neben Dir steht übt - zumindest physikalisch - eine größere Anziehungskraft auf Dich aus.

Der Mond ist für Deine Gelenke  ebenso wichtig - oder unwichtig - wie eine Glühbirne an Deiner Decke. 

Ich wünsche Dir gute Besserung.

Eher mit einer Überlastung oder Krankheit.

Nein. Du benötigst Calcium für deine Knochen. Iss viel Milchprodukte.

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