Ich habe mal von Freunden gehört, dass Linux nicht mit jedem Gerät kompatibel ist, stimmt das?

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6 Antworten

"kompatibel" soll bestimmt bedeuten, dass Linux nicht mit jeder Hardware umgehen kann. Das ist richtig, gilt aber auch für Microsoft-Produkte (Windows). Wenn z.B. für Windows-XP für eine neue Baugruppe keine Treiber gibt, dann kann man diese Baugruppe auch nicht mit XP benutzen.

Es muss also immer jemand Treiber, bei Linux heißen die Module, entwickeln. Die Hersteller der Hardware realisieren das für Windows-Betriebssysteme normalerweise selbst oder beauftragen andere damit.

Bei Linux werden die Module oft, sagen wir in Hobby-Arbeit erstellt. Diese Personen müssen aber eine genau Beschreibung der Hardwarebaugruppe bekommen. So ist es nicht selten, dass solche Beschreibungen als  Betriebsgeheimnis geführt werden und der noch so gute Programmierer keine Möglichkeit hat, funktionsfähige Programme abzuliefern.

In der Zwischenzeit hat sich aber wohl herumgesprochen, dass das Zurückhalten von Informationen nicht gut für den Verkauf solcher Baugruppen ist.

Trotzdem bleibt wohl doch eine kleine Zeitverzögerung zwischen Windows-Treiber und Linux-Modul. Das trifft aber doch nur die Leute, die immer nur die aller neueste Hardware haben wollen. 

Über die Zerstörung von Hardware durch Linux-Software habe ich auch schon gehört. Das liegt aber schon 20 Jahre zurück und ist auf die gleichen Dinge, wie oben beschrieben zurückzuführen. Vor 20 Jahren war die Anzahl von Transistoren in den Schaltkreisen doch noch sehr beschränkt, so dass man auf "Sperren" verzichten musste. (Vergleichbar mit einem Auto, bei dem man gleichzeitig den Vor- und den Rückwärtsgang einlegen kann).

So ( wenn ich mich recht erinnere ) konnte man durch bestimmte Einstellungen die Hardware zur Steuerung der Festplatten zerstören.

Das ist vergleichbar mit der Übertaktung einer CPU. Muss man das machen?

Ich gehe mal davon aus, dass ein Anfänger andere Probleme zu lösen hat, als irgendwelche Einstellungen vorzunehmen,  die dann zu Schäden führen können.

In 20 Jahren, so lange arbeite ich mit Linux,  ist mir das noch nicht gelungen.

Und doch ist es zu einem Problem gekommen, das nie wieder weg geht.

Ich möchte nie wieder mit Windows arbeiten müssen.

Kommentar von LemyDanger57
10.12.2015, 20:41

bei Linux heißen die Module

Bei Linux heißen alle Programme, die in denKernel eingebunden werden, Module, nicht nur die Treiber-Module.

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Ich habe mal von Freunden gehört, dass Linux nicht mit jedem Gerät kompatibel ist, stimmt das?

Und das ist bei Windows oder OS X nicht so?

Also es wurde mir gesagt das es zu Problemen führen kann die nie wieder weg gehen.

Sag diesen "Experten", sie sollen es mit Dieter Nuhr halten_ Wenn man keine Ahnung ha, einfach mal die F&§$$§ halten.

Das einzige Problem, dass nicht mehr weg geht, wenn Du mal mit Linux gearbeitet hast, ist, dass Du eine heftige Abneigung gegen Windows bekommst.

Kommentar von hundemarke
12.12.2015, 13:04

Mir fällt dazu das "Science Buster" (ORF/3sat) Zitat ein: "Wer nichts weiss, muss alles glauben."

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Ich vermute, dass guenterhalt und Linuxhase das schon angesprochen haben, bin jetzt aber zu faul diese Antworten zu lesen, und tippe deshalb selbst nur diese kleine Anmerkung hier:

Linux unterstützt in der Summe viel viel viel mehr Hardware als Windows!

Und zwar läuft die meiste Hardware unter Linux Out-of-the-Box, ohne zusätzliche Treiberinstallation. Das gilt insbesondere für ältere Geräte.

Ich habe mehrere HP A3-Farblaser Drucker, für die es seit Windows 7 keine Treiber mehr gibt. Unter Linux: Rangesteckt, sofort erkannt und automatisch konfiguriert. Nicht ein einziger Klick war nötig, um damit drucken zu können!

Allerdings bieten viele Hersteller für ihre Hardware keine Linux-Treiber an, und so kann es leicht passieren, dass brandneue Geräte unter Linux nicht funktionieren, es sei denn, sie arbeiten mit einem generischen Treiber (wie USB-Sticks, MIDI-Interfaces, Keyboards, etc.).

Allerdings schreibt dann fast immer irgendjemand in der Community einen Treiber dafür ... das dauert allerdings manchmal bis zu einem Jahr oder länger. Wenn man Glück hat, nur ein paar Tage oder Wochen.

Viele Hersteller verdongeln ihre Hardware auch, um zu verhindern, dass dafür dann freie Treiber entwickelt werden. Das ist oft bei Grafikkarten, Soundkarten, WLAN-Sticks, und ganzen Laptops der Fall.

Deshalb läuft Linux oft nur mit Einschränkungen auf brandneuen Laptops ... zum Beispiel funktioniert dann die Webcam nicht. Wenn man dann aber ein halbes Jahr wartet, sollte meistens alles funktionieren. Das ist gerade mit Samsung Laptops der Fall, bei denen der Hersteller oft sehr merkwürdige Spezialhardware verbaut, deren Treiberentwicklung dann unter Linux oft eine gewisse Zeit in Anspruch nimmt.

Fazit: Insgesamt läuft auf Linux mehr Hardware, denn Windows unterstützt meist nur die Hardware, der letzten paar Jahre, Linux hingegen die, der letzten Jahrzehnte. Allerdings sieht es mit Bleeding-Edge-Geräten oftmals düster aus ... aber auch das gibt sich meistens, wenn man etwas Geduld aufbringt.

Ich muss aber aus meiner persönlichen Erfahrung sagen, dass ich noch nie eine einzige Hardware hatte, die nicht unter Linux auf anhieb lief! Darunter waren USB-Mikroskope, TV-Sticks, GSM-Modems, und natürlich die gängige Standardhardware wie Netzwerk, WLAN, Monitore, etc.

Ich besitze mehrere Laptops von Sony, NEC, Samsung und ASUS, und auch hier funktioniert alles tadellos.

Aber ich muss gestehen, dass es sich dabei vermutlich einfach nur um Glück handelt, da man ja immer wieder von Leuten liest, die arge Probleme mit ihren Geräten unter Linux haben.

Allgemein gibt es einige Hersteller, die fast immer Linux-problematische Hardware herstellen, und dann gibt es welche, deren Produkte ausnahmslos ohne zu mucken funktionieren.

Bei Druckern kann man unter Linux eigentlich HP uneingeschränkt empfehlen, und bei Grafikkarten Intel, wobei ich persönlich auch noch nie Probleme mit Nvidia und Radeon hatte, aber da scheiden sich wohl die Geister.

Trotzdem ist es immer ratsam, vor dem Kauf darauf zu achten, ob es zumindest eine inoffizielle Linux-Unterstützung gibt. Oftmals reicht dafür eine kurze Recherche in einschlägigen Foren, oder eine kurze Google-Suche.

Na toll, jetzt habe ich doch viel mehr geschrieben, als ich eigentlich wollte. Da hätte ich mir doch gleich die Antworten von guenterhalt und Linuxhase durchlesen können.

Ich hoffe, dass ich jetzt nicht alles doppelt geschrieben habe. :)

Ja, es gibt gewisse Konstallationen, in denen das Booten von Linux den Rechner beschädigt hat - das ist aber eher selten. 

http://www.theregister.co.uk/2013/01/31/ubuntu_uefi_bricking_samsung_laptops/

Dass eine vorhandene Windows-Installation durch Linux beschädigt wird, scheint dagegen häufiger vorzukommen, insbesondere im Zusammenhang mit UEFI Boot. Umgekehrt kommt es aber auch vor.

Hallo

Ich habe mal von Freunden gehört, dass Linux nicht mit jedem Gerät kompatibel ist, stimmt das?

Das stimmt genauso wie: Windows ist nicht mit jedem Gerät kompatibel.

Nämlich gar nicht! GNU/Linux läuft auf mehr und unterschiedlicherer Hardware als jedes andere Betriebssystem auf diesem Planeten.

Also es wurde mir gesagt das es zu Problemen führen kann die nie wieder weg gehen.

Das ist nun wirklich totaler Unfug, es ist nur Software.

Linuxhase

Kommentar von guenterhalt
10.12.2015, 08:42

Das ist nun wirklich totaler Unfug, es ist nur Software.

wenn ich mich recht erinnere, dann war in einem Handbuch ( um 1995)  von SuSE eine Warnung enthalten, die so eine dauerhafte Zerstörung der Hardware bei falscher Benutzung des Befehls hdparm  beinhaltete.
Auch wenn das ein Problem der damaligen IDE-Controller war, das Gerücht, dass Linux die zerstört hat sich offensichtlich über Jahrzehnte gehalten.

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Leider funktionieren Apple-Geräte nur schlecht, bzw gar nicht mit Linux.

Versuche seit ca 6 Monaten einen Ipod ans Laufen zu kriegen....

Ansonsten war meine Linux-Erfahrung bezüglich Hardware: einstecken und los gehts!

Kommentar von LemyDanger57
12.12.2015, 22:16

Leider funktionieren Apple-Geräte nur schlecht, bzw gar nicht mit Linux.

Woher hast Du denn diese Erkenntnis? Etwa da her:

Versuche seit ca 6 Monaten einen Ipod ans Laufen zu kriegen....

?

Das liegt aber daran, dass die meisten Linux-Distributionen (und auch Windows und OS X) für Intel/AMD-Prozessoren geschrieben sind, iPods , genau wie iPhones, Android-Handys, aber auch iPads oder Android-Tablets, ARM-Prozessoren (oder vergleichbare) verbaut haben. Es ist also eine völlig andere Architektur im Einsatz, daher wirst Du auf dem iPod weder eine normale Linux-Distribution, noch WIndows oder OS X zum Laufen bekommen. Hat also rein gar nichts mit Apple-Geräten zu tun.

Es gab vor Jahren (207/2008) eine spezielle Linux-Distributiom. iPodLinux, aber da hat man wohl seit fast 8 Jahren auch nichts Neues mehr gehört. Du brauchst also ein spezielles Linux, welches auf der Prozessor-Architektur Deine ipods läuft.

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