Ich habe mal paar Fragen zum Thema Meditation?

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2 Antworten

Ich bin Buddhist und habe ein paar Jahre Erfahrung mit buddhistischer Meditation, also werde ich versuchen, meine persönliche Meinung möglichst verständlich zu erklären.

Was kann man alles mit Medtiation erreichen?

Meditation ist kein Mittel um "besser" zu werden, sich zu "optimieren", oder irgendeine besondere Fähigkeit zu erlangen. In der Meditation gibt es kein Leistungsdenken und daher auch nichts zu erreichen.

Jeder Gedanke an ein Ziel, an Verbesserung, bedeutet, dass der Geist irgendwelche Pläne macht und Strategien für die Zukunft entwirft. Man ist dann mitten drin im Gedankenkarusell gefangen. Das ist aber das Gegenteil von Meditation.

Verschiedene Dinge wie eine größere Ausgeglichenheit, mehr innere Ruhe, bessere Konzentrationsfähigkeit oder dergleichen sind lediglich Nebeneffekte, nicht aber das Ziel der Meditation.

Meditation an sich ist für nichts gut, denn es geht nicht darum, ein Ziel zu erreichen, sondern diesen Moment ganz bewusst zu erfahren, in diesem Moment aufzugehen, ohne ihn zu bewerten.

Wenn man meditiert, müssen unbedingt Bilder vorkommen oder sieht man alles schwarz?

Bei Meditation geht es nicht darum, in Trance zu gehen, oder zu träumen. Meditation ist ein Zustand entspannter Achtsamkeit, weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Man nimmt einfach diesen Moment in seiner Gesamtheit wahr, die Haltung, die Atmung und lässt alle Anhaftungen los.

Es ist ganz normal, das einem Gedanken im Kopf herumkreisen und es ist völlig zwecklos und ermüdend, sie willentlich vertreiben zu wollen. Man lässt sie also einfach vorbeiziehen, wie Wolken am Himmel.

Wann immer ein Gedanke auftaucht, kehrt man mit der Aufmerksamkeit wieder auf sein Meditationsobjekt, zB den Atem zurück und lässt die Gedanken los.

Wenn man die Augen schließt, dann sieht man auch nichts, es sei denn, man beginnt tagzuträumen und herumzudösen. Das ist aber natürlich keine Meditation.

Kann man bei Meditation im Unterbewusstsein landen

Wenn man die oberflächlichen Gedanken, zB daran, was man nachher zu Essen macht, oder welches Spiel man zocken will, einfach vorbeiziehen lässt, dann tauchen neue auf.

Etwa daran, was man morgen einkaufen muss, oder ob es sich lohnt eine neue Winterjacke zu kaufen...so wie der Körper Schweiß absondert, so produziert der Geist immer neue Gedanken.

Da können dann auch längst vergessene Erinnerungen dabei sein - etwa an das Lied aus dem Kindergarten, an den Grundschullehrer, oder das erste Playmobil-Auto...

Das heißt also, dass bei regelmäßiger Meditation durchaus Inhalte aus dem Unterbewusstsein wieder hochgespült werden können, auch wenn man sie schon längst vergessen glaubte.

Das ist also letztlich auch nur "mentaler Abfall", weißes Rauschen, nichts das in irgendeiner Weise von Bedeutung wäre.

Lediglich Personen mit einer psychischen Erkrankung, oder jemand der traumatische Erfahrungen gemacht hat, sollten sich aus genau diesem Grund nicht einfach alleine mit Meditation befassen.

Meditation ersetzt keine Therapie und jemand mit psychischen Problemen sollte mit seinem Psychiater, oder Psychotherapeuten darüber reden, ob Meditation eine gute Idee ist und welche Form er für sinnvoll hält.

Ich hoffe, meine Antwort war hilfreich. :-)

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Kommentar von JousafPi12345
06.03.2017, 20:56

Beste Antwort, danke für die Mühe! 

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Kommentar von Enzylexikon
07.03.2017, 20:08

Vielen Dank für den Stern. :-)

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1. a) Tiefenentspannung, Erdung, Battetien wieder aufladen. b) Änderung der Grundeinstellung des Betriebssystems, des BIOS. 2. Allesmögliche: Bilder, Gedanken, Gefühle, Empfindungen usw.. Dunkelheit eher selten. 3. Nein. Im Unterbewusstsein, im klassischen Sinne landet man nicht. Eher erkennt man, dass Kontrolle eine Illusion ist. Oder vergleichbar wäre auch ein Tiefschlaf, in dem man noch ein kleines bisschen wach ist. Zum Teil ist es auch zu verstehen als ein vorübergehender Rückbau aller Ausdrücke und Entfaltungen des Daseins, so dass am Ende nur noch das übrig bleibt was wir im Kern sind.

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