Ich habe keinen Arbeitsvertrag was muss ich tun?

5 Antworten

Du brauchst nicht zwingend einen schriftlichen Arbeitsvertrag, du hast einen mündlichen, sieht man ja daran das du arbeiten gehst und dein Arbeitgeber die Lohn bezahlt. Eine Kündigung zu unterschreiben ist immer schlecht! Lieber kündigen lassen! Bei der Eigenkündigung verzichtest du auf vielerlei Sachen (z.Bsp. Abfindung, etc, zudem könntest du eine Sperre vom Arbeitslosengeld bekommen wenn du selbst kündigst).

Zunächst mal, hast du sehr wohl einen Arbeitsvertrag. Dieser wurde allerdings nicht schriftlich sondern mündlich geschlossen. Er ist auf jeden Fall in vollem Umfang gültig und für den Arbeitgeber bindend. Lohn und Urlaub lassen sich über die Abrechnung nachweisen, der Rest wird über Gesetze geregelt.

Wenn dein Arbeitgeber von einem anderen Unternehmen gekauft wurde, nennt sich das Betriebsübergang. Dies ist im BGB § 613a geregelt.

Prinzipiell muss der neue Arbeitgeber in das bestehende Arbeitsverhältnis mit allen Rechten und Pflichten eintreten. Für dich ändert sich dadurch ausser der Firma gar nichts.

Eine Kündigung ist ein einseitiges Rechtsgeschäft. Dies bedeutet, für die Kündigung ist es ohne Bedeutung, ob du sie unterschreibst. Anders sieht es bei einem Aufhebungsvertrag aus. Diesen würde ich an deiner Stelle auf keinen Fall unterschreiben. Dadurch würdest du auf sämtliche Rechte, die dir zustehen, verzichten.

Wenn der neue Arbeitgeber dir kündigen will, dann kann er das ja versuchen. Dies wäre jedoch nur im Rahmen einer betriebsbedingten Kündigung möglich. Hierzu ist eine Sozialauswahl zu treffen. Dabei werden die Betriebszugehörigkeit, das Lebensalter, die sozialen Verpflichtungen und evtl. Schwerbehinderungen berücksichtigt.

Sollte die Auswahl willkürlich erfolgen, sind die Kündigungen regelmässig unwirksam.

Falls du einer Aufhebung zustimmst, wirst du vom Arbeitsamt 12 Wochen lang gesperrt. Also auf keinen Fall zustimmen. Falls du die Kündigung bekommst, geh damit sofort zur Arbeitsagentur. Diese Personen sind deine erste Anlaufstelle. Danach kannst du dir Gedanken über einen neuen Job und evtl. eine Klage vor dem AG machen.

Was heißt: "Ich soll mein Kündigung unterschreiben"?

Wenn damit gemeint ist, das Du selbst kündigen sollst: auf keinen Fall!

Wenn eine andere Firma "Deine" Firma gekauft hat, bleibt Dein Arbeitsvertrag - auch wenn er nur mündlich geschlossen wurde - zunächst einmal bestehen.

Wie groß ist die neue Firma? Wahrscheinlich gilt das Kündigungsschutzgesetz in vollem Umfang, d.h. die neuen Arbeitgeber können Dir nur kündigen, wenn es dafür betriebliche Gründe gibt (dann muss es aber eine Sozialauswahl unter vergleichbaren Mitarbeitern geben) oder Gründe in Deinem Verhalten (z.B. Verletzung arbeitsvertraglicher Pflichten) oder Deiner Person (Du bist z.B. nicht geeignet für die Tätigkeit - was hier konkret aber wegen der bisherigen langen Tätigkeit natürlich nicht zutreffen dürfte).

Solltest Dir tatsächlich gekündigt werden, musst Du innerhalb von 3 Wochen Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht erheben; die Rechtsantragstelle des Gerichts nimmt die Klage entgegen und hilft auch kostenlos bei der Formulierung; wenn Du Dir das selbst zutraust: ein Anwalt ist in dieser Instanz noch nicht vorgeschrieben.

Bei einer betriebsbedingten Kündigung (bei Geltung des Kündigungsschutzgesetzes) hast Du übrigens einen Rechtsanspruch auf eine Abfindung, wenn Du bis zum Ende der 3-wöchigen Klagefrist auf eine Kündigungsschutzklage verzichtest; die Höhe der Abfindung beträgt nach dem Kündigungsschutzgesetz mindestens 1/2 Monatsgehalt pro Beschäftigungsjahr.

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