Ich habe keine Identität. Wie finde ich mich selbst?

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3 Antworten

Ich bin gleichalt und selbst durch eine fünfjährige Selbstfindungsphase hindurch (bzw. sie wird wohl nie aufhören ;) ).. Folgendes war (und ist) meine Vorgehensweise:

Auf der anderen Seite ist das Gras immer grüner. Vergleich dich nicht mit anderen Leuten - es gibt immer welche, die etwas besser können als du. Sei dir selbst genüge, dann bist du definitiv glücklicher. Komm erst einmal aus dem Gedankengang heraus, dich selbst über andere zu definieren und dich mit ihnen vergleichen zu müssen.

Dann - akzeptiere deinen momentanen Status und reg' dich nicht drüber auf. Auch das bringt dir mehr.

In einer Selbstfindungsphase ist es wichtig, nicht krampfhaft zu suchen, sondern ein gesundes Interesse an allem zu hegen und sich einfach in das hineingehen zu lassen, was am interessantesten erscheint. Du beschreibst oben kurzum, dass du nichts magst und zu nichts taugst. Das ist Blödsinn. (Wie gesagt, hör auf dich zu vergleichen. Solche Aussagen kann man nämlich nur treffen, wenn man vergleicht.) Vor allem Amateurmusik lebt nicht davon, wie gut man ist, sondern davon, wie viel Spaß es einem macht. Man kann nach einer Woche Gitarre lernen die Augen schließen und wild die einzigsten drei Töne dahinklimpern, die man kann, und völlig dabei zerfließen.

Das Prinzip lässt sich auf alles was du tust anwenden. (Natürlich sollte man nicht faul oder arrogant durch diese Denkweise werden, sondern sich einfach selbst akzeptieren und Spaß haben.)

Aber für alle Hobbies braucht man Geduld und vor allem Selbstdisziplin (sogar für Selbstfindung). Vieles wird zu Beginn und vielleicht sogar über Monate hinweg keinen Spaß machen - der kommt oft mit Zeit und Übung.

Vor allem als Student macht es mir Spaß, auch mal handwerklich etwas zu
machen. Ich habe mir für das nächste Frühjahr z.B. vorgenommen
Paracordpeitschen zu flechten, andere Leute sägen Dekoartikel aus dünnem
Holz mit der Laubsäge, wieder andere Töpfern, etc.pp. Das sind alles
nicht sehr teuere Hobbies.

Ich kenn dich nicht, aber ich denke es kann niemandem schaden, Selbstdisziplin aufzubauen.

Versuche mal folgendes: Stelle deinen Wecker jeden Morgen auf 5 oder 6 Uhr, atme tief durch sobald er klingelt, Strecke deine Arme und spring auf. (Das kann man im Wachzustand üben, damit es morgens automatisiert geht.) Dann setzt du dich direkt an den Schreibtisch und schreibst eine halbe Stunde lang jeden Tag soviele mögliche Lebensziele die zu dir passen auf. Einfach ein Stück Papier nehmen und das was in den Sinn kommt aufschreiben. Solange, bis du auf etwas stößt, dass dich emotional werden lässt - dann bist du auf dem richtigen Pfad. (Es kann viele Hundert Ideen dauern, bis man dahin kommt.)
Auch wenn du es nicht weisst, du hast insgeheim Ziele. Dein sehr ausgeprägtes gesellschaftliches Denken verhindert, dass es zum Vorschein kommt.

Du scheinst dich ja sehr über deine Gesellschaft zu definieren. Du kannst einem Verein beitreten, der sich für irgendetwas gesellschaftliches oder soziales engagiert, o.ä. Das gibt dir ein gutes Gefühl, viele deiner Zeitreserven werden aufgebraucht und du hast was, über das du dich definieren kannst.

Dein Text strahlt Selbstbewusstsein aus. Zwar kein sehr positives Selbstbewusstsein - aber daran lässt sich arbeiten. Les dir mal einige Artikel in diesem Blog durch. Unten links sind sehr viele Kategorien - Steve Pavlina ist ein sehr begnadeter Schreiber und hat viele sehr nützliche Methoden um Selbstbewusstsein und Charakter aufzubauen: http://www.stevepavlina.com/blog/2006/04/how-to-squash-negative-thought-patterns/ (Falls du nicht gut in Englisch sein solltest hast du jetzt einen guten Grund, deine Vokabeln aufzubessern ;) )

Lerne positiv zu denken, die Negativität, die aus jedem deiner Sätze heraustropft, wegzuwischen. Du lebst im hier und jetzt und solltest lernen, dies glücklich zu betrachten. Es wird immer Mängel geben, doch auch ohne diese zu erfüllen kannst du glücklich sein.

Und eins noch: Dein Charakter ist wandelbar. Er wird nie vollends ausgeprägt sein und so ziemlich alles an ihm ist änderbar, manches sehr schwer, manches leicht. Viele Menschen erkennen dies nicht und verrennen sich irgendwann in schlechten Gewohnheiten die ja angeblich "nicht änderbar sind", da die Menschen ja "so sind wie sie sind". Unfug, das ist reine Faulheit.

Und insgeheim haben die meisten Leute genau das gleiche Problem wie du und ich. Sie tun nur so, als seien sie krass sicher im Leben. Nimm es also auch nicht zu ernst ;)

Viel Spaß

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Du schreibst,dass du Musik magst...ich lese es so das du aber unmusikalisch bist ? Bezieht sich das aufs selber spielen? Wie wäre es zB mit einer Software um Musik/Melodien selber zu schreiben? So eine DJ Software.

Du solltest mal ein paar neue Sachen ausprobieren...auch wenn evtl nicht so die Lust dafür da ist. Klingt blöd aber zwing dich anfangs dazu um den Schweinehund zu überwinden. Probier doch zB mal ein paar Kurse beim VHS aus ? Lerne Sprachen. Vielleicht liegt dir das. Da du viel im Internet rechachierst scheinst du dich schon für vieles zu interessieren.

Wenn dein Job nur im Sommer geht, hättest du jetzt ja auch Zeit immer mal ein Praktikum zu machen in verschiedenen Bereichen um die Branchen kennenzulernen. Das könnte dir auch helfen heraus zu finden was du später vielleicht mal machen möchtest.

Steck den Kopf nicht in den Sand ...mit 21 bist du noch nicht zu alt deinen Weg zu finden. Ganz im Gegenteil. 

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Kommentar von verdammtamleben
25.11.2015, 15:10

Ja, ich mag Musik, aber ich kann keine Songs schreiben. bin immer wieder dabei, dass ich einen Song schreiben will, der klingt dann meist nur ziemlich blöd und komisch. Manchmal spiele ich Akkorde auf der Gitarre, mehr kann ich nicht. In Sprachen bin ich ganz schlecht, derzeit belege ich Französisch A1 und Schwedisch A2, meine Noten sind aber ziemlich schlecht da... Praktikum kann ich nicht machen, ich muss ja zur Uni...

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Wie wäre es mit einem Umzug? Tapeten wechsel damit du selbstständiger wirst und das Öde Leben hinter dir lassen kannst. Jeder Mensch hat irgendwelche vorliebe magst du Tiere? magst du Videospiele? magst du Politik? einfach alles durch probieren irgendwas findest du schon. Paar neue Leute kennen lernen schadet auch nicht. Du musst deinen Horizont erweitern! Das macht doch Spaß die Welt zu entdecken. Ich habe auch Jahre lang in einem Kaff gelebt, bin dann mit 20 ausgezogen und seit dem läufts eigentlich ganz gut^^. Für Langeweile ist das Leben zu schade. Du musst lernen auf eigenen Füßen zu stehen, da hilft oft auch einfach ein schubser von hinten ins Kalte Wasser. Augen zu und durch!

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Kommentar von verdammtamleben
25.11.2015, 13:11

ich bin schon mit 18 ausgezogen und seitdem auch schon 3x umgezogen, wohne so weit außerhalb, weil ich mir die Wohnungen in der Stadt (München ist ja bekanntlich teuer) nicht leisten konnte :/ Vorlieben fallen mir beim besten Willen keine ein... Videospiele oder Politik sind nicht so meins... Haustiere darf ich leider keine haben in meiner Wohnung. aber ich liebe Katzen, meine Eltern haben eine aber ich war schon seit mehreren Monaten nicht mehr bei den Eltern. ich weiß nicht, wo ich neue Leute kennenlernen kann, hier ist ja nichts^^ ich würde gerne mehr von der Welt sehen, aber leider kann ich mir grad mal so das Senesterticket zur Uni leisten...

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Kommentar von verdammtamleben
25.11.2015, 15:07

die kann ich mir nicht leisten. in München kostet ein zentral gelegenes WG Zimmer um die 500 (kalt!) aufwärts. Derzeit zahle ich 260 warm. ich hab ja einen super Job, aber den kann ich nur im Sommer machen. im Winter wüsste ich nicht, was ich machen könnte, in Restaurants wurde ich bereits 2x nach wenigen Tagen Arbeit gefeuert, da ich angeblich zu ungeschickt bin...

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