Ich habe kein richtiges Leben mehr, außer Krafttraining?

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5 Antworten

Hi,

Erfahrungen hab ich mit dem, was du schilderst zwar nicht, aber ich kann mich recht gut in deine Lage versetzen, weil Kraftsport inzwischen auch mein größtes Hobby ist und - naja, vielleicht helfen dir meine Gedanken ja weiter:

Zu allererst: Um deine Gesundheit nicht weiter zu gefährden, solltest du die Steroide weglassen. Sofort. Die Abhängigkeit dazu findet nur in deinem Kopf statt, nicht körperlich, da Steroide ja nicht die typische Wirkung einer Droge haben. Natürlich: Das wird Folgen für deinen Körperbau haben. Du wirst nicht mehr so schwer trainieren können, du wirst sehen, dass sich deine Erfolge etwas zurückbilden. Klar, das ist sch...e, aber stell das mal gegen Krebs und Organversagen ... 

Ich versteh' das voll und ganz: Dir liegt mit Sicherheit sehr viel an deinem Körper. Mir auch an meinem und deshalb weiß ich, dass man einen sehr guten Körperbau erreichen kann, ohne Steroide und ohne sechs mal die Woche zwei Stunden Training. Wie gesagt, du wirst ohne Steroide erstmal Rückschläge erleben, aber da kannst du gegenhalten: Mit intensivem Training und der richtigen Ernährung - ich muss dir ja nicht sagen, wie das funktioniert. 

Du sagst, dass du mit dem ganzen "Fitness-Kram" aufhören willst. Du scheinst damit wirklich viel negatives zu verbinden. Dabei ist Fitness eigentlich ein riesen Gewinn für dein Leben. Ich kann es mir gar nicht mehr vorstellen, mich NICHT nach Plan zu ernähren und NICHT ins Fitnessstudio zu gehen.

Warum willst du ganz damit aufhören? Integriere den Kraftsport doch einfach so in dein Leben, dass er dir nur Vorteile bringt.

Dass die Steroide weg müssen, wissen wir schon. Aber: Gehe statt sechs mal, nur noch vier mal die Woche zum Training. Trainiere nicht zwei bis drei, sondern maximal eine Stunde am Tag. (Ist sowieso besser für dein ZNS und die Muskulatur). Stelle deine Model-Karriere weiter hinten an. Das was du beschreibst, sind die typischen Schattenseiten eines Menschen, der im Rampenlicht steht: Viel Ruhm, aber ein trauriges Privatleben. Dann ÄNDERE das doch einfach. Es ist tatsächlich so einfach, wie es klingt: Sag meinetwegen der Hälfte aller Angebote von irgendwelchen Model-Agenturen ab und investiere die freie Zeit in deine Familie, Freunde, Beziehungen. In alles, was du jetzt vermisst.

Du hast Streit mit deiner Familie? Jetzt, wo du keine Steroide mehr zu dir nimmst, kannst du ihnen sagen: "Hey, ich bin clean. Tut mir leid, dass ich erst jetzt damit aufhöre." Deine Freunde entfernen sich von dir? Jetzt, wo du mehr Zeit für sie hast, kannst du sie fragen: "Habt ihr heute Abend schon was vor? Ich hab das Shooting abgesagt."

Verstehst du, worauf ich hinaus will? Du musst es einfach nur tun. 

Wenn du jetzt sagst: "Es ist aber schwierig, mit dem exzessiven Fitness-Lifestyle zu brechen", dann ist das nichts als ein Gedanke in deinem Kopf. Vergiss das. Gedanken können dich nicht wirklich davon abhalten, etwas zu verändern. 

Alles, was dich lähmt, ist die jetzige Situation, die dich unzufrieden macht. Diese Situation ändert sich aber nur, wenn DU sie änderst. Jetzt.

Alles Gute!

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Crones 01.12.2016, 23:17

Hallo,
im großen und ganzen sehe ich das genauso.

Aber:
je nachdem welche Steroide er konsumiert ist einfaches sofortiges absetzen nicht zwangsläufig das beste.
Bei einigen muss langsam die Dosis reduziert werden, bei anderen mit Medikamenten unterstützt.
Ich rate zum Aufsuchen eines Experten.

Grüße

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aesthetics4ever 02.12.2016, 12:00

Vielen Dank, natürlich werde ich mit den Stoffen aufhören, aber wie Crones gesagt hat, braucht das paar Wochen bis ich alles sauber absetzen kann. Schwächer werde ich natürlich, jedoch greift das mein Ego extrem an. Man drückte 140kg auf der Bank, vor seinen Freunden, auf Reps und jetzt geht das nichtmal. Höchstens 100kg x 1mal. Hört sich kindisch an, aber man ich fühle mich so.

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reverse95 02.12.2016, 13:21
@aesthetics4ever

Ja, das Ego muss man ohne Stoff wirkllich vor der Studiotuer ablegen ...

Das packst du aber schon - viel Erfolg!

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Hallo! Ich kann Dich verstehen - und könnte Stunden schreiben. 

Dass man mit permanenten Erfolgen an den Rand dieser Sucht geraten kann weiß ich aus eigener Erfahrung. Viele Jahre Bundesliga Gewichtheben, viele nationale Erfolge, permanente Präsenz in der Presse - es kann schon süchtig machen. 

Zudem besteht die Gefahr dass man durch einen athletisch durchtrainierten Körper stets nahe am Narzissmus steht, auch da gibt es Suchtpotential. Hormone wie als bekannteste die Endorphine machen besonders den Ausdauerläufer nicht nur unterwegs glücklich sondern oft auch süchtig. Auch oder gerade Adrenalin kann man als erfahrener Sportler beim Anstreben Und Erreichen eines Erfolges körperlich spüren. Suchtgefahr!!! Möglicherweise machen auch andere Stresshormone wie die Glukokortikoide ( Steroidhormone ) oder Catecholamine unbewusst süchtig.

Man bekommt eine Identität die man über den Sport definiert.Und dann? Der erfolgreiche Sportler stirbt 2 x - und Du verstehst was ich meine.

Ich kenne einen Fall wie bei Dir der hat mit Suizid geendet - kein Einzelfall.

Auch Steroide machen schnell süchtig - indirekt durch Erfolge. Un d sie machen Risiko. Eine längere Einnahme von Anabolika ohne Folgeschäden gibt es nicht. Die Frage ist nur wie schwer sie sind und wann sie eintreten. Auch mal nach 30 Jahren - eine Zeitbombe. Fast alles sind Langzeitwirkungen. Sehr häufig Nieren- und Leberversagen, Impotenz, Prostatakrebs und vieles mehr. Und das Risiko beginnt mit der ersten Dosis.

Ich habe den Ausstieg aus dem gefährlichen Teil der Sucht längst geschafft. ich bin immer  noch süchtig nach Training und Leistung - Allerdings eher für mich. Muskeln habe ich - aber sie spielen optisch  kaum eine Rolle sind nur Mittel zum Zweck

Du wirst Dir völlig neue Ziele suchen müssen. Ist ein halber Tod - das kenne ich. Aber es gibt keine Alternative.

Ich bin zufrieden mit meinem Leben und was noch fehlt kommt noch.

Alles Gute.

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aesthetics4ever 02.12.2016, 12:04

Dankeschön. Ja, ich hatte auch Suizidgedanken, aber zum Glück ist diese Phase weg. Steroide, finde ich, haben die größte Suchtgefahr, da sie einen im Kopf sehr abhängig machen und das nicht soleicht wieder weggeht. Zum Glück hatte ich bis jetzt "nur" mildere Nebenwirkungen, sprich Haarausfall, Gyno und Libidoprobleme.

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kami1a 02.12.2016, 13:56
@aesthetics4ever

Hört sich gut an - nur es sind  Langzeitwirkungen die das Gro ausmachen.

Kein Trost aber bei Frauen ist das wesentlich schlimmer

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Gleiche Erfahrung jetzt nicht, aber es wäre nicht gesund von Heute auf Morgen einfach mit dem Training aufzuhören.

Würde das Training ein wenig runterfahren und evtl. - falls es finanziell machbar ist - eine Ausbildung zum Physiotherapeut oder Sportlehrer machen. Jetzt ist noch Zeit genug.

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Fange doch eine Ausbildung an, oder gehe zur Abendschule, danach kannst du studieren. Das mit dem Fitness würde ich langsam ausschleichen, vielleicht bekommst du auch noch den ein oder andere Modelljob wenn du studierst nebenher.

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Ich wollte noch hinzufügen, dass ich auch massive Roid-Rages habe(Wutanfälle) und mir somit jeden sozialen Kontakt vermassele und auch den Alltag. Zudem war ich noch deshalb paar Tage im Gefängnis, weil ich mich auf der Straße nicht zusammenreißen konnte.

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