Ich habe gelesen, dass Jesus auch für seine Feinde gebetet hat. Was War genau der Grund dafür?

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16 Antworten

Ja, warum kann Jesus für Seine Feinde gebetet und auch uns gelehrt haben, nicht nur unseren Nächsten, sondern ebenfalls unsere Feinde zu lieben und sogar jedem zu vergeben? Weil er uns alle liebt, trotz unserer Unvollkommenheit! Er will für jeden nur das Gute, auch für Seine Feinde, die sich oft ihrer Taten nicht bewusst sind, sich aber trotz allem noch immer besinnen und ändern können.

... gelesen, dass Jesus auch für seine Feinde gebetet hat. Was War genau der Grund dafür?

Jesus lebte in stürmischen Zeiten. Um ihn herum herrschte Unzufriedenheit mit den römischen Unterdrückern. Immer wieder flammten Aufstände auf, die von den Besatzern brutal niedergeschlagen wurden. Jeden Tag starben Juden, weil sie sich den Besatzern widersetzten...

Und es fanden sich alle naselang "Propheten Gottes", die meinten, man müsse den Römern mit Gewalt gegenübertreten. Die Wissenschaft hat noch kein komplettes Bild, aber es dürften Dutzende gewesen sein, die zeitgleich zu Jesus versuchten, ihr geliebtes Volk mit Waffengewalt zu "befreien". Sie vergaßen jedoch, dass es sich bei den Juden nicht um ausgebildete und kriegserfahrene Soldaten sondern um Bauern, Fischer, Händler und andere "Zivilisten" handelte. Leute also, die gegen das kriegsgewohnte Heer der römischen Soldaten nicht die geringste Chance hatten...

Also fasste Jesus einen Plan: Anstatt sich in (sinnlose, weil aussichtslose) Kämpfe verwickeln zu lassen, wollte er den Feind "irritieren". Anstatt sich zu prügeln, bot er ihm "Freundschaft & friedliche Koexistenz" an. 

Und so kam es, dass er ultimativen Pazifismus lehrte.

Einen Hinweis findet man in folgenden Schriftstellen:

Hesekiel 18:32:
32 ‚Denn ich habe kein Gefallen am Tod des Sterbenden‘ ist der Ausspruch des Souveränen Herrn Jehova. ‚So bewirkt eine Umkehr, und bleibt am Leben.‘ “

Matthäus 4:17:
17 Von dieser Zeit an fing Jesus an zu predigen und zu sagen: „Bereut, denn das Königreich der Himmel hat sich genaht.“

Ein Sünder oder Feind Gottes kann seine verkehrten Handlungen einsehen, von seinem Weg umkehren und die Vergebung Gottes erlangen.


Lukas 15:17:
7 Ich sage euch, daß so im Himmel mehr Freude über einen einzigen Sünder sein wird, der bereut, als über neunundneunzig Gerechte, die der Reue nicht bedürfen.

Der Grund für diese Freude ist die Liebe Gottes zu den Menschen. Wie das auch zum Beispiel aus diesem Text hervorgeht:

1. Johannes 4:9-109 Dadurch wurde die Liebe Gottes in unserem Fall offenbar gemacht, daß Gott seinen einziggezeugten Sohn in die Welt gesandt hat, damit wir durch ihn Leben erlangen könnten.
10 Die Liebe besteht in dieser Hinsicht nicht darin, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und seinen Sohn als ein Sühnopfer für unsere Sünden gesandt hat.


Für uns bedeutet das, daß wir diese Liebe nachahmen sollten:

Lukas 10:27:
27 Er gab zur Antwort: „ ,Du sollst Jehova, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deiner ganzen Kraft und mit deinem ganzen Sinn‘ und ‚deinen Nächsten wie dich selbst‘.“

Für die Frage, wie das mit "Feinden" gehen kann, habe ich den nachfolgenden Aufsatz gefunden:



Unsere Feinde hassen? Der Rat Jesu, unsere Feinde zu lieben, entspricht dem Geist der Hebräischen Schriften voll und ganz (Mat 5:44). Der gläubige Hiob wußte, daß es verkehrt gewesen wäre, wenn er sich über das Unglück eines ihn Hassenden boshaft gefreut hätte (Hi 31:29). Das mosaische Gesetz erlegte den Israeliten die Pflicht auf, anderen Israeliten, die sie als ihre Feinde betrachten mochten, Hilfe zu leisten (2Mo 23:4, 5). Gottes Diener sollten sich über das Unglück eines Feindes nicht freuen; sie werden statt dessen aufgefordert: „Wenn der dich Hassende hungrig ist, gib ihm Brot zu essen; und wenn er durstig ist, gib ihm Wasser zu trinken“ (Spr 24:17, 18; 25:21).

Die Ansicht, daß Feinde gehaßt werden sollten, gehörte zu den Dingen, die die Lehrer der jüdischen Tradition dem Gesetz Gottes hinzugefügt hatten. Da das Gesetz von den Israeliten verlangte, daß sie ihren Mitmenschen liebten (3Mo 19:18), folgerten diese Lehrer, sie müßten ihre Feinde hassen. Als „Freund“ und „Nächster“ galt schließlich nur noch jemand, der zum jüdischen Volk gehörte, während alle übrigen Menschen als natürliche Feinde betrachtet wurden. Wenn man die traditionelle Ansicht der Juden über den Begriff „Nächster“ und ihren Haß und die feindselige Gesinnung gegenüber den Nichtjuden in Betracht zieht, kann man ohne weiteres verstehen, weshalb sie dem Gesetz Gottes die unberechtigten Worte hinzufügten: „. . . und deinen Feind hassen“ (Mat 5:43).

Der Christ dagegen ist verpflichtet, seine Feinde, d. h. diejenigen, die sich selbst zu seinen Feinden gemacht haben, zu lieben. Diese Liebe (gr.: agápē) ist keine sentimentale, nur auf einer persönlichen Bindung beruhende Liebe, wie gewöhnlich angenommen wird, sondern es handelt sich dabei um eine moralische oder soziale Liebe, um die bewußte Zustimmung des Willens aufgrund von Prinzipien, Pflicht und Anstand, um das aufrichtige Bemühen, das Wohl des anderen gemäß dem, was recht ist, zu fördern. Diese Liebe (agápē) setzt sich über persönliche Feindseligkeiten hinweg und läßt nicht zu, daß man sich dadurch von guten Grundsätzen abbringen läßt und Gleiches mit Gleichem vergilt. Ein Diener Gottes, der wegen seiner christlichen Handlungsweise verfolgt wird, betet sogar für seine Gegner, die in Unwissenheit handeln mögen, damit ihnen die Augen aufgehen und sie die Wahrheit über Gott und seine Vorsätze erkennen mögen (Mat 5:44).

Quelle: it-1 S. 1064-1066, auf jw.org

In Matthäus 5 liest man:

39 ".. wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete auch die andere dar..." 

44 "Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, .."

Und dergleichen mehr!

Was macht man nun, wenn jemand seinem einjährigen Enkel auf die rechte Backe schlägt? Dem Enkel sagen, er soll auch die andere hinreichen zum Zuschlagen? Pfff!

Wenn auch der Gedanke an Verzicht auf Rache hier mitschwingt und sicher ehrbar ist und viele Streitereien im Keime ersticken würde, aber erstens möchte ich auch nur eine Handvoll Christen sehen, die das so machen würden. Zweitens, ist es auch für von Gott völlig Durchdrungene und Erleuchtete keine Schande, im Falle des Falles "zurück zu schlagen". Das nennt man dann Notwehr und geht bedeutend plausibler ein als der Käse aus der Bibel, an den sich eh keiner hält!

Hallo Gylfie02

„Was war wohl genau der Grund dafür?“, das hast Du treffend formuliert. Du möchtest also den tieferen Sinn dahinter ergründen, so wie es für einen ernsthaften Christen Brauch sein sollte. Respekt!

Für eine authentische Antwort muss man die Bibel zu Rate ziehen - und dann findet man heraus, dass nicht nur Jesus für seine Feinde gebetet hat, sondern dass er auch seine Nachfolger, seine ernsthaften Nachfolger, aufgefordert hat es ihm gleich zu tun - und diese Aufforderung verknüpfte er mit einer Lektion.

Bevor ich Dir den entsprechenden Text einschließlich des Kontextes zitiere, kurz ein paar Worte zum Hintergrund dieser merkwürdigen Bitte, so wie er sich aus der Gesamt-Aussage der heiligen Schrift ergibt:

Es war und ist das erklärte Vorhaben unseres Schöpfers, aus unserem Heimatplaneten Erde ein Paradies zu machen, in dem absoluter Frieden herrschen wird. Nun waren leider die ersten beiden Menschen, ebenso wie die allermeisten ihrer Nachkommen, der Auffassung es ginge auch ohne Frieden und es ginge sogar ohne Gott. Was dabei herausgekommen ist, berichten uns die täglichen Nachrichten. Das hat allerdings weder unseren Vater im Himmel noch seinen Sohn Jesus Christus davon abbringen können, auf das erklärte Ziel hinzuarbeiten. Nutznießer dieses künftigen Paradieses werden verständlicherweise aber nur friedfertige Menschen sein. Menschen deren Friedenswille sogar so ausgeprägt ist, dass sie in der Bibel als „Friedensstifter“ bezeichnet werden. Jesu Vorbild und Jesu Lehre spricht solche Menschen an und filtert sie aus der Menge der Friedensstörer aus. (die wichtigsten „Eckdaten“ zu dieser Schilderung findest Du in Matthäus 7:21-23; 2. Petrus 3:13; Jakobus 3:18; Offenbarung 21:1-4 – am leichtesten lesbar in der Übersetzung Hoffnung für alle siehe biblserver.com)

Und nun Jesu Lektion in Sachen Frieden - zitiert aus seiner Bergpredigt (Matthäus 5:43-48) 

„Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: ‚Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.‘ [Anmerkung: das war kein biblisches Gesetz sondern eine selbst erfundene jüdische Regel]  Doch ich sage euch: Fahrt fort, eure Feinde zu lieben und für die zu beten, die euch verfolgen,  damit ihr euch als Söhne eures Vaters erweist, der in den Himmeln ist, da er seine Sonne über Böse und Gute aufgehen und es über Gerechte und Ungerechte regnen lässt. Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, welchen Lohn habt ihr? Tun nicht auch die Steuereinnehmer dasselbe?  Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr da Besonderes? Handeln nicht auch die Leute von den Nationen [Ungläubige] ebenso? Ihr sollt demnach vollkommen sein, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist.“

Außer also seinem eigenen beispielhaften Verhalten, weißt Jesus in diesen Worten besonders auf das vorbildliche Beispiel seines Vaters hin. Daraus kann man entnehmen, wie sich beide - Vater und Sohn - Menschen vorstellen, die einmal auf einer neuen Erde ewig leben dürfen. Und so gesehen ist unsere gegenwärtige „böse Welt“ ein ideales „Trainingscamp“ für wirkliche Nachfolger Christi - wenn auch kein leichtes.

Für seine Feinde zu beten,  hat natürlich nicht zum Ziel, deren feindseliges Verhalten zu fördern. Vielmehr ist es eine Bitte an Gott,  solchen Menschen dabei zu helfen ihre Gesinnung zu ändern  und so aus Feinden Brüder werden zu lassen.

Und tatsächlich gibt es schon heute Menschen, die sich durch solche Initiativen  als Segen für ihre Umwelt erweisen, weil sie Jesu Lektion ernst nehmen und im Rahmen ihrer Möglichkeiten als Friedensstifter wirken - und zwar in kleinen wie auch in größeren Kreisen.  

Interessanter Weise sagt Jesu sogar, dass man seine wahrhaften Nachfolger genau daran erkennen werde. Wörtlich „An eurer Liebe zueinander werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ (Johannes 13:35 Neue evangelistische Übersetzung)

Zwar hört sich das so an, als sei es zu schön um wahr zu sein - aber so etwas gibt es heute schon - und zwar innerhalb einer christlichen Minderheit, die überall auf der Welt vertreten ist.

Abschließend also noch einmal Deine Frage: „Was war genau der Grund dafür“ – für die Feindesliebe?  

Die Gründe habe ich Dir genannt, sogar die genauen - und was auch wichtig ist: sie waren nicht nur der Grund dafür, sie sind es immer noch.

Vielleicht helfen Dir diese Anregungen etwas weiter.

Alles Gute.



Da gibt es keine "Gründe" dafür. Dies entspricht seiner Gesinnung, welche er  in seiner Botschaft durchgehend rüber brachte. Und genau diese "Gesinnung" ist erforderlich um das "Heil" zu erlangen.
Im profanen Bereich versteht man dies auch als Deeskalations-Bestreben.
Bei Jesus ist dies Teil der "höheren Gerechtigkeit".

Nun ja, dass er einfach gütig ist, jedem verzeiht und auch seinen Feinden nur das beste wünscht (ist ja Jesus)

Kannst Du locker googeln. Macht er angeblich, weil seine Feinde nicht wissen was sie tun.

seine feinde gaben seinen taten mehr gehalt, mehr substanz

Der Grund war, weil Jesus alle Menschen, auch seine Feinde liebte. Deshalb hat er auch für sie gebetet. Das machen auch Christen, die ihren Glauben ernst nehmen.

Aus Liebe! Alles was er tat war aus Liebe zu dir! Er ist Gott und liebt dich über alles! Seine Liebe zu dir fordert nix! Sie ist bedingungslos! Es ist wahre Liebe wenn jemand auch die liebt, die ihn als feind bezeichnen! 

 „Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, dann halt ihm auch die andere hin.“ (Matthäus 5,39).

Jesus ist für alle Menschen da. Für die, die ihm folgen und für die, die ihn ablehnen. Die Begründung für die "Feindesliebe" steht z.B. im Matthäusevangelium, Kapitel 5, Verse 43-48.

http://www.bibleserver.com/text/GNB/Matthaeus5

Damit Gott sie rechtleitet.

Er war einfach menschlich.

Das wird behauptet, dass der Jesus v. Nazareth das gemacht haben soll - aber wie es halt so ist, geschwätzt wird viel und Papier ist geduldig.

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