Ich habe einen übertrieben Zwang meine Hände zu waschen, woran kann das liegen?

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7 Antworten

Erstmal will ich ma sagen das das vielen so geht, aber über das Warum hab ich mir jetzt schon öfter Gedanken gemacht.

Bei mir ist es so, wenn ich Türklinken, Fenstergriffe, Einkaufswagen oder sonstige 'fremde' Dinge anfassen muss.

Dazu kommt dann noch die Vorstellung von Bakterien oder 'wer weiß was die anderen Leute angefasst haben', aber man *fühlt* ja auch beispielsweise, dass Geld oder Dinge die man angefasst hat irgendwie dreckig sind und muss/will das loswerden um es nicht in der eigenen Wohnung oder am eigenen Körper zu 'verbreiten'.

Also wie 'kratz dich mal im Gesicht nachdem du 10 Cent vom Boden gelesen hast', nur in abgeschwächter Form. Trotzdem fühlt man sich ja unwohl irgendwie und da ist das, wenn man es als 'Zwang' interpretiert, hat man es schwerer die Gründe zu finden.

So das war das von außen. Was auch dazu beiträgt ist Schuld oder Sünde, wenn man sich dreckig fühlt wegen Gedanken, Worten Taten oder ganz schlimm nach Vergewaltigung oder Mobbing. Wobei manche alltägliche Obszönitäten auch ebenso dazu veranlassen können, sich so zu fühlen.

Das selbe gilt für Klamotten oder Wohnung, das is halt alles erweiterte Intimsphäre. Und Ordnungszwang würd ich auch dazu zählen, also dinge ordentlich anzuordnen und so. So und das Gegenteil gibts natürlich auch..

Achso, ich hab sogar den Drang, mir Putzmittel, Spüli und Seife abzuwaschen :) Find ich aber auch ne gute Eigenschaft soweit...

PS:
Ah, Tipp: Wasch mal deine Stifte und Füller und Kugelschreiber und Mappe und Schulranzen, *beziehungsweise* was davon dich am meisten nervt, da ist bestimmt was dabei und vielleicht weisst du auch warum. Was anderes wäre auch die Atmosphäre zuhause oder in der Schule. So, Gruß...

Übrigens haben im Durschnitt pro Schule mit 500-1000 Schülern 2 Schüler Waschzwänge, ziemlich normal. 'Therapie und *nur der ein Arzt kann helfen' is totaler bullshit. Du hast die Verantwortung und das Wissen. Gib das nicht an irgendwelche Arzt-Autoritäten. Die verdienen Geld damit, dich krank sein zulassen, selbst wenn du gesund zum Arzt gehst.

Das ist eine Zwangsstörung. Dieser Gedanke "Ich muss mir die Hände waschen" ist ein Zwangsgedanke. Und das Waschen ist dann die Handlung (es muss nicht beides bei einer Störung vorkommen). 

Eine Zwangsstörung entsteht langsam. Im Durchschnitt dauert es 15 Jahre, bis sie den Alltag behindert und man sie behandeln lässt. Typisch dafür sind eben diese Zwangsgedanken oder die Zwangshandlung. Das mit Hände waschen ist übrigens häufig. Diese Störung kommt häufiger vor, ist aber zum Glück behandelbar.

Ich würde dir empfehlen, damit zum Hausarzt zu gehen (der überweißt dich dann an einen Facharzt). Die Behandlung besteht meist aus eine Therapie und manchmal auch Medikamente. Es kann zwar länger dauern, aber es ist heilbar. Die Medikamente nerven zwar auch (zumindest mich), aber die nimmst du ja auch nicht für immer, sondern nur bis es dir besser geht. 

Übrigens würde ich dir davon abraten, probieren allein da rauszukommen (mal zumindest in deinem Fall). Wenn der Zwang noch nicht so stark ist kann das schon gehen, aber du fühlst dich schon beeinträchtigt und da würde der Versuch ganz alleine wahrscheinlich nur unnötig Zeit kosten. Mit Unterstützung ist es einfach viel leichter. 

Das  steht für das seelische Gefühl, innerlich unsauber zu sein. 

Betrachte Dir einmal ganz objektiv, wo Du nicht immer ehrlich und integer bist und versuchst etwas darzustellen, was Du nicht bist. 

Beginne daran zu arbeiten.

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