Ich habe einen Stammbaum gefunden. Wo soll ich den jetzt abgeben?

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11 Antworten

Erstmal finde ich toll, was ihr da macht. Viele Menschen schmeißen das einfach weg, es handelt sich immerhin um ein Leben, dass vor einem liegt und man kann durch Fotos, Briefe, Tagebücher sich ein Bild von der Person machen. Ich finde, es gibt nichts interessanteres. Hebe das gut auf. Auch wenn sich schnell niemand finden lässt- es kann in Neuseeland ein Neffe leben, in Belize ein Cousin, die nichts wissen und dann informiert werden könnten. Die sind vielleicht dankbar. Ausweiten sollte man das auch auf ggf. gute Freunde der Frau, die sie vielleicht in Briefen oder sonstigen Dokumenten besprochen hat. Ein Versuch könnten auch Vereine- z.B Sportvereine oder so ähnliches sein, falls sie wo Mitglied war über Jahrzehnte. Viele Mitglieder könnten sie kennen und ggf. auch wer Angehörige waren und ob ggf. noch welche Leben. Gucke auch mal in die Lokalpresse Deiner Stadt. Manche Zeitungen z.B. tut bei Menschen, die ohne Angehörige im ihrer Stadt verstorben sind, einen Aufruf starten, um Angehörige (hier z.B. für die Bezahlung des Grabes) zu finden. Vielleicht machen das Zeitungen aus Deiner Stadt auch? Kauf Dir mal jeweils eine und guck auf die Seiten mit den Todesanzeigen. Viele Zeitungen machen das.

Eine andere Möglichkeit wäre folgendes: Viele größere Städte haben ein Sozialamt. Dort gibt es eine Stelle, die die Wohnungen von Verstorbenen aufräumen, wenn die keine Familien mehr haben oder finden. Die nehmen dann oft auch solche Unterlagen entgegen. Ich habe da mal eine Doku darüber gesehen, eine Frau hatte das in einer Großstadt gemacht und hatte dann versucht jemanden zu finden.

Frage auch beim Friedhof nach. Möglicherweise liegen dort schon Verwandte, z.B. der Ehemann, der vielleicht noch nicht so lange tot ist und die Kinder, die vielleicht im Ausland leben, sind dann mit der Adresse registriert weil sie z.B. die Abwicklung der Papiere machen mussten.

Viel Glück dabei! Lass Dir gesagt sein, es ist eine große Ehre, die Dokumente eines andren Menschen zu verwalten. Suche weiter und Du wirst finden! Da bin ich mir sehr sicher. :)

Das örtliche Stadtarchiv wäre für so etwas die übliche Anlaufstelle, wenn du nicht versuchen willst, eventuell vorhandene Verwandte zu ermitteln.

wenn eine Wohnung von Dritten aufgelöst wird, heisst das normalerweise, dass es keine direkten Verwandten/Kinder gibt, oder keine die sich für sowas interessiert haben. 

dann ist es eher unwahrscheinlich, dass sich künftige Generationen für sowas interessieren. Klar kann ein Ur-Ur-Enkel mal Präsident der vereinigten Staaten werden, dann wäre es eine Goldgrube. Aber die meisten Menschen geraten nun mal in Vergessenheit, spätestestens wenn die Enkel gestorben sind, so ist der Lauf der Dinge.

Ich bewahre auch solche Dokumente von Eltern und Grosseltern auf, vielleicht stöbere ich irgendwann man darin, Wehrpass vom Opa, Dokumente von der Kriegsgefangenschaft vom Vater. Aber .. letztlich weiss man, dass es spätesten nach meinem Ableben in die blaue Tonne kommt .. ein Museum wird sich kaum dafür interessieren ... 

Ich weiß, dass Kirchen oft eine (letzte) Anlaufstelle sind, wenn man seinen Stammbaum erstellen möchte.
Daher könnte ich mir vorstellen, dass sie evtl. Interesse daran hätten.
Kannst du den Unterlagen etwas dazu entnehmen?

AtemderLiebe 12.07.2017, 19:21

ich wollte nicht zu sehr drin herumstöbern, geht mich ja auch nichts an. Sollte ich jedoch beim Einwohnermeldeamt kein Glück haben, dann werde ich wohl doch darin herumblättern und nach der passenden Kirche suchen. Von daher danke für deinen Tipp! :)

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Du solltest im Einwohnermeldeamt nach Verwandten suchen und es diesen dann geben. Da sind persönliche Informationen drin.

frag einfach beim Einwohnermeldeamt nach

Auf keinen Fall wegwerfen! Auch wenn der Stammbaum eines Toten, möglicherweise ist unter den Urkunden genau die Information, die ein Ahnenforscher seit vielen Jahren sucht!

Ein genealogischer Verein nimmt die Sachen sicher gerne (leider hast Du nicht geschrieben, aus welcher Gegend der Stammbaum ist). Sollte das was drinsteht  irgendwas mit ehemals deutschen Ostgebieten oder Österreich zu tun haben empfehle ich https://www.familia-austria.at/ oder http://sudetendeutsche-familienforscher.de/, die nehmen das beide sicher gern (falls es in deren "Gebiet" ist). Anderenfalls einfach mal auf forum.ahnenforschung.net posten, da findet sich sicher ein Abnehmer.

Rechtlicher Status - wenn der jüngste Genannte schon lange tot ist oder so, dann ist das auch nicht anders wie bei MyHeritage eingestellte Daten denke ich, also unproblematisch. Sollten lebende Personen genannt sein, ist das natürlich anders.

Schreib doch mal, von wo die Sachen sind, vielleicht weiss ich, wer sich dafür interessieren könnte (bin erfahrener Ahnenforscher mit Stammbaum bis ins 16. Jahrhundert, kenne mich in dem Thema also gut aus ^^).

AtemderLiebe 14.07.2017, 18:42

Das Ahnenbuch stammt leider nicht aus dem Osten, sondern aus dem Rhein-Neckar-Kreis, genaugenommen aus Mannheim (Waldhof).

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MagicSN 15.07.2017, 15:37
@AtemderLiebe

In dem Fall wende Dich am besten an den "Verein für Familienkunde in Baden-Württemberg e.V.", die Web-Addresse ist www.vfkbw.de und der Verein befindet sich in Stuttgart (Geißburgstr. 4A, 70182 Stuttgart). Mannheim liegt ja in Baden-Württemberg. Sie haben dort auch eine Vereinsbibliothek, ich vermute mal, für die würden sie die Dokumente sicher nehmen.

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Ja, meistens gibt es einen Ortsarchivar oder -chronisten. Im Rathaus oder auf der Gemeinde können die das sicher weiterleiten.

Ja, gibt es: Die Grüne Tonne. (Oder bei dir vielleicht die Blaue, also die für Altpapier).

Warum sollte das wer sammeln? Das wäre nur sinnvoll, , wenn der Verstorbene berühmt wäre oder so..

AtemderLiebe 12.07.2017, 19:36

Wieso sollte sich jemand für die Bagage der Promis mehr interessieren, als für seine eigene Herkunft. In sofern ist das schon sinnvoll.

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Falls der Stammbaum, den Du gefunden hat, irgendetwas mit den ehemaligen Ostgebieten/Österreich zu tun hat, könntest Du Dich entweder an den Verein https://www.familia-austria.at/ oder an http://sudetendeutsche-familienforscher.de/">http://sudetendeutsche-familienforscher.de/

wenden. Die nehmen so was gern.

Falls es zu anderen Gebieten ist und keine Zeit einen passenden genealogischen Verein für die Gegend zu finden, dann frag einfach mal auf forum.ahnenforschung.net ob sich jemand für den gefundenen Stammbaum interessiert (am besten mit Nennung der Herkunftsgegend, und der hauptsächlich vorkommenden Nachnamen).

Wie das mit dem rechtlichen ist, da es ja der Stammbaum eines Fremden ist, weiss ich auch nicht so genau. Kommt denke ich drauf an, wie "alt" der jüngste genannte im Stammbaum ist.

Auch wenn es der Stammbaum eines Toten ist, könnte er für Ahnenforscher von Interesse sein. Oft findet man gemeinsame Anknüpfungspunkte. Möglicherweise ist unter den Geburtsurkunden genau die Urkunde, die ein Ahnenforscher seit vielen Jahren sucht und die seine Forschungen weiterbringt! Wäre Schade, wenn das auf dem Müll landet.

Ich habe ein Tagebuch von einer Frau Namens Helene Frucht aus Plauen.

Das Tagebuch ist über 5 Jahre, von 1940- 1945 geschrieben.

Ich hatte auch versucht, dass Tagebuch irgendwie an Verwandte zu bekommen.

Ich hatte beim Einwohnermeldeamt in Plauen angerufen.. ich rief bei der Kirche in Plauen an....

Die Leute wollen alle Kohle für Auskünfte haben......

Dann setzte ich die Daten hier rein... - aber wegen Datenschutz wurde das gelöscht.

Und da ich keine Kohle habe...

... habe ich dieses Tagebuch immer noch, aber die Suche aufgegeben.

Ich finde das Schade. ich denke, dass es Menschen gibt, die das Stammbaum sehr wichtig finden und sich so sehr drüber freuen würden, wenn sie es bekämen.

Bitte pass drauf auf und bleib dran!

Mit liebem Gruß


Carasol78 12.07.2017, 21:48

Vielleicht hilft Dir mein Rat auch weiter. Der Name Frucht könnte jüdisch sein, da viele Worte mit Pflanzen u.ä im Bezug auf die Bibel stehen, Frucht hier für die Frucht des Paradieses, der Verführung durch die Schlange. Da der Zeitraum während der Nazizeit liegt und wohl mit 1945 abbricht, könnte sie ggf. in diesem Zeitraum verstorben oder deportiert worden sein. Tipp: Gib den Namen bei Google ein. Findest Du andere jüdische Personen solchen Namens- zumal aus der Region- ist die Chance sehr groß. Gucke auf die Seiten der KZ von Auschwitz, Birkenau, Dachau etc. die haben oft Namen auf ihrer Homepage, die man abgleichen kann bzw. man kann dann dort anfragen und die gucken in die Listen. Ein Versuch wäre es wert. Da das Tagebuch- was ja etwas intimes ist- aus der Hand geriet, scheint sie es nicht weiteführen zu können, was dafür spricht, dass sie unterbrochen wurde in der Ausführung des Buches. Viel Glück dabei! Eine spannende Geschichte auch hier.

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