Ich habe eine scheue Babykatze. Habt ihr mit Tips für den richtigen Umgang?

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10 Antworten

Hi Solala,

eine Katze ist zwar ein Einzelgänger (Einzeljäger) aber auch Katzen brauchen Sozialkontakte. Wenn in deiner Situation kein Freigang möglich ist, dann braucht die Kleine eine zweite Katze! Auch wenn sie noch sehr jung ist, braucht sie das. In dem Alter ist dann noch kein Freigang möglich. Wie palusa geschreiben hat, am besten auch eine junge Katze, die aber an Menschen gewöhnt ist. Auf dem Bauernhof leben oft viele Katzen, neben allem anderen ist sie einsam. (Wenn du ihr später irgendwie Freigang ermöglichen kannst, dann tu das!)

Du musst dich nur mal in die Situation der Kleinen hineindenken: Sie ist in einem Stall oder in einer Höhle zwischen Heu-und Strohballen geboren und hat da am Anfang wahrschienlich keinen Menschen erlebt. Auch später hat sie wohl keine gelegenheit gehabt, Menschen als etwas nicht bedrohliches kennenzulernen. Sie hatte andere Katzen und im Prinzip unendlich Platz- und Versteckmöglichkeiten. Viele Katzen von Bauernhöfen haben ein massives Problem damit, eingesperrt zu sein.

Krass ausgedrückt sitzt sie jetzt in Einzelhaft mit einem riesigen Wesen, vor dem sie Angst hat und das immer wieder was von ihr will.

Deshalb solltest du sie ersteinmal in Ruhe lassen und sie ignorieren, damit sie sich an die Situation gewöhnen kann. Auf keinen Fall solltest du versuchen, sie zu berühren. Auf Bauernhöfen gibt es oft einen bestimmten Ruf, um alle Katzen zum füttern zu rufen, Mietzimietzimietzi oder was ähnliches. Vielleicht kannst du da ja mal nachfragen? Evtl könnte das kleine Ritual etwas helfen. Aber lass sie in Ruhe fressen, starr sie nicht an, ignoriere sie bei fressen. Wenn du dich in der Wohnung bewegst, dann anfangs besser in Strümpfen, das ist weniger bedrohlich als die Gersäuche, die Hausschuhe machen.

Nach einiger Zeit kannst du versuchen,  sie auf andere Gedanken zu bringen. Binde eine ca walnussgroße Backpapierkugel an eine lange Schnur. Lege die Kugel vor das Versteck der Kleinen, so nah zu ihr wie es möglich ist. Setzte dich ans andere Ende des Zimmers, außer Sicht auf das Sofa o.ä. und rucke so an der Schnur, so das die Kugel kleine, ruckartige Bewegungen macht. Ziehe aber nicht zu schnell daran, denn wenn du sie zu schnell zu weit wegziehst, könntest du sie erschrecken und vor allem musst du die Kugel wieder vor das Versteck legen und damit erschreckst du die sicher. Du musst viel Geduld haben, aber irgendwann weckst du damit ihren Jagd- und Spieltrieb. Du kanst sie auch von oben vor das Versteck baumeln lassen.

Irgendwann wird sie mit der Pfote aus dem Versteck langen und gegen die Kugel hauen oder versuchen, sie in ihr Versteck zu ziehen. Gib aber nicht nach, rucke weiter daran und gib ihr Wiederstand und ziehe die Kugel weg, damit sich das ganze als lohnendes Spiel erweist. Wenn sie mitspielt, dann ziehe die Kugel auch ruhig mal schnell eine Strecke weg. Dich sieht sie nicht direkt in Verbindung mit dem Spielzeug. Bewege dich anfangs so wenig wie möglich, Katzen nehmen vor allem Bewegungen wahr. Wenn sich etwas nicht bewegt, ist es nicht sehr interessant, aber auch keine Bedrohnung. Die Kugel fällt in das Beuteschema, sie ist klein, sie raschelt etwas, sie kratzt ein bisschen auf dem Boden... So simmulierst du quasi eine Maus. Deshalb kann es sein, das dein Kätzchen die Kugel ersteinmal bewegungslos anstarrt, bevor sie sich anschleicht oder plötzlich losspringt. Wenn du sie dazu bringen kannst zu spielen, dann wird sie ihre Angst in dem Moment vergessen. Langsam kannst du sie so aus ihrem Versteck locken, jeden Tag etwas näher zu dir, indem  du die Schnur verkürzt. Setzt dich dann dazu auf den Boden, damit du nicht so groß bist. Aber auch, wenn sie irgendwann beim spielen über deine Beine krabbelt-fasse sie erst einmal nicht an! Damit verlierst du wieder ihr Vertrauen.

Erst wenn sie nicht mehr bei jeder unerwarteten Bewegung vor dir wegrennt, kannst du sehr vorsichtig anfangen, sie zu berühren. Streiche ihr mit einem Finger über das Köpfchen, den Rücken oder kraule sie unter dem Kinn. So eine ganze Hand wirkt für eine Katze riesig und bedrohlich. Ein Finger ist besser. Bewege die Hand nicht von weit oben auf sie zu oder frontal von vorn, das macht ihnen Angst. Seitlich ist gut, so kann sie trotzdem sehen, was passiert. Sobald sie auch etwas Vertrauen zu dir hat, kannst du ihr auch einen Leckerbissen mit der Hand anbieten, damit sie sich an den Anblick gewöhnt. Starre ihr nicht in die Augen, das ist unter Katzen eine Drohgebärde. Manche scheue Katzen haben deshalb sogar Angst vor Brillen. Greife nicht nach ihr, das kannst du erst wenn sie dir schon sehr vertraut. Über den Rücken zu streichen und hochzuheben sind zwei ganz verschiedene Paar Schuhe, zum zweiten gehöhrt viel mehr Vertrauen.

Insgesamt solltest du außer dem Spielzeug nichts schnell oder ruckartig bewegen, bewege dich langsam, ohne Krach. Versuche nie sie hochzuheben, festzuhalten oder anzufassen  mit dem Gedanken "sie sieht dann schon, das ihr nichts passiert". Sie wird nur Panik bekommen und so einen "rationalen" Schluss gar nicht ziehen, sondern nur aus der Gefahr fliehen wollen. Wenn sie es geschafft hat, denkt sie auch nicht "oh da ist ja gar nichts passiert", sondern "gerade noch mal gerettet"

Ich komme selbst von einem Bauernhof und habe viele kleine Katzen auf die Art gezähmt. Die Mütter bringen ihre Jungen normalerweise im verborgenen auf die Welt und zeigen sie erst mit ca 5-6 Wochen. Bis dahin haben die Jungen nie einen Menschen gesehen und haben Angst. Wenn die Mutter keine Angst hat, ist es anfangs relativ leicht die Kleinen zu zähmen. Verpasst man aber den Moment oder ist schon die Mutter scheu, dann ist es viel schwerer. Dann habe ich es auf die beschriebene Weise gemacht, später auch mit langen Heuhalmen als Spielzeug.

Was das Katzenklo angeht- normalerweise ist es Katzen sehr unangenehm, einfach in die Wohnung zu machen. Das passiert meist nur aus Not. Sie wollen das ganze sauber eingraben, deshalb muss man vielen Katzen oft nichts zeigen und höchstens auf Blumentöpfe achtgeben. Nimm den Deckel vom Katzenklo, sie wird nicht freiwillig an einen Ort mit nur einem Eingang ohne potentiellen Fluchtweg gehen.Ein versteckter Ort ist zwar gut, sie wird nicht offen in der Wohnung zum Klo spazieren. Aber in eine potentielle Falle wird sie auch nicht gehen. Deshalb nimm den Deckel runter und stell das Klo entweder unter den Tisch, den Stuhl, die Eckbank, hinters Sofa etc oder vorzugsweise an den Ort, wo sie schon öfter hingemacht hat. Es kann gut sein, das sie es so schnell von selbst kapiert. Du kannst auch ein bisschen Baldrian (oder Katzenminze) in das Klo tun, das zieht Katzen an.

Das ganze dauert seine Zeit und du brauchst Geduld. Aber es lohnt sich :-) Viel Glück!

Deine kleine braucht unbedingt einen Artgenossen! Hol dir ein zweites Kätzchen dazu, vielleicht aus dem Tierheim. Die sind meistens  schon mit Menschen vertraut, und ein neues Kätzchen zeigt dann gleich, dass du nicht böse bist etc. außerdem musst du unbedingt mit dem Bauernhofkatzchen zum Tierarzt! Die meisten Katzen von Bauernhöfen sind verfloht, vermilbt und verwurmt.

Vielen Dank. Zum Tierarzt werde ich auf jeden Fall gehen nur muss ich damit leidwr abwarten bis die Kleine etwas zutraulicher ist. Aktuell wäre es beinah unmöglich sie in eine Reisebox zu stecken.

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Versuch sie so schnell wie möglich zum Tierarzt zu bringen, Würmer können echt gefährlich werden, einige Arten auch für Menschen

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Je weniger du die Kleine bedrängst, desto eher kommt sie von selbst auf dich zu. Sie braucht viel Zeit, da sie auf dem Bauernhof wenig menschlich nahe kontakte hatte und nur mit Geschwistern und Mutter zusammen war. Du hast vorgesorgt, jetzt warte ab und biete dich an. streichle sie, wenn du kannst, aber hole sie nicht auf deinen Schoß, wenn sie sich versteckt, faucht oder sich unzugänglich verhält. das bringt dir nichts und die Kleine ist damit überfordert. es wird schon, eine Beziehung muss wachsen.

das wichtigste: spielkamerad. so kleine katzen sollten niemals allein gehalten werden. ich würd eine katze aus einer besseren quelle nehmen, geimpft, entwurmt und gut an den menschen gewöhnt. als vorbild für die kleine

dann geduld. sie wird sich verstecken. lass sie sich verstecken. versuch sie vor allem in der dämmerung zu locken, mit leckerchen und spielen. bau oder kauf dir ne spielangel, das erlaubt der kleinen mit dir zu spielen ohne dir allzu nahe zu kommen

suche keinen direkten blickkontakt. das empfindet sie als einschüchternd. mach dich klein. so ein mensch ist aus katzensicht sehr groß. ein sitzender oder liegender mensch ist kleiner und weniger bedrohlich

lies ihr vor. was du liest ist egal. wichtig ist deine stimme. sie soll sie kennen lernen

impfen und entwurmen dürfte nicht gemacht sein. nachholen. lass ein paar tage pause zwischen der wurmkur und der impfung, eine belastung zur zeit reicht für so nen kleinen wicht

das mit dem klo ist bei so scheuen wesen so ne sache :/ ich würd ein streu wählen das wie sand ist. damit es einem natürlichen untergrund möglichst nahe kommt. sorge dafür dass das klo leicht(!) nach urin riecht. katzen gehen nach geruch. gleichzeitig musst du alles angepinkelte mit etwas reinigen was uringeruch auch für katzennasen entfernt, zb myrtheöl, biodor animal. es muss urinkristalle brechen.

eigentlich lobt man ne korrekte klobenutzung aber das muss definitiv warten bis sie keine angst vor euch hat. im moment hätte das nen gegenteiligen effekt

sperre die kleine erstmal in ein zimmer. sie war vermutlich noch nie in einem haus und ein zimmer reicht erstmal. wenn sie sicher herumgeht kannst du ihr den rest der wohnung zeigen. stell das klo in die nähe ihres lieblingsverstecks. frisst sie?

sichere alle fenster gegen ausbrüche. kontrolliere alle pflanzen ob sie giftig sind

da das ganze nach hopplahopp-aktion klingt, ist der vermieter mit katzenhaltung einverstanden?

Vielen dank. Eine 2. Katze folgt auf jedem Fall. Die meisten der Tips wende ich an. Sobald man ihr zu Nahe kommt fängt sie an zu zittern. Mit dem Tierarzt muss ich noch warten bis sie sich wenigstens etwas an ihr neues zuhause und mich gewöhnt hat. Die bekomm ich jetzt in keine Box. Woher weiss ich ob die Pflanzen giftig sind? Ich bin zum Glück meine eigene Vermieterin :-) hier haben aber auch schon 2 Katzen vorher gelebt.

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@Solala1234

da hilft tante google. wenn du dir nicht sicher bist wie eine pflanze heißt würd ich sie fotografieren und jemandem in nem blumenshop zeigen. vllt bekommst so nen namen

versuch immer soviel abstand zu halten dass sie nicht zittert. das scheint im moment ihr mindestabstand zu sein. der wird mit der zeit kleiner werden :)

ach, ganz vergessen. was ist ne spielangel. im grunde ein ast mit ner reißfesten schnur dran, man kann ans ende noch ein spielzeug oder ein leckerchen binden.. viele katzen jagen es aber auch so. das tolle daran ist dass die kleine ihren sicherheitsabstand einhalten kann aber trotzdem merkt dass man mit dir spielen kann

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Als Bauernhofkatze wird sie in der so wichtigen Prägephase wenig Menschenkontakt gehabt haben.Du musst ihr viel Zeit lassen. Gut wäre es gewesen, wenn du sie gleich bei Ankunft in der Wohnung in das Katzenklo gestzt hättest. Sie braucht jetzt viel Zeit und Geduld.

Bau ihm eine Höhle. Irgend einen Ort wo es ungesehen und ungestört Unterschlupf finden kann. Ich hatte bei meinen Katzen als sie aus dem Tierheim kamen ein Tuch über einen couchtisch gehängt und innen Tücher und decken ausgelegt. (und natürlich den couchtisch etwas abseits aufgestellt)

Du musst das Kittchen erst langsam an die Wohnung gewöhnen!

Am besten hättest du erst nur mit einem Raum anfangen soll und dann immer mehr dazu nehmen sollen...

Das Kätzchen muss sich erst an dich gewöhnen, nimm z.b. mal dein Leinzeug und setzte dich ruhig hin,irgendwann kommt das Kätzchen auf dich zu und du kannst anfangen es zu streichen...

Nicht du, sondern das Kätzchen macht den 1. Schritt!!!!!

Das Katzenklo soll genug groß sein das das Kätzchen sich umdrehen kann, außerdem ist weiches einstreu sehr wichtig!!!

Außerdem soll es am Anfang noch kein decken haben und überhaupt keine klappe!!!

Du sollst genügen zeit haben das du z.b 3-4x am tag so 5-10 min mit ihr spielen kannst

viel erfolg

MarLi

Als meine Freundin unser Kitten in die Wohnung holte, musste die Kleine sich auch erstmal an mich gewöhnen. Natürlich habe ich ihr die Zeit gegeben, aber ich aber zum einen Plustpunkte bei der Kleinen gesammelt, weil es bei mir Leckerlies gab. Das fand meine Freundin natürlich nicht so toll. Dann habe ich aber so ein Spray mal ausprobiert -> http://www.futterplatz.de/Hunter_Catnip_Spray_Kong_Naturals--u46624  und die Kleine hat geschnurrt wie ein Rasenmäher :D

Es ist eine Katze, und so ein Tier braucht ein Ort wo es sich verstecken kann. z.b eine Ecke oder eine Höhle. Kannst du selber "Bauen" oder du gehst mal in eine Tierhandlung. Die kleine braucht wahrscheinlich ein bisschen länger bis sie nicht mehr so scheu ist. Aber mit ein bisschen Geduld wird das sicherlich :) Du solltest sie nur nicht überfordern. Viel Glück:)

Gib' Ihr etwas Zeit. Es ist ja alles neu für sie, sie ist weg von ihrer Mutter, die Umgebung, Du, Futter, die Reise usw. Das muß sie ersteinmal verarbeiten...

Stell sie ruhig mal vorsichtig ins Katzenklo, damit sie die Streu kennenlernt.

Ansonsten beweg' Dich nicht zu hastig und sprich leise, damit sie nicht erschrickt, dann wird sie bald Zutrauen zu Dir fassen. Sie wird alleine auf Dich zukommen.

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