Ich habe eine Einzelfirma gegründet - kann ich meine privaten Handykosten ansetzen und die Vorsteuer ziehen?

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3 Antworten

Bei so was einigt man sich meistens mit dem Finanzamt auf einen durchschnittlichen Prozentsatz für den das Handy privat genutzt wird und der wird dann rausgerechnet. Ohne Einigung mit dem Finanzamt musst du Einzelnachweise für die geschäftlichen Gespräche haben.

kevin1905 03.07.2017, 23:47

Er fragt wegen der Umsatz- nicht wegen der Einkommensteuer.

Auch bei tw. privat genutzten Gütern kann die ausgelegte USt. als Vorsteuer geltend gemacht werden.

Finanzamt erkennt bei der Gewinnermittlung aber so gut wie immer pauschal 50% der Kosten bei TK ohne Nachweis an.

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Armormobbtmich 04.07.2017, 02:26
@kevin1905

Nicht ganz: Bei privater Nutzung von Telekommunikationsgeräten ist die Vorsteuer entsprechend privater und betrieblicher Nutzung in einen abziehbaren und nicht abziehbaren Teil aufzuteilen - vgl. hierzu:

3.4 Abs. 4 Sätze 2 - 5 UStAE:


(4) Umsatzsteuer aus den Anschaffungskosten unternehmerisch genutzter Telekommunikationsgeräte (z. B. von Telefonanlagen nebst Zubehör, Faxgeräten, Mobilfunkeinrichtungen) kann der Unternehmer unter den Voraussetzungen des § 15 UStG  in voller Höhe als Vorsteuer abziehen. Die unternehmensfremde (private) Nutzung dieser Geräte unterliegt nach § 3 Abs. 9a Nr. 1 UStG der Umsatzsteuer (vgl. Abschnitt 15.2c ). Bemessungsgrundlage sind die Ausgaben für die jeweiligen Geräte (vgl. Abschnitt 10.6 Abs. 3 ). Nicht zur Bemessungsgrundlage gehören die Grund- und Gesprächsgebühren (vgl. BFH-Urteil vom 23.9.1993, V R 87/89, BStBl 1994 II S. 200). Die auf diese Gebühren entfallenden Vorsteuern sind in einen abziehbaren und einen nicht abziehbaren Anteil aufzuteilen (vgl. Abschnitt 15.2c ).

15.2c Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Satz 2 UStAE

... Telefondienstleistungen bezieht ein Unternehmer nur insoweit für sein Unternehmen, als er das Telefon unternehmerisch nutzt.

§ 15 Abs. 1a Satz 1 i. V. m. § 12 Nr. 1 EStG:


Nicht abziehbar sind Vorsteuerbeträge, die auf Aufwendungen, für die das Abzugsverbot des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 bis 4, 7 oder des § 12 Nr. 1 des Einkommensteuergesetzes gilt, entfallen. Dies gilt nicht für Bewirtungsaufwendungen, soweit § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 2 des  Einkommensteuergesetzes einen Abzug angemessener und nachgewiesener Aufwendungen ausschließt.

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Ich würde schätzen, zu welchem Anteil du es durchschnittlich betrieblich benutzt und diesen dann prozentual ansetzen.

Wenn du dabei ehrlich bist, dann kannst du es auch anständig begründen, falls es Rückfragen vom Finanzamt gibt.

Darfst du.

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