Ich habe ein Rezept von mir im Netzt gefunden?

3 Antworten

"Auch wenn häufig von „Kochkunst“ die Rede ist, gibt es im Urheberrecht keinen Schutz für fertige Gerichte aus Pfanne, Topf oder Kuchenform. Das mag vielleicht überraschen, aber das Urheberrecht schützt ausdrücklich nur Werke der Literatur, Wissenschaft und Kunst." Quelle (bitte weiterlesen!): http://irights.info/artikel/nichts-anbrennen-lassen/5523

Geschützt sind per Urheberrechtsgesetz (UrhG) also nur Werke, zum Beispiel Sprachwerke - nicht aber Werke der „Kochkunst“! "Man nehme 50 Gramm X... und vermische es mit 100 Gramm Y... und backe es dann ganz langsam bei 90 °C", das gilt noch nicht als Sprachwerk im Sinne von UrhG § 2. Denn dem Text fehlt es eindeutig an der künstlerischen Schöpfungshöhe (s. Wikipedia).

Wenn sich dein Rezept aber reimt, oder sonst wie in sprachlich o r i g i n e l l e r Form gestaltet ist, dann besteht eher die Chance, dass ein angerufenes Gericht im Streitfall erklärt: "Das ist ein geschütztes Sprachwerk im Sinne von UrhG § 2!"

So sieht es auch der Autor in der Quelle oben: "Je größer aber der Anteil individueller Formulierungen wird, desto größer wird die Chance, dass die urheberrechtlich geforderte Schöpfungshöhe erreicht wird. Ausschweifende, poetische Beschreibungen der Art, dass „sich sanft geschmolzene Butter in das gesiebte und makellos gehäufte Mehl in einem Strudel ergießen solle“, machen aus einer simplen Bedienungsanleitung schnell ein literarisches Werk."

Insgesamt kommt der Autor zu dem treffenden Schluss:

  • "Die Form ist geschützt, nicht der Inhalt."
  • "Angaben von Zutaten und Mengen sind nicht geschützt."
  • "Fotos von Zutaten und Speisen sind geschützt."

Gruß aus Berlin, Gerd

Genau deshalb schreibe ich "epische Rezepte" ... Was andere aber nicht hindert, die Formulierungen etwas umzustellen und dann irgendwo zu posten. Allerdings hatte ich bisher auch keinen Erfolg, derlei Machwerke entfernen zu lassen, sofern ich Kenntnis davon erlangte. :/

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@Themenmixer

Das "Umstellen von Formulierungen" bzw. das Umformulieren fremder Texte kann bei einer Veröffentlichung unterschiedliche Folgen haben:

1. UrhG § 23 Bearbeitungen und Umgestaltungen

"Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden. ..."

2. UrhG § 24 Freie Benutzung

"(1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden."

Wann was zutrifft, entscheidet im Streitfall ein angerufenes Gericht. Hilfreich ist dabei die Kenntnis bisheriger Urteile. Siehe dazu

Versuchen könnte man aber mal sofort auf Verdacht

  • UrhG § 97a Abmahnung in Verbindung mit
  • UrhG § 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz.

Beides gilt für den Betreiber einer Website oder den Verleger einer Zeitschrift - bei Foren auch für den Poster eines Beitrags; siehe dazu Telemediengesetz § 10 sowie das Pressegesetz des Bundeslandes, in dem die Zeitschrift verlegt wird.

Möglich wäre auch ein

  • UrhG § 109 Strafantrag wegen
  • UrhG § 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke.

Gruß aus Berlin, Gerd

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Falls der dortige Einsteller dich nicht als Urheber angibt oder das Rezept ohne das von dir dazu eingeräumte Recht geldwert verwertet und es wirklich nicht selber erfunden hat: Ja, und? Danke, dass du alle beteiligten Rezepte nicht genau benannt hast, so dass man sich nicht mit Fakten herumschlagen musste.

Ein kleiner Hinweis: Das Zusammenschütten von Dosenfutter ist kein Rezept. :-)

Mehrere Rezepte kursieren auch von mir im Netz herum, weil ich sie öffentlich gemacht habe. Wenn du es nicht hast patentieren lassen, oder sonst irgendwie rechtlich geschützt hast, wirst du wahrscheinlich gar nichts dagegen unternehmen können. Schönen Sonntag

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