Ich habe Knochen eines Pferdes gefunden, schätzungsweise zwischen 60 und 180 Jahre alt, war es ein Grubenpferd oder mußte dieses Pferd treideln?

4 Antworten

Was meinst du mit "gefunden"? Ein Skelett oder was? Vor 180 Jahren wurden Pferde ja noch für alles mögliche benutzt: Kutschen, Landwirtschaft uws. Ich weiß nicht, wo der Nutzen in einer aufwendigen wissenschaftlichen Untersuchung liegen sollte. Aber wenn man's bezahlt, kann man es sich er machen lassen.

Wann dieses Pferd dorthin gelangt ist, weis ich nicht. Es sind nur Knochen da, aufgrund meiner Einschätzung, auch aufgrund von Kartenmaterial bis zu 180 Jahre alt. Wenn es ein römisches Pferd ist interessieren sich Archäologen, weil es 2000 Jahre alt ist.

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welche knochen genau hast du gefunden?

und wie kommst du auf ein alter zwischen 60 und 180 jahren?

du weisst, wie man anhand der grösse bestimmter knochen die grösse des pferdes und den typ bestimmen kann? man kann aus den verschleisserscheinungen auch ohne den schädel zu haben das ungefähre alter schätzen und auch den verwendungszweck, den das pferd gehabt hat, mit relativ grosser wahrscheinlichkeit ermitteln.

https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=403x1024:format=png/path/s9b617e2f1be49afb/image/i34dd29b0566109fc/version/1472644164/anatomie-des-pferdes.png

schulterblatt und buggelenk erlauben rückschlüsse, ebenso ein möglichst komplettes vorderbein vom huf bis zum ellbogengelenk, aber auch mehrere zusammenhängende wirbelkörper.

Das Alter von 60 bis 180 Jahren habe ich aufgrund von Kartenmaterial abgeschätzt. Das muß aber nicht stimmen, weil an dem früheren Flusslauf auch Wildpferde gelebt hatten. Dann liegt das Pferd dort schon länger.

Nicht alle Knochen sind zu sehen, weil im flachen Erdloch nur ein Teil erkennbar ist. Das Pferd wurde nicht vergraben, sondern war leicht mit Erde bedeckt.

Schätzungsweise Stockmaß 1,34 m wäre möglich.

Ich will da jetzt gar nicht graben, weil ich sonst Forschungsergebnisse verfälschen könnte.

Erstmal reicht es mir Kontakt zu knüpfen.

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@BVBDortmund

wie hast du das stockmass ermittelt? das würde mich interessieren.

die grösse passt zu einem dülmener pony. ich weigere mich, das wort wildpferd zu verwenden, weil die dülmener eine zuchtrasse (farbrasse) sind, denen die meisten wildpferdemerkmale fehlen. ein konik ist weitaus mehr "wildpferd" als ein dülmener

grubenpferde waren nicht üblich. die loren wurden häufig von kindern durch die stollen gezogen. für ein grubenpony wäre 1,34m definitiv zu gross.

für ein treidelpferd wäre das stockmass wiederum zu niedrig.

möglich ist auch ein pferd, das in einem winter im 1. oder 2. weltkrieg schlicht verhungert ist oder bei einem hochwasser ertrank.

es ist gesetzeswidrig auf eigene faust zu buddeln und weiter zu forschen. jeder tag macht es schwieirger für fachleute zu einem schlüssigen ergebnis zu kommen.

du MUSST den fund melden, sonst machst du dich strafbar.

daher bitte ich auch nicht um fotos, obwohl ich darauf brennen würde, welche zu sehen.

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@ponyfliege

Da ich Pferde schon gesehen habe und Knochenbau kenne, konnte ich die Größe abschätzen.

"Seinen Höhepunkt erreichte der Pferdeeinsatz im Untertagebetrieb 1910 mit 8.384 Tieren im Bezirk des Oberbergamtes Dortmund."

https://www.lwl.org/pressemitteilungen/nr_mitteilung.php?urlID=22822

Da es erstmal kein archäologischer Fund ist und die Stelle zu keinem Bodendenkmal gehört, macht sich niemannd strafbar, der da sucht. Wie kommst Du darauf?

Die Fundsituation war für mich auf den ersten Blick unklar, ich hatte gedacht da liegt ein menschliches Skelett. War es nicht, großer Röhrenknochen und Gelenkpfanne ließen mich schnell auf ein Pony / kleines Pferd schließen. Vermutlich hat ein Fuchs ein Stück ausgegraben, welches ich, als ich es im letzten Jahr gefunden habe, zurück an die Stelle wo das Pferd lag, getreten habe. Die Stelle liegt am Altarm eines Flusses, wo ich nicht genau weis, ob der Fluss dort noch vor 150 Jahren sein Bett hatte. Zu dieser Zeit waren es Sumpfwiesen oder sogar Auenwälder.

Datieren auf den 1. oder 2. Weltkrieg kann ich nicht, da gibt es noch keine Hinweise. Obwohl im 2. Weltkrieg ein Zwangsarbeiterlager in 200 m Enfernung war, zum Kohletransport wurde Zwangsarbeiter eingesetzt.

Es wurde eine Seilbahn betrieben.

http://ruhrzechenaus.de/themen/seilbahn/seilbahn-01.jpg

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@BVBDortmund

dann ist die wahrscheinlichkeit, dass das pferd ein ertrunkener dülmener ist, am höchsten.

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@ponyfliege

Genau so; die Dülmener können nicht schwimmen.

"Eingesetzt wurden Tiere verschiedener Rassen und Größen, eingekauft wurden sie aus ganz Europa. Besonders gefragt waren wegen ihrer Gutmütigkeit, Kraft und Genügsamkeit die Pferde aus Island. „Die isländischen Ponys sind stärker und kräftiger als die Shetland-Ponys,..."

"In den engen und niedrigen Nebenstrecken kamen hauptsächlich Shetland-Ponys zum Einsatz. Da sie nur schwer hinunter und heraufzubringen waren, verblieben sie oft bis zu ihrem Tod in der Grube."

https://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:r0rcJq1Q2BAJ:https://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/kaum-tageslicht-und-harte-arbeit-in-den-zechen-schufteten-auch-zehntausende-grubenpferde-plus-1364260.html+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

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@BVBDortmund

die dülmener können schwimmen. aber nicht kilometerweit.

und die flüsse sind noch nicht so lange begradigt und befestigt. uferzonen mit sumpfland sind bei überschwemmung ein fast sicheres todesurteil für ein pferd. es bleibt im sumpf stecken und das wasser steigt...

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@ponyfliege

Deine Ausführungen und Fragen sind alle recht schlüssig und hilfreich. Einen Punkt möchte ich ergänzen.

Grubenpferde waren im Ruhrgebiet nicht unüblich, Zitat:

Auf dem Höhepunkt der Grubenpferd-Ära vor dem Ersten Weltkrieg verrichten allein in den Zechen an der Ruhr mehr als 8.000 vierbeinige Kumpel die Kärrnerarbeit. > https://www1.wdr.de/stichtag/stichtag5160.html

Allein, ich denke nicht, dass ein Grubenpferd einfach irgendwo "liegen gelassen" wurde. Daher an BVBDortmund die Frage nach dem Fundort, mehr das Umfeld, Ackerland, Kiesgrube, Entfernung zur Bebauung / Stadt, nicht die genaue Lage.

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Wo genau hast du es denn gefunden und warum glaubst du zu wissen wie alt es ist?

Woher ich das weiß:Hobby – Ich reite seit meinem 6.Lebensjahr und habe ein eigenes Pony

Gefunden im Ruhrgebiet. Das Alter bestimme ich aufgrund der Farbe der Knochen und des Zustandes. Wegen den Örtlichkeiten, erkenne ich innerhalb 150 Jahre, das Häuser gebaut wurden, gärten genutzt und der Fluss seine Lage verändert hat.

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Es gibt keine Pferde die 60 oder gar 180 Jahre alt sind.

Natürlich. Er meint auch das Skelett

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