ich habe ein Gedicht über meine damalige seelische Erkrankung geschrieben. Wie findet ihr es?

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7 Antworten

Oh, das ist sehr, sehr gut. Deine Bilder sind radikal, kompromisslos. Du arbeitest mit Worten wie mit Rasierklingen. Das Bild der Totenhochzeit im Kreis der Gaffenden und das Herauspressen der Perle, des "Kindes" ist geradezu kühn, es geht mir unter die Haut. Tiefste Verzweiflung und Aggression gegen sich selbst wird deutlich. 

Es ist eine Mischung von Lyrik und Prosa.

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Kommentar von moonchild1972
13.11.2016, 22:42

ich bedanke mich bei Dir recht herzlich.

Zudem bedanke ich mich ebenfalls bei

PicaPica

Kaesequalle

MADAMEfrage

mychrissie

und

WelleErdball

Einen schönen Sonntagabend und lieben Gruß

Mondkind

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Meiner Meinung nach ist es ist eine Mischung aus Lyrik und Prosa.

Ich denke, es zeigt deine Grundstimmung tiefsinnig, schwermütig, aber auch entsprechend ausdrucksvoll auf, wobei es sehr resignierend wirkt.

Einzelne Textpassagen, wie z. B. "...in der Nervenklinik" unterbrechen durch ihren Realitätsbezug die stilistische Tiefe, der Leser wird förmlich aus dem Kontext "herausgerissen". Vielleicht wäre hier z. B. "auf dem Eis verlorener Hoffnungen" inhaltlich näher, der Gedankenfluss wäre nicht unterbrochen, die dem Gedicht innewohnende Eigendynamik gewahrt.

Man könnte noch sehr viel interpretieren; mich hat es sehr berührt, und ich muss sagen: Du kannst es, unbedingt weitermachen!!!  LG 

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Liebe Moonchild, Kommentare auf dieses schwermutigen Gedicht wurden bereits ausführlich gegeben. Die Frage: Prosa oder Lyrik ist etwas schräg. In der Literaturwissenschaft kennt man die Unterschiede.

Prosa  -  Poesie (Auf Form bezogen)

Epik - Lyrik - Dramatik (Auf Inhalt bezogen)

Inhaltlich ist es sehr lyrisch. Formal ist es kein reines Prosa.

Zum Inhalt meine ich, dass es sehr pessimistisch ist. Es könnte auf eine wirklich vorhandene Stimmung hinweisen.
Ich hoffe, dass diese Zeit hinter Dir liegt und nicht zurückkehrt  (Hinweis auf Deine Frage über zyklische Zeit).

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Kommentar von moonchild1972
20.11.2016, 22:16

ganz lieben Dank.

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Ich kenne mich bei weitem nicht gut genug mit Gedichten aus um dein Gedicht fachkundig zu analysieren. Aber auf mich als Laie wirkt es zwar düster aber sehr inhaltsvoll. Man merkt, dass du unglaublich tiefgreifende Emotionen verarbeitest und dem Inhalt eine deutlich größere Bedeutung beimisst als die meisten Künstler.
An manchen stellen arbeitest du jedoch auf einer sehr persönlichen Ebene, sodass man manche Symbole wie den Horizont oder die Glasperle am Ende nicht vollständig in den Rest einordnen kann.
Insgesamt mag ich den Stil deines Gedichtes sehr und auch das Sprachliche Niveau ist sehr gut.
Auch wenn du es sicher nicht leicht hast, Gedichte schreiben kannst du!

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Mondkind,

die ganze Schwere des Lebens und die trockene Fremdheit des Todes hast Du nun wieder erfahren.

Die Trauer um die Perle aus Glas bringt aber neues Leben hervor.

„ Als das Kindlein durch den Wald getragen,

da haben die Dornen Rosen getragen!“

Die große Hoffnung verschmilzt mit dem Augenblick in dem alles Leben ist.

Wer so großartig anderen raten kann, kann auch sich selbst verzeihen und dieses liebevolle Wesen, das Du bist, lieb haben.

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Kommentar von moonchild1972
24.11.2016, 20:05

Das hast Du wunderschön geschrieben. "Maria durch ein´ Dornwald ging, kyrieleison..." das ist wunder - wunder schön und spricht mir aus dem Herzen. Ich habe dieses Lied als Kind geliebt. Ich liebe es heute noch. Und Deine Metapher dazu ist wirklich zu Herzen gehend.

DANKESCHÖN

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Es ist noch nicht sehr gut, hat aber bereits in diesem Zustand die nötige Substanz. Arbeite daran! Mach was draus! Schleife an der Form! Und dann wende Dich neutralen Themen zu.

Das Wühlen im Sumpf eigener Befindlichkeiten kann man durchaus als Selbsttherapie einsetzen. Aber ein Gedicht, dass das Interesse der Öffentlichkeit für sich gewinnt, wird wohl niemals draus.

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Gefallen muss es in erster Linie dir, meins ist es nicht.

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