Ich habe das Gefühl, das Jugendamt glaub mir jetzt nicht mehr?

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7 Antworten

Der Mitarbeiter dort meinte, er würde sich so schnell wie möglich um einen Platz in einer Jugendwohngruppe kümmern,

WEnn er das so gesagt hat und du eine Äußerung nicht fehlgedeutet hast, dann hat er sich voreilig geäußert.
Es ist die Verpflichtung des Jugendamtes beide Seiten zu hören. Du hast deine Seite geschildert. dann kamen, was völlig fachlich richtig ist, deine Mutter und dein Stiefvater zu Wort. Und natürlich  erzählen die ihre Seite. 

Da Jugendwohngruppen teuer sind und die Plätze rar, ist es die Pflicht des Mitarbeiters sich erst mal um niedrigschwellige Angebote zu kümmern. Und dass man da erst mal ambulante HIlfe vor Ort leistet, ist völlig gerechtfertigt..

Das hat mit Glauben und Unglauben nichts zu tun. Ich denke mir, dass du einiges aus deiner Warte erzählst und deine Mutter aus ihrer Warte.  Keiner von euch lügt, ihr habt nur andere Meinungen und Sichtweisen über das Geschehen von zu Hause.

Du solltest also die angebotene Hilfe annehmen und ihr beide, du und deine Mutter solltet mitarbeiten, damit ihr euch wieder besser versteht.

Wenn alle Jugendlichen, die es nicht mehr zu Hause aushalten, direkt in Jugendwohngruppen kämen, wäre das Land damit übersäht und der Staat pleite.

Übrigens: ich kenne einige Jugendliche, die kniefällig das Jugendamt baten, unterbracht zu werden, weil sie es nicht mehr aushielten bei den gemeinen Eltern. Die wurden dann auch untergebracht. Und baten nach 1 Woche kniefällig und heulend darum, wieder nach Hause zu dürfen.

januarjulia 12.08.2017, 17:02

Dann hat er sich wohl tatsächlich vorschnell geäußert. Ist halt bloß irgendwie ungünstig, weil das für mich der letzte Strohhalm war. 

Mir kommt es so vor, als wären alle meine Aussagen entkräftet worden.... Als dächte das JA jetzt ich wäre eine Lügnerin und übertreibe maßlos.

Ich werde auf jeden Fall versuchen die Hilfe anzunehmen, aber das hilft nichts, weil es ja eigentlich keine zu lösenden Konflikte gibt. Nur eine sehr sehr verdrehte Familienstruktur. Ich verstehe mich mit meiner Mutter gut, sehr sogar. 

Ich kann es mir nicht so viel schlimmer als zu Hause vorstellen. Es musste sehr, sehr viel passieren, bis ich gesagt habe, so, ich kann nicht mehr. 

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Manchmal ist das Jugendamt erst die zweite Instanz, die man aufsuchen sollte.

Leider reagieren die dort erst dann wirklich, wenn Gefahr in Verzug ist.

Ich nehme an, die haben eine SpfH bei euch "installiert"?

Psychische Erkrankungen lassen sich besser kaschieren, als Offensichtliches. Letzte Schlussfolgerung für das JA wäre ja auch, dass würdest du dort rausgenommen, die Versorgung deiner kleinen Schwester auch nicht gewährleistet wäre- dann hätten sie gleich 2 kostenintensive Fälle "am Hals".

Es geht garnicht, dass du in dem Haushalt die "Erwachsene" und "Seelsorgerin" für die eigentlichen Erziehungspflichtigen spielen musst.

Mein Rat an dich wäre, dir eine Beratungsstelle zu suchen- SOS Familienhilfe, Pro Familia (Die machen wesentlich mehr als nur Schwangerschaftsberatung!), Diakonie, oder einfach nur den nächsten Pastor. Mit einer erfahrenen und geschulten Organisation/Person an deiner Seite bekommt dein Wort gleich viel mehr Gewicht.

Leider habe ich im Umkreis auch schon erlebt, dass das JA als es drauf ankam, lieber den schauspielernden, abwiegelnden Eltern glaubt, weil ich deinem Alter die Pubertät probates Argument ist , einen Teenager nicht ernst nehmen zu müssen/wollen.

Eine psychologische Betreuung wäre für dich auch nicht verkehrt, denn all zu oft machen psychisch erkrankte Eltern ihre Kinder ebenfalls psychisch kaputt- nur DAS kann man nicht sehen, blaue Flecken am Körper- ja- aber nicht die auf der Seele.

Such dir eine weitere Unterstützung neben dem Jugendamt, das ist der Rat, den ich dir geben kann.

Wenn Du nicht geprügelt wirst, kommt zuerst IMMER eine pädagogische Familienhilfe.

Eine Unterbringung kostet 4000€ im Monat, da ist eine Familienhelferin sehr viel günstiger. Und meist auch sehr viel wirksamer.

Die Familienhelferin wird dagegen arbeiten, dass Du nur dazu da bist, Deine Mutter glücklich zu machen. Sie wird dafür sorgen, dass Du Freunde haben kannst und auch Hobbies.

Sieht sie dazu keine Möglichkeit, dann kannst Du in eine Wohngruppe.

januarjulia 12.08.2017, 16:56

Ich weiß jetzt schon, dass uns das sehr wahrscheinlich nichts helfen wird. Ich wurde als Kind von meinem leiblichen Vater nicht sehr gut behandelt und war dementsprechend auf meine Mutter fixiert, weil die mich immer beschützt hat. Es fand dann das statt, was meine Psychologin als Parentifizierung bezeichnet hat. Meine ganze Beziehung zu meiner Mutter war schon immer so, das wird sich auch mit einem Dritten nicht ändern, der da ein bisschen mitreinfunkt. Nur mit räumlicher Distanz eben. Wie lange dauert das denn, bis im Schnitt gemerkt wird, dass das Ganze nichts hilft?

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Das ist durchaus eine blöde Situation. Das Jugendamt kann da aber eine nützliche Hilfe sein. Nur benötigen Sie Beweise! Versteht sich ja auch... Und ist schon klar,... dass man zuerst mal den Eltern mehr glaubt. Ich weiß jetzt noch nicht genau wie es bei dir Zuhause aussieht, aber du musst versuchen Beweise für deine Behauptungen aufzubringen.  Zeugen, Videomaterial oder irgendwelche  anderen.  Dann kann dir das Jugendamt sicher weiter helfen.  Falls es wirklich so schlimm ist wie du behauptest.

Du bekommst doch Hilfe. Ich gehe davon aus, dass dieser jemand von der Caritas eine ambulante Erziehungshilfe ist. Das ist jemand der öfter zu dir kommt, der die Situation bei dir mitbekommt und dann auch an das Jugendamt berichtet. Das ist deine Chance.

Was machen deine Eltern denn?

januarjulia 12.08.2017, 09:08

Hab ich in meiner ersten Frage zum Teil beschrieben, wenn du es ausführlicher wissen möchtest, dann schreib nochmal einen Kommentar und ich erzähle es dir. :)

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Paulina42 12.08.2017, 09:13

Ja hab grad gelesen. Dann gehe ich jetzt aber davon aus, dass du eine Erziehungsbeistandshilfe hast? Die einmal die Woche kommt und dir hilft? Dann bespreche mit ihre diese Sachen. ZB welche Aufgaben Du im Haushalt übernimmst und welche nicht. 4:30 aufstehen ist zB viel zu früh. Um 6:30 aufstehen und vor der Schule noch Frühstück machen ist aber durchaus angemessen. Ebenso bist du nicht mehr der psychologische Mülleimer für deine Eltern. Dazu sollten klare Regeln aufgestellt werden! So kann die Hilfe vom Jugendamt nach und nach einen Plan aufstellen, so dass es für dich besser wird.

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was genau ist denn das problem mit deinen eltern?

januarjulia 12.08.2017, 09:09

Hab ich in meiner ersten Frage zum Teil beschrieben, wenn du es ausführlicher wissen möchtest, dann schreib nochmal einen Kommentar und ich erzähle es dir. :)

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Felsbroeckchen 12.08.2017, 09:14
@januarjulia

puh du hast es echt nicht leicht und ich kann es verstehen, dass du es nicht mehr daheim aushälst...

kann dir nur raten nocheinmal das gespräch mit dem JA oder mit einem psychologen zu suchen

das kann ja so net weitergehen, du gehst so kaputt

wünsche dir alles gute und viel kraft

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