Ich habe das Asbergersyndrom und ADHS habe ich dieselben Rechte wie normale Menschem b.z.w. darf ich genauso Leben ? Muss ich hilfe annhemen usw.?

4 Antworten

Hallo Unbekannter,

was machst Du Dir einen Kopf, weil Du Morbus Asperger hast? Das ist doch nicht allzu schlimm. — Schlimm wird es nur, wenn Du Dir einredest, dass Du dadurch Probleme bekommst und Deine Rechte beschnitten werden.

Ich weiß, wovon ich schreibe, denn ich habe selbst eine milde Form von Asperger. Ich war schüchtern und hatte massive Schwierigkeiten, auf Leute zuzugehen und mit ihnen zu reden. In Diskussionen war ich immer der Unterlegene, weil ich mich nicht getraut habe , meine Meinung offen auszusprechen. Und was hatte ich davon? – Nur Nachteile. Ich habe mir quasi selbst die Teilhabe am Leben versagt.

Und wie habe ich das in den Griff bekommen?

Ich bin unter Leute gegangen und habe genau das getan, womit ich Probleme hatte. Am Anfang war es ziemlich seltsam für mich, aber ich habe nicht aufgegeben. Wegen meiner Zurückgezogenheit habe ich fast alle meine Freizeit dazu verwendet, mir Wissen anzueignen, und zwar aus allen Wissensgebieten und unabhängig davon, ob ich meinte, dass ich es gebrauchen kann. So hat sich ein beachtlicher Fundus angesammelt, und ich habe schnell gemerkt, dass viele Leute mich dafür bewundern, was ich alles weiß. Und so ist es auch ganz leicht geworden, mit Anderen ins Gespräch zu kommen.

So habe ich durch gezielte Übung gelernt, mich zu äußern und meinen Standpunkt so zu formulieren, dass ihn Andere nachvollziehen können.

Heute bin ich froh, dass ich diesen Schritt gewagt habe, denn jetzt habe ich viel mehr Kontakt zu meinen Mitmenschen und habe einige gute Freunde gewonnen. Das Leben macht jetzt viel mehr Spaß, weil ich in meinem Umfeld integriert bin und kein Außenseiter mehr bin.

Natürlich ist so etwas nie frei von Rückschlägen oder Stimmungsschwankungen, die mich manchmal in meine alten Verhaltensweisen zurück fallen lassen, aber ich weiß inzwischen, dass solche Phasen auch wieder vorbei gehen. Deshalb nehme ich mir das nicht mehr so sehr zu Herzen.

Sei einfach Du selbst. Deine Mitmenschen werden Dich akzeptieren, wie Du bist. Du musst Dich nur trauen, aus Deinem Schneckenhaus raus zu kommen und mit den Leuten reden. — Worüber? – Das ergibt sich meistens von selbst, wenn Du erst mal den ersten Schritt gemacht hast.

Das Asperger-Syndrom ist hinterhältig und man meint leicht, dass man deswegen ausgegrenzt wird. Das ist aber so nicht richtig. Man wird nur ausgegrenzt, wenn man sich zurück zieht, und nicht mit den Anderen kommuniziert. Und so kann man schon mal glauben, dass man keine Rechte hat. Die Rechte stehen Dir zu, und Du musst sie nur in Anspruch nehmen.

Der erste Schritt ist die Erkenntnis, dass man Asperger hat und das gerne ändern möchte. Der Nächste Schritt ist es, zu lernen, wie man mit Anderen ins Gespräch kommt. Und glaube mir: Es ist eine große Bereicherung für Dein Leben, wenn Du Dich mit vielen Menschen austauschen kannst.

Trau Dich einfach, arbeite an Dir und gib nicht auf. — Es kann nicht viel passieren, außer dass sich Dein Leben zum Positiven verändert.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

da es verschieden Ausprägungsformen gibt, kann man das pauschal so nicht beantworten.

Warum du allerdings Hilfe verweigern willst, damit du die Chance bekommst, selbstbestimmt zu leben weiss ich nicht.

Die Frage ist dich nicht, ob du so leben darfst wie andere Menschen, sondern, ob du das auf Grund der Ausprägung deiner Krankheit kannst.

Warum solltest du sinnvolle Hilfen ablehnen? Das verstehe ich nicht

Artikel 3 Grundgesetz

Absatz:

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Was möchtest Du wissen?