Ich habe 1 Doppelhaushälfte erworben, die bereits seit 10a vermietet ist. Soll ich den bestehenden MV behalten oder 1 neuen abschließen um die Miete anzupassen?

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7 Antworten

Wenn der Mieter nicht will mußt Du den bestehenden Mietvertrag behalten/weiterführen. Kauf bricht nicht Miete ist keine Redensart sondern Gesetz. BGB § 566

Die Miete erhöhen kannst Du, nach den gesetzlichen Bestimmungen, auch ohne neuen Vertrag.

Instandhaltung und/oder -setzung berechtigen keine Mieterhöhung. Diese Kosten mußt Du allein tragen. Dafür ist u. a. die Kaltmiete gedacht.

Als Neuling in Sachen Vermietung empfehle ich Dir die Mitgliedschaft bei Haus & Grund.

Als Erwerber einer Immobilie mit Mietern kann man nicht einfach neue Mietverträge machen, denn deren Mietverträge bleiben weiterhin gültig.BGB § 566 Kauf bricht nicht Miete.

Der alte Vertrag besteht weiter bzw. geht auf dich automatisch mit allen Rechten und Pflichten über, denn im BGB ist der Grundsatz "Kauf bricht nicht Miete" fixiert. Der Mieter muss keinen neuen Vertrag unterschreiben bzw. wäre schön blöd das zu tun.

Du trittst automatisch mit allen Rechten und Pflichten in den alten Mietvertrag ein.

Für Mieterhöhungen gelten bundesweit gleiche Gesetze (Miethöhe, Fristen usw.), die kannst Du aber leicht googeln.

Mismid 23.08.2015, 19:56

für Mieterhöhungen gelten nicht bundesweit die gleichen Gesetze!! Diese können sich je nach Bundesland und auch Gemeinde unterscheiden (z.b Mietpreisbremse usw)

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du kannst nur einen neuen Mietvertrag machen, wenn der Mieter zustimmt! Der muß einem neuen Vertrag nämlich nicht zustimmen. Vertrag ist Vertrag und gilt auch bei einem Eigentümerwechsel weiter!

Es wird dich überraschen: Kauf bricht nicht Miete. Der Mieter hat einen gültigen Mietvertrag und du kannst die Miete nur im Rahmen der gesetzlich erlaubten Mietsteigerung erhöhen - oder "anpassen", wie du das so schön nennst. Oder warum sollte er freiwillig einen neuen Vertrag mit einer höheren Miete abschließen ?

Offenbar hast du diesen Immobilienerwerb sehr gründlich vorbereitet und dich vorher genau informiert.

Mandagon 23.08.2015, 21:45

Hallo, Vielen Dank für Deine Antwort. Ich habe mich zuvor mit dem Mieter getroffen und mit Ihm auch die Instandhaltungsarbeiten besprochen. Er weiß auch, dass dieses Auswirkungen auf die Miete haben wird. Jetzt stellt sich halt die Frage, ob es empfehlenswerter wäre, einen neuen Vetrag abzuschließen oder lieber einen Anhang an den bestehenden Vertrag zu machen. Durch den Neuvertrag würden ja erneut die 3 Jahre für die Mieterhöhungsfrist laufen. Gilt dies auch für den Anhang an den bestehenden Vertrag? Nochmals danke.

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albatros 23.08.2015, 23:46
@Mandagon

 Er weiß auch, dass dieses Auswirkungen auf die Miete haben wird.

Instandhaltung geht immer zu Lasten des Mieters. Aus diesem Grund  darf deshalb die Miete nicht erhöht werden.

Etwas Anderes wäre eine Modernisierung. Deren bereinigte Kosten (also abzüglich Instandhaltungskosten) dürftest du zu 11% jährlich auf die Miete aufschlagen.

Durch den Neuvertrag würden ja erneut die 3 Jahre für die Mieterhöhungsfrist laufen.

Du darfst jährlich die Miete erhöhen (bis zur zulässigen Grenze) aber innert drei Jahren nur max. um 20%.

Ein neuer MV ist deshalb nicht erforderlich. Es genügt ein Mieterhöhungsverlangen in Textform.

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Instandhaltung geht immer zu Lasten des Mieters. Aus diesem Grund  darf deshalb die Miete nicht erhöht werden.

Etwas Anderes wäre eine Modernisierung. Deren bereinigte Kosten (also abzüglich Instandhaltungskosten) dürftest du zu 11% jährlich auf die Miete aufschlagen.

Du darfst jährlich die Miete erhöhen (bis zur zulässigen Grenze) aber innert drei Jahren nur max. um 20%.

Ein neuer MV ist deshalb nicht erforderlich. Es genügt ein Mieterhöhungsverlangen in Textform.

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