ich hab vom Arbeitgeber mein Arbeitszeugnis erhalten und überlege schon die ganze Zeit,ob Sie in der Bewerbungsmappe entnehmen soll.Ich bitte um euren Rat?

9 Antworten

Man kann ein Zeugnis nur dann richtig beurteilen, wenn man es vollständig liest, also von der Überschrift bis zum Ausstellungsdatum und der Unterschrift. Überall können Informationen enthalten sein, die für die Einschätzung des Zeugnisses wichtig sind.

Zu dem Auszug aus deinem Zeugnis kann man folgendes sagen:

Die Leistungsbeurteilung entspricht einem befriedigend, auch die Zusammenfassung "zu unserer vollen Zufriedenheit" passt dazu.

Sein Verhalten gegenüber Vorgesetzten , Kollegen und Kunden war einwandfrei.

Auch das ist befriedigend.

Herr... hat das Arbeitsverhältnis zum 24.Juli 2015 gekündigt.

Das ist etwas ungewöhnlich formuliert. Du hast wohl in der Probezeit gekündigt.

Wir wünschen ihm für die Zukunft weiterhin viel Erfolg und alles Gute.

Autsch, diese Schlussformel ist alles andere als optimal. Kein Dank für deine Arbeit, kein Bedauern über dein Weggang. Und "weiterhin viel Erfolg" widerspricht dem doch sehr durchschnittlichen Zeugnis.

By the way: wie ist das Ausstellungsdatum?

Aber wie schon gesagt: Wenn du eine halbwegs seriöse Analyse deines Zeugnisses haben willst, musst du es vollständig (natürlich anonymisiert) hier einstellen.

Ich hab in dieser AG 3 Monat lang gearbeitet und gekündigt,weil ich eine bessere Stelle erhalten habe.

0

Ohje, ich glaube da ist etwas beim Zensieren des Nachnamens schief gegangen? Jedenfalls sind da einige Stellen, die man noch lesen kann. Sollte falls es geht entfernt werden, da Arbeitgeber ja gerne nach ihren Arbeitern im Internet suchen.

Verstehe aber nicht, wieso du es der Bewerbungsmappe entnehmen solltest. Steht ja ausschließlich positives drin und die Punkte wie Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge, die immer gut ankommen wenn sie von anderen bezeugt werden.

von welche Stelle ist Rede?

Wenn ich mir dein ersten Absatz mit dem zweiten Absatz vergleiche ,wiedersprechen Sie sich.

0

Steht ja ausschließlich positives drin

Wie überraschend....

Arbeitgeber in Deutschland sind faktisch verpflichtet, nur positive Dinge in ein Arbeitszeugnis zu schreiben. Es ist demnach eine "Kunst", negative Arbeitsleistungen positiv zu umschreiben.

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich". Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge

Aber nicht unbedingt in einem Arbeitszeugnis. Ein hohes Engagement lässt nämlich keine Rückschlüsse auf das eigentliche Arbeitsergebnis zu.

2
@ChristianLE

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich".
Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Zuverlässigkeit und Engagement sind sehr wichtige Dinge


Aber nicht unbedingt in einem Arbeitszeugnis. Ein hohes Engagement lässt nämlich keine Rückschlüsse auf das eigentliche Arbeitsergebnis zu.


Sehe ich anders. aber bitte, jeder bewertet eben unterschiedlich.

0
@Herb3472

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Die Meinung hast Du exklusiv. Ein klassischeres Beispiel für die "Unfähigkeit" eines Angestellten gibt es nicht. Das ist auch nicht meine Meinung, sondern die gängige (hier hilft im Zweifel Google).

Wenn Du das anders siehst, ist das gut (oder schlecht) für dich.

Aber schon allein die Tatsache, dass Du das Zeugnis mit einer 2+ bewertest, spricht da schon Bände.

1
@Herb3472

@Herb3472:

Ein klassisches Beispiel ist die Aussage: "Er war stets pünktlich". 
Dieser Satz impliziert, dass er jeden Morgen pünktlich (und keine Minute eher) zum Dienstbeginn am Schreibtisch (oder wo auch immer) saß, ansonsten aber nichts geleistet hat.

Kann daraus sicher nicht abgeleitet werden.

Doch, das kann es sehr wohl! Es war früher durchaus üblich und auch positiv zu sehen, wenn Pünktlichkeit im Zeugnis erwähnt wurde. Heutzutage sieht man das aber anders, denn Pünktlichkeit ist eine derart banale Selbstverständlichkeit im Arbeitsleben, dass man die keinesfalls mehr ausdrücklich betont - jedenfalls nicht in einem guten Zeugnis. Wird sie betont, gibt es entweder sonst nichts Positives zu berichten oder man kann daraus ableiten, dass der AN auf die Sekunde pünktlich zur Arbeit gekommen ist und zu keinerlei Überstunden bereit war.

1
@DarthMario72

Welche Laus ist denn Dir über die Leber gelaufen? Bist Du überhaupt in einer beruflichen Posotion, in der es zu Deinen Aufgaben gehört, Mitarbeiter einzustellen?

Ich hatte und habe seit über 30 Jahren Personalverantwortung, und entscheide nach meinen Kriterien, nicht nach dem, was heute üblich oder nicht üblich ist.

Wrenn Du glaubst, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit dürften heute als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dann würdest Du in der Praxis Dein blaues Wunder erleben.

0
@Herb3472

Welche Laus ist denn Dir über die Leber gelaufen?

Mir keine. Dir vielleicht? Was interessieren dich meine beruflichen Kompetenzen? Schau mal in meine Antworten zu anderen Fragen, dann dürftest du feststellen, dass ich durchaus weiß, wovon ich rede.

Ich hatte und habe seit über 30 Jahren Personalverantwortung, und entscheide nach meinen Kriterien, nicht nach dem, was heute üblich oder nicht üblich ist.

Ich habe nicht die Absicht, dir in deine Einstellungskriterien reinzureden.

Wrenn Du glaubst, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit dürften heute als selbstverständlich vorausgesetzt werden, dann würdest Du in der Praxis Dein blaues Wunder erleben.

Pünktlichkeit (von Zuverlässigkeit habe ich nicht geredet) ist sehr wohl eine Selbstverständlichkeit. Dass das in der Praxis nicht so läuft, weiß ich selbst - dafür gibt es dann die Möglichkeit den AN abzumahnen.

Im Übrigen ist das nicht nur meine Ansicht, sondern diesen Standard erfährst du bei einer einfachen google-Suche.

1
@Herb3472

@ Herb3472:

Wo ist eigentlich dein Problem? Es geht in den Antworten darum, wie diese Formulierungen generell, d.h. vom Großteil aller Arbeitgeber gewertet werden. Es gibt im Internet genügend Ansätze, wie diese Formulierungen interpretiert werden sollten. Dazu gehört nun auch einmal der Aspekt des "pünktlichen Mitarbeiters".

Wenn Du hier eigene Interpretationsansätze verfolgst, bzw. eigene Kriterien entwickelt hast, ist das deine Sache. Es ist aber der falsche Weg, deine eher untypischen Wertungsansätze (das meine ich nicht negativ) als gesetzt zu betrachten.

Allein aufgrund der Tatsache, dass diese Interpretationen  weitestgehend standardisiert (Siehe Google oder die einschlägige Literatur) sind, besteht hier auch überhaupt kein Diskussionsbedarf.

Im Übrigen ist die Tatsache, dass jemand X-Jahre Erfahrungen damit hat, ebenso keine Argumentationsgrundlage.

Mal völlig wertungsfrei: Es kann auch durchaus sein, dass jemand - egal welche Branche - etwas seit 20 Jahren falsch macht. Eine langjährige Betriebserfahrung ist niemals ein Indikator für korrektes Arbeiten.

Meist ist eher das Gegenteil der Fall. Stichwort Betriebsblindheit.

2

Bedanke mich hier bei allen.
Nach 3 Monaten im Betrieb, hab ich einen neuen Job erhalten,und meine alte Stelle gekündigt.

Jetzt frag ich mich, auch wenn mein Arbeitszeugnis zwischen gut bis mittelmäßig ist,ob ich Sie dennoch erwähnen soll.

Einerseits, war ich ein Mitarbeiter, der die Aufgabe im Betrieb in (2-3) Bereich erledigt hat.

Andererseits,frag ich mich was der Arbeitgeber von mir halten soll,wenn ich nur 3 Monat beschäftigt war.

mfg

Note des Arbeitszeugnis?

Hallo,

ich möchte gerne wissen in welchem Bereich sich dieses Arbeitszeugnis befindet.

Herr XXX, geb am XXX in XXX, war seit dem XXX bis zum XXX in unseren Unternehmen als XXX tätig.

(Beschreibung und Aufgaben der Firma)

Die Aufgaben und Schwerpunkte von Herrn XXX lagen in folgenden Bereichen:

(Nennung der Schwerpunkte)

Herr XXX verfügt über umfassende und vielseitige Fachkenntnisse, die er jederzeit sicher und zielgerichtet in der Praxis einsetzte. Durch seine schnelle Auffassungsgabe konnte er auch schwierige Sachverhalte sofort überblicken. So fand er für alle auftretenden Probleme ausgezeichnete Lösungen. Herr XXX hat mit seinem hohen Einsatzwillen einen guten Beitrag zum gemeinsamen Erfolg geleistet. Die ihm übertragenen Aufgaben wurden stets mit großer Sorgfalt und Genauigkeit erledigt. Er war auch hohen Belastungen jederzeit gewachsen und arbeitete sehr zuverlässig und genau.

Die ihm übertragenen Aufgaben erledigte Herr XXX stets zu unserer vollen Zufriedenheit. Das persönliche Verhalten war immer vorbildlich. Bei Vorgesetzten und Kollegen wurde er sehr geschätzt.

Herr XXX verlässt unser Unternehmen auf eigenen Wunsch. Wir bedauern das Ausscheiden sehr und danken ihm für die sehr gute Zusammenarbeit. Wir wünsche ihm für seinen weiteren Berufsweg alles gute.

Skeptisch macht mich unter anderem die doppelte Einstufung der Arbeit:

( ...Die ihm übertragenen Aufgaben wurden stets mit großer Sorgfalt und Genauigkeit erledigt...

...und arbeitete sehr zuverlässig und genau...)

sowie die passiv Formulierung hier:

(Die ihm übertragenen Aufgaben wurden stets mit großer Sorgfalt und Genauigkeit erledigt.)

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?