Ich hab Nachts immer angst

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Das liegt in unseren Ursprüngen. Schon früher waren die Neandertaler der Nacht oft hilflos ausgeliefert, da sie kein Licht hatten, keine Gefahren kommen sehen konnten und sich auch nicht in ihrer Umgebung bewegen konnten, da alles dunkel war. Daher kam auch diese Angst, vor der Dunkelheit und den Gafahren, mit denen sie verbunden ist - und auch heute geschehen die gruseligsten Szenen in einem Horrorfilm (fast) immer nachts. Also einfach: Die Nacht ist unvorteilhaft, man sieht kaum was, kann sich nicht gut verteidigen und ist den Tieren im freien ausgeliefert.

Angst ist erst mal deine Freundin. Sie hält dich wachsam, sorgt dafür, dass du dich nicht unnötig in Gefahr begibst und schärft deine Sinne. In der Nacht ist es mächtig gefährlich für dich -- wenn du ein einsamer Steinzeitmensch in fremder Umgebung bist. Und genau von da ist diese Angst auch übrig geblieben. Wenn du nichts sehen kannst und die Nachtwesen (Eulen, Mäuse, Füchse oder Igel: gerade die können einen echt gruseligen Lärm machen - und viele andere die du nicht kennst) unterwegs sind, ist es sinnvoll ängstlich zu sein, könnte ja ein Bär dabei sein. Und Menschen sind echt kreativ: sobald sie sichere Häuser gebaut haben, fangen sie an sich Gruselgeschichten zu erzählen - Hauptsache die Angst hat eine Berechtigung. Ich kenne viele Erwachsene, die allein in ihrer Wohnung, bei Nacht Angst haben. Die sich von Lichtschalter zu Lichtschalter hangeln und lauschen und schauen und sich dann aufs Klo schleichen. Ich kenne einen, der fast 2 Meter groß, ein Bär von einem Mensch, geistig gesund, stark und fürsorglich, sich davor gruselt mal nachts in den Dünen zu schlafen und die Sterne anzuschauen. Du bist also in guter Gesellschaft.

Wahrscheinlich hast du schon festgestellt, dass du mit dem Verstand dagegen nicht ankommst. Was dagegen hilft, ist wahrscheinlich individuell verschieden. - Es sei denn du befragst einen Psychologen/Psychiater, die haben Standartantworten für so was.

Was ist in der Nacht anders? Wie sehen wir anders, wie hören wir anders, wie nehmen wir noch wahr Wir haben Nachtspaziergänge durch den Park gemacht (grusel)und dann sogar ein Stück über den Friedhof (obergrusel auch für mich) Wir sind mit der Taschenlampe durch die dunkle Wohnung und haben festgestellt, dass ein Taschenlampenlicht gruseliger ist als ganz ohne, weil wir uns auf den kleinen Lichtkegel konzentrieren und das Dunkel dadurch so riesig ist. Wir haben Geschichten gelesen zu "guten Geistern" in der Nacht. Also erfundene, biblische, überlieferte..... Geschichten und wir haben selbst welche erfunden. Das war ein langsamer Prozess, kein Hauruck-Gute-Nacht-Workshop.

Wenn ich nachts allein bin, wenn ich was seltsames höre und meine Katze so hysterisch guckt, als würde sie sich auch gruseln, dann krieg ich auch noch eine Gänsehaut. Aber sonst, es hat mir geholfen

Ich wünsche dir, dass du deinen Weg aus der Angst findest

Wow! Also wenn das nicht die hilfreichste Antwort ist, weiß ich auch nicht!!

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