Ich hab kein Gefühl fürs Autofahren und irgendwie richtig Angst davor...was tun?! Habt ihr Tipps?

9 Antworten

Eigentlich wäre es ja anständig von mir, in den Chor der übrigen Antworten einzustimmen, und Dir Mut zuzusprechen. Und ja, sicher wirst Du es soweit bringen, dass Du die Kiste nicht ständig abwürgst. Aber Du sprichst auch von Angst. Und wenn ich mir verschiedenste Verkehrsteilnehmer in Erinnerung rufe, die auch nach Jahren des Führerschein-Besitzes hinter dem Steuer noch immer einen Gesichtsausdruck haben, wie wenn sie eben dem Teufel persönlich begegnet wären, dann ergibt sich daraus die Erkenntnis, dass gewisse Menschen nun einfach nicht geeignet sind, ein Fahrzeug zu führen. (und dies aber trotzdem tun). Und ich schildere hier (nochmals) einen exemplarischen Fall dazu: Vor noch nicht allzu langer Zeit hat eine 35-jährige Autofahrerin in unserer Stadt einen Fussgänger auf dem Zebrastreifen über den Haufen gefahren. Anschliessend gab sie einem anwesenden Journalisten einer Tageszeitung zu Protokoll, dass sie "jeden Morgen Angst habe", in ihr Auto einzusteigen und zur Arbeit zu fahren. Da frag' ich mich dann schon, weshalb tut man sich das an? "Freiheit" und "Unabhängigkeit" hin oder her. Ich würde es gar nicht schätzen, jeden Morgen Angstgefühle zu verspüren und gerade eine Stadt ist normalerweise mit dem ÖV gut erschlossen. Ob jetzt Du auch zu dieser "Klasse" der Fahrer/Innen gehörst, weiss ich natürlich nicht. Aber spätestens in einem Jahr wirst Du Dir diese Frage selbst beantworten können.

Also ganz machtlos ist man auf dem Beifahrersitz auch nicht, Deine Mutter kann die Handbremse betätigen (an den meisten Autos befindet die sich zwischen den Vordersitzen) und kann auch den Zündschlüssel umdrehen wenn Du nicht vom Gas gehst. Es ist eigentlich nicht schlecht etwas Angst zu haben, das zeugt für den nötigen Respekt gegenüber dem Auto.

Das Zusammenspiel von Kupplung, Gas und Bremse lernst Du mit Übung, wie Du bereits gemerkt hast wird es eher schwieriger wenn man zu sehr darüber nachdenkt was man machen muss. Auf dem Übungsplatz warst Du dann wahrscheinlich etwas aufgeregt dann auch richtig fahren zu können und machtest es zu schnell.

Es ist eigentlich ein Teufelskreis, nur wenn man ruhig bleibt klappt es auch einwandfrei mit dem Anfahren, will es nicht klappen wird man unruhig. Sehr oft bemerkt man auch dass Fahranfänger zu glauben scheinen nur ein kurzes Zeitfenster zum Anfahren zu haben. Wenn Du es noch üben musst oder es nicht klappen will lässt Du zunächst das Kupplungspedal los bis die Motordrehzahl sinkt bzw der Motor merklich belastet wird. Dann bist Du mit der Kupplung am Schleifpunkt und musst das Pedal in dieser Stellung halten. Das Wichtigste dann ist nicht Panik zu kriegen, das ist zwar nicht gut für die Kupplung aber so lange Du noch lernst ist es einfach nötig die Kupplung schleifen zu lassen. Dann mit Gefühl etwas Gas geben und da nicht erschreckt vom Gas gehen wenn der Motor etwas hochdreht, Ruhe bewahren und die Gaspedalstellung nur leicht korrigieren. Erst wenn sich der Motor angenehm anhört die Kupplung weiter loslassen und man fährt. Mit mehr Übung klappt das immer besser, man sollte mit dem Üben nicht so lange machen bis die Kupplung stinkt. Evtl übst Du auch Mal ohne Gang und ohne Kupplung nur das Gas zu betätigen um Gefühl dafür zu bekommen den Motor nur leicht erhöht drehen zu lassen.

In der Fahrschule lernt man es besser, der Fahrlehrer kann dann auch besser eingreifen. Vor dem brauchst Du Dich auch nicht schämen, schliesslich bringt der Dir das ja nicht aus Gefälligkeit bei sondern Du bezahlst ihn dafür. Ich finde es aber gut dass Du schon privat üben möchtest. Fahrschulen tendieren dazu in der Ausbildung zu schummeln. Mittlerweile haben Autos Anfahrhilfen und Berganfahrassistenten, was zunächst für den Fahrschüler toll ist weil es dann besser klappt. Leider führt es dazu dass allein hier bei GF bestimmt min 1 Mal pro Woche ein Fahranfänger extreme Anfahrprobleme mit seinem Auto hat obwohl es bei der Fahrschule so gut ging.

Schon sehr Viele haben geglaubt nie Autofahren lernen zu können und haben es doch geschafft, das kriegst Du auch hin!

Wie bei so vielem gilt auch hier: Übung macht den Meister. Zu Beginn ist das Zusammenspiel von Gas geben und Kupplung drücken recht schwierig, mit der Zeit wird es auch dir immer einfacher gehen. Vielleicht fühlst du dich mit deiner Mutter auf dem Beifahrersitz noch etwas zusätzlich nervös, vielleicht wäre es mit einer fremden Person (Fahrlehrer) einfacher. Viel Glück und guten Erfolg.

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