Ich hab den Sprung vom Abitur zur Zukunft verpasst, und bin ratlos, wie soll es weitergehen?

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6 Antworten

Es gibt da keinen Sprung, und selbst wenn, verpasst man den nicht in so ein paar vergammelten Monaten mit 19. Das halte ich selbst in diesen Tagen des stromlinienförmig verschulten Bologna-Studiums für legitim.

Aber vor allem ist es DEUTLICH weniger fatal als ein Lehramts-Studium anzufangen, um irgendwas zu machen, weil einem nichts Besseres einfällt.

Ich wiederhole mich da, aber die EINZIG zulässige Kernmotivation, den Lehrerberuf zu ergreifen ist die, dass man zu 100 Prozent dafür lebt.

Also dafür, (zu) vielen Kindern gleichzeitig möglichst effizient $Dinge beizubringen und sie gleichzeitig zu erziehen.

Das Feuer dafür muss in dir so irrsinnig heiß brennen, dass du dafür die schrecklichsten Dinge in Kauf nimmst. Fast jedes Opfer zu bringen bereit bist. Eat, sleep, teach. Regelmäßig tagelang statt irgendwelcher Freizeit Klassenarbeiten zu korrigieren beispielsweise. Stundenlang in Zeugniskonferenzen zu sitzen. Das widersinnige System der Leistungsbewertung weiter propagieren, obwohl du genauer als die
meisten anderen Leute weißt, wie schwachsinnig es genau
ist.

Du musst es dir in der überwiegenden Mehrzahl der Fälle mit Gewalt
verweigern, Freund deiner Schüler sein zu wollen. Das bringt nämlich nur Ärger. Du musst einfach damit leben, dass sie dir viel zu große Klassen geben, und trotzdem hinkriegen, dass deine Schüler die von anderen mehr oder weniger willkürlich gesetzten Lernziele erreichen. Ausreden interessieren niemanden.

Du musst das Referendariat überleben, wo dir niemand beibringen will, wie man gut unterrichtet - das wird dir während der ganzen Ausbildung kaum jemand beibringen - sondern wo sie dich unter Stress setzen und aussortieren wollen wie in der Grundausbildung beim Militär.

Solltest du dann mal eine Stelle bekommen, wirst du stupideste Verwaltungsaufgaben aufgebürdet bekommen, die kaum was mit deinen Fächern und höchstens peripher mit deinem Unterricht zu tun
haben. Elternabend. Von Eltern angepampt oder verklagt werden.
Elternsprechtag <gasp>. Und das alles in einer Wochenarbeitszeit
von deutlich über 60 Stunden. Ich könnte weitermachen.

Kurz: Wenn du zum Ausgleich für diesen an sich fantastischen Beruf damit leben kannst, dass es wirklich jeder, der am System was verbessern könnte, es stattdessen darauf anlegt, dir den Beruf zur Hölle zu machen.

DANN darf man Lehrer werden. Sonst nicht.

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Ich finde nicht, dass du da verzweifeln musst. Okay. Studium scheint also nichts für dich zu sein?! Das ist doch kein Untergang. Jetzt ist noch die perfekte Zeit, um sich irgendwo zu bewerben und nächstes Jahr eine Ausbildung zu machen. Such dir doch einfach etwas schmuckes, was dir gefällt und orientiere dich um.

Du bist doch gerade mal 19. Kenne genug Leute, die erst mit Mitte oder Ende 20 wissen, was sie im Leben machen wollen. Du gehörst zu der Generation, die die Ehre haben wird, noch bis zu deinem 70. Lebensjahr arbeiten zu dürfen. Auf die ein oder zwei Jahre kommt es da nicht an. Würde also erst mal die Panik aus der Stimme nehmen und tief durchatmen!

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Brich das Studium ab und such dir eine Ausbildungsstelle. Im Moment kannst du mit Glück noch eine erwischen. Ansonsten schau nach einem Praktikum in einem Bereich der dir gefällt.

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wenn der studiengang nicht für dich ist, wechsel zu etewas was dir besser gefällt oder mach eine ausbildung.

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Brech das Studium ab undmach dann eine Ausbildung in einem Bereich der dir gefällt.

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Welche Richtung war das FSJ?

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