Ich glaube, mein bester Freund gerät in die rechte Szene...

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hört sich stark danach an, als würde ihm einfach eine Menge an Selbstvertrauen abgehen, welches er durch eine Gruppenvorstellung, in der nur die Einstellung zählt, erhalten könnte. Hintergründig ist es hier sogar oft egal, in welche Richtung (Punk, Rechtsradikalismus, Gothic, Computersucht etc etc) sich Betroffene bewegen, die Motivation ist fast immer die Selbe: Anerkennung innerhalb einer Gruppe zu bekommen, die die vorherige Hilflosigkeit (beispielsweise das Mobbing in der Schule) hinter sich lässt und endlich eine augenscheinlich stärkere und selbstbewusstere Position bedeutet.

Gerade das ist aber extrem gefährlich, sich selbst und seine eigenen Werte dabei zu vergessen und zu ersetzen - zu einem weiten Teil ist das bei deinem Freund sicher schon passiert. Ich würde ihn weiter nerven, mit ihm diskutieren und ihm vor allem klar machen, dass du ihm mehr Respekt entgegenbringst, wenn er sich traut, nicht hinter einer Bewegung zu verstecken. Wirklich helfen kann in so einer Situation der Freundeskreis, die Familie und auch das Schulumfeld - aber nur, wenn er es eben auch annimmt.

Man muss nur vorsichtig damit umgehen. Er wird sich anfangs mit Händen und Füßen wehren, wenn man ihm diesen "Respekt", den er gerade auf so dumme Weise selbst vor sich aufgebaut hat, mit der Begründung wieder wegnehmen will, dass es eine Dummheit war. Das kann unglaubliche Trotzreaktionen auslösen und der Schuss geht dann nach hinten los.

Am besten einfach gut zureden ohne zu verurteilen, ihm immer wieder sagen, dass man ihn wertschätzt - aber ihn spüren lassen, dass es eben nicht wegen der politischen Einstellungen, sondern wegen ihm als Mensch so ist. Ich weiß nicht, wieviel Empathie dein Freund besitzt, vielleicht könntest du mit ihm ja sogar mal in Ruhe in einem langen Gespräch darüber reden.

Viel Glück, Balu

Vielen Dank für den Stern. Trotzdem möchte ich noch etwas hinzufügen, was ich vielleicht nicht wichtig genug hervorgehoben habe:

Diese Identifizierung mit der Szene hat deinem Freund höchstwahrscheinlich eine Möglichkeit gegeben, endlich eine Identität für sich selbst zu finden, in der er endlich nicht mehr als "Versager" (überspitzt) dasteht, sondern selbst mächtig wird. Sei dir bewusst, dass dieser Zug für ihn etwas Berauschendes ist, etwas unglaublich Vorwärtstreibendes, Richtungsbestimmendes. Das erstemal kann er sich als wichtig, beachtet und wertgeschätzt fühlen, weil er einer Gemeinschaft angehört. Alle anderen "Gemeinschaften" haben ihn zuvor enttäuscht.

Ihm jetzt zu sagen, dass das auch der falsche Weg ist, wird nicht so einfach funktionieren, wahrscheinlich setzt er sich dann eher über den Aussprechenden. Es ist in so einer Situation wirklich wichtig, Alternativen oder Lösungen bieten zu können, was wirklich schwierig ist, denn diese Alternativen zielen alle auf einen langwirrigen Selbsterkenntnisprozess ab, den er in seiner Situation sicher nicht bestreiten will.

Was deinen Freund wirklich zurückholen würde, wäre ein Umfeld, das ihm beweist, dass es auch anders und harmonischer funktionieren kann. Wie gesat - er wurde bisher enttäuscht. Es bräuchte Menschen, die ihn zu einem anderen Standpunkt mitnehmen und nicht enttäuschen. Das wird nicht einfach, wenn er (wie du sagst) keinen wirklichen Freundeskreis hat.

Du als einzelner Freund kannst aber dazu beitragen, andere aufklären und animieren oder zumindest auf das Problem hinweisen, fragen, ob sie mitziehen. Es ist eine riesen Verantwortung, kostet Kraft, Nerven, Zeit und manchmal auch Mut. Aber vielleicht machst du einem Freund damit ein Geschenk, das ihm das komplette Leben lebenswerter macht :-)

1

hallo daniel, ich glaube schon dass mark rechts ist.. ich würde auf jeden mal mit ihm reden, aber nicht so ääää du bist rechts voll scheie sondern eher so: "hey sag mal was is eigentlich des white pride, world wide?" lass dir was darüber erzählen und versuch zu verstehen, wieso er das so mag und was ihn daran fasziniert. du wirst es nicht glauben aber das beste, was einem menschen widerfahren kann ist verständnis. du kannst ihn auch fragen warum er so ein anhänger dieser seite (?) geworden ist, und was du auch machen kannst, ist ihm zu sagen dass du dir echt sorgen um ihn machst, und ihn einfach nicht an so eine organisation (?) verlieren willst. rede echt mal mit ihm und versuch ihn auch wenns schwer ist zu verstehen.. das wird schon wieder ;) du darfst dich aber auf keinen fall mitziehen lassen..wenn er dich iwo hin mitnehmen will sag bitte nein! ich wünsch dir ganz viel glück :

Die Antwort ist schon so gut, so dass ich keine neue erstelle, sondern einfach nur zwei Kleinigkeiten ergänze.

  1. Daniel, dein Freund kann echt froh sein dich zu haben! Zeige, dass du zu ihm stehst, sein Freund bist und ihn nicht ablehnst obwohl du deinen politischen Standpunkt beibehältst. Wenn du das schaffst, dann hat "Mark" noch eine echte Chance.

  2. Ich würde vorschlagen, dich selber so intensiv wie möglich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, und mit Argumenten und Gegenargumenten vertraut zu machen, so dass du ihm inhaltlich Paroli bieten kannst.

Viele Grüße und viel Glück

Jens

0

Ich würde ihn direkt mal nach seinen politischen Ansichten fragen. Das sollte unter Freunden auch mal Thema sein dürfen. Und je nachdem wie er sich äußert, könnte man dann die Eltern hinzuziehen.

Was möchtest Du wissen?