Ich fühle mich so alleine und verloren? ich fühle mich wie ein kleines Kind?

3 Antworten

hallo Kinderglück,

Deine Sorgen sind in meinen Augen berechtigt. Ich denke, Du hast ein großes Problem, Vertrauen aufzubauen. Vertrauen zu anderen Menschen - welches auch nicht enttäuscht wird, stärkt uns und gibt uns Sicherheit. Wir lassen dann Nähe anderer Menschen zu - und das wieder führt dazu, dass wir nicht einsam sind.

Viele Menschen haben dieses Grundvertrauen nicht. In der Folge leben sie in der Angst verlassen zu werden. Für diese Menschen ist es sehr wichtig zu lernen: Wie baue ich Vertrauen auf - zu anderen - aber auch zu mir? Wir müssen immer wieder die gute Erfahrung machen, dass wir eben nicht verlassen werden = Gut

Wir müssen immer wieder die gute Erfahrung machen, dass uns etwas Gutes gelingt, dass wir etwas können = Gut

Und dann sollten wir auf das Gute - siehe oben - achten und schauen und nicht auf die Risiken, die eventuell auch eintreten könnten.

Stell Dir vor, Du befindest Dich auf einem Weg. Links und rechts ist ein tiefer Graben. Da könntest Du reinfallen. Da könnte Dir etwas Schmerzhaftes passieren. Was Dir hier hilft, ist nicht das Starren in den linken oder in den rechten Graben, sondern dass Du den Blick auf den Weg richtest, dass Du eben auf dem Weg bleibst. Schau zurück - und Du siehst, wie gut es Dir bereits gelungen ist, auf dem Weg zu gehen und eben nicht in den Graben geraten bist.

Ich selbst bin übrigens Christ und vertraue, dass Gott immer bei mir ist, auch wenn mich Menschen verlassen. Und so erlebe ich auch mein Leben. Niemals allein!

Vielen lieben Dank für die schnelle Antwort. Ja mein Urvertrauen wurde tatsächlich auch nie ausgereift. Schon als Kind wurde ich ungewollt Verlassen, durch Krankenhausaufenthalte meiner Mutti oder als ich ins Krankenhaus mußte als Kind. Da durfte ich meine Eltern nicht sehen, sie haben es schlicht einfach verboten ( die Ärzte) . Klassenfahrten waren immer schlimm für mich, hatte immer Heimweh. Später war ich immer auf der Suche nach einen Partner, damit ich nicht alleine bin. Ich bin am üben üben üben, aber jeden Morgen fühle ich mich nicht besser nicht verändert, im Gegenteil, irgendwie als ob ich still stehe. Alles um mich herum verändert sich, nur ich stehe irgendwie still. Die Zukunft sieht für mich nicht gut aus. Also in meinen Gedanken, aber ich habe große Angst das es dann wirklich so wird. Als mein Vati gestorben ist, bin ich zusammen gebrochen, mir mußte geholfen werden wie ein kleines Kind, ich war nicht in der Lage Behördengänge zu absolvieren. Das mußte meine Schwester mit meiner Mutti machen. Ich war nicht zu gebrauchen. Ich bin auch Christ, glaube auch an Gott, aber der glaube hilft mir nicht wirklich, ich denke dann nicht an Gott, ich bitte ihn zwar um Hilfe, es zu schaffen, aber ich spüre nur Angst.

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@Kinderglueck

Einerseits wäre eine therapeutische Begleitung für das Erlernen "wie baue ich Vertrauen auf?" sicher nicht verkehrt. Andererseits erlebe ich Menschen mit wenig Vertrauen oft als Menschen, die sehr stark auf ihr eigenes Gefühl ausgerichtet sind. Wenn Du viele Dinge des Alltags aus Gewohnheit und auf Grund des Gefühls tust - so im Sinne "das fühlt sich gut und richtig an", dann fällt es schwer, in kritischen Situationen vernünftig zu handeln. Mein Stichwort für Dich: "bewusst vernünftig leben - nicht mit Gefühl der Frage nachgehen" wie geht es mir?" oder "wie fühle ich mich?".

Wie lebst Du Dein Christsein? Auch nach Gefühl?

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Das die Kinder aus dem Haus gehen und das elterliche Nest verlassen, ist ein ganz natürlicher Vorgang. Ich habe das als Mutter (die Väter sehen das anders) auch erlebt. Aber du solltest nicht jammern über diese Situation, sondern jetzt die Initiative ergreifen und für DICH etwa zu tun. Dinge, die du vorher nicht umsetzen konntest, weil die Kinder dich brauchten.

Vielleicht ist dieser Link etwas hilfreich für dich:

https://www.fuersie.de/familie/kinder/artikel/wenn-kinder-ausziehen-mit-der-trauer-umgehen

Hallo, falls Du noch keine therapeutische Begleitung hast, würde ich Dir empfehlen, Dir eine solche zu suchen.

Denn Du möchtest doch Deine Kinder in deren Selbstständigkeit begleiten, anstatt ihnen im Weg zu stehen. Und mit Deinen beschriebenen Problemen bekommst Du das ohne Hilfe evtl. nicht gut hin.

Außerdem geht es auch um DEIN Wohlbefinden. Du möchtest doch nicht ständig Angst vor der Einsamkeit haben...

Ich bin in Therapie, ich versuche auch dagegen zu Steuern

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