Ich fühle mich leer und halte es nicht aus Zuhause zu sein?

6 Antworten

Hallo flowerblack,

Du solltest auf jeden Fall Deinen Arzt aufzuchen, um abklären zu lassen, ob Du tatsächlich an einer Depression leidest. Vor allem schwere Depressionen können so sehr in den Alltag übergreifen, dass Hilfe von außen dringend erforderlich ist. Dein Arzt kann Dir verschiedene Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen und Dir helfen, Dir ein genaues Bild Deiner Krankheit zu machen.

Du kennst wahrscheinlich das Gefühl, tiefer Hoffnungslosigkeit und Traurigkeit. Du hast auch möglicherweise das Empfinden, dass der Schmerz nie aufhört und hast die Aussicht auf Besserung aufgegeben. Das kommt daher, dass man in eine Art Negativspirale geraten kann, die einen mehr und mehr nach unten ziehen kann. Vergiss jedoch eines bitte nicht, auch wenn es sich momentan anders anfühlt: Deine Situation ist nicht hoffnungslos!

Doch so wie Deine Depression nicht über Nacht entstanden ist, so wird sie auch nicht über Nacht wieder verschwinden. Doch sei guten Mutes! Viele andere vor Dir haben es geschafft, ihre Depressionen zu überwinden und führen heute wieder ein normales Leben. Ein wichtiger Schlüssel ist die Hoffnung - Hoffnung auf Besserung! Das solltest Du nie aus den Augen verlieren!

Neben der Hilfe durch Ärzte oder Therapeuten kannst Du auch selbst eine Menge gegen Deine (möglichen) Depression tun. Nachfolgend möchte ich Dir einige Strategien aufzeigen, die im Kampf gegen Depressionen nützlich sind.

Es kann z.B. sehr hilfreich und heilsam sein, sich an einen vertrauenswürdigen, einfühlsamen Menschen zu wenden. Es könnte ein guter Freund/Freundin, ein Verwandter oder ein fähiger Berater sein. Wenn Du es lernst, über Deine Gefühle zu sprechen, wirst Du merken, dass allein das schon eine heilende Wirkung hat. Ein Problem zu verleugnen und es nicht zu bearbeiten, macht alles nur noch schlimmer. Dein Gesprächspartner könnte Dir auch dabei helfen, verkehrte Denkmuster zu korrigieren. Dadurch magst Du mit der Zeit einiges aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

In den meisten Fällen sind bei Depressionen auch Minderwertigkeitsgefühle mit im Spiel. Wie kann man diesen Gefühlen geschickt entgegenwirken? Oftmals haben wir in uns eine innere Stimme, die überkritisch ist und uns zu unrecht verurteilt. Das kann zu verzerrten Denkmustern führen, die dann letztendlich in eine Depression münden. Es geht also darum, falsche Denkweisen zu erkennen und gedanklich dagegen anzugehen. Sei Dir immer darüber im Klaren, dass jegliches negatives Denken Dein Selbstwertgefühl Stück für Stück verringert. Anders ausgedrückt: Negative Gedanken nähren die Depression und halten sie am Dasein.

Manche emotionale Probleme reichen bis weit in die Vergangenheit zurück. Es könnte z. B. sein, dass Dir früher jemand schweres Unrecht oder sonst wie Schaden zugefügt hat. Damit die Sache nicht immer wieder hoch kommt, wäre es ratsam zum Vergeben bereit zu sein. Das bedeutet jedoch nicht, etwas herunter zu spielen oder so zu tun, als sei nichts geschehen. Es geht eher darum, alle negativen Gefühle "fortgehen zu lassen". Wenn man wegen früherer Fehler anderer zu Verbitterung neigt, schadet man sich nur selbst. Schließe, soweit irgend möglich, mit der Vergangenheit ab und grübele nicht immer wieder darüber nach. Dadurch durchlebst Du alles erneut und gibst dem Verursacher die Macht, Dir immer wieder erneut Schmerz zuzufügen.

Da ist noch ein Aspekt, den Du nicht unbeachtet lassen solltest: Es gibt jemanden, dem Du nicht gleichgültig bist und der Dir auf eine Weise helfen kann, zu der kein menschlicher Ratgeber, Helfer oder Arzt in der Lage ist. Ja, ich spreche von Gott. Ich möchte Dir hier zwar keine Predigt halten, doch finden sich in der Bibel trostreiche Aussagen, die Dir vielleicht Mut machen . Sie zeigen, dass Gott ein unvergleichlicher Helfer und Tröster sein kann.

Hier ist ein Text aus der Bibel, der mir persönlich sehr gut gefällt. Er lautet: "Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir. Blicke nicht gespannt umher, denn ich bin dein Gott. Ich will dich stärken. Ich will dir wirklich helfen. Ja, ich will dich festhalten mit meiner Rechten der Gerechtigkeit" (Jesaja 41:10). Dieser Text macht eines deutlich: Gott liegen die Niedergedrückten sehr am Herzen und er ist bereit, denen zu helfen, die sich an ihn wenden. Wenn Gott auch unsere Krankheiten nicht durch ein Wunder heilt, kann er uns doch zum einen die Weisheit geben, die richtigen Schritte im Kampf dagegen zu unternehmen und zum anderen uns die Kraft geben, die schlimmen Gefühle zu ertragen und nicht unterzugehen. Das kann ich durch viele eigene Erfahrungen nur allzu gut bestätigen.

Ich wünsche Dir, dass Du schnell Hilfe bekommst, damit es Dir bald wieder besser geht!  Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Warum kannst du denn nicht mit deinen Eltern drüber reden? Würden sie dich nicht ernst nehmen? Du beschreibst eindeutig eine schwere psychische Phase, nur ein psychologe kann genau sagen ob es Depressionen sind oder etwas anderes. Du solltest unbedingt Hilfe in Anspruch nehmen! Falls du mit deinen Eltern wirklich nicht reden kannst, suche Hilfe bei einer anderen Erwachsenen Person, bei der du dich sicher fühlst. Ein Geschwisterteil, eine Lehrerin, die Mama einer Freundin oder auch einfach euer Hausarzt oder Kinderarzt! Du kannst da auch einfach alleine hingehen und sagen du willst mit dem Arzt reden, weil es dir nicht gut geht. Er wird dir in jedem Fall helfen! Auch mit deinen Eltern dann gemeinsam zu Sprechen. Es gibt ganz viel was man machen kann und man kann ganz viel helfen! Dein Leben kann sehr schön und voller Freude sein, bitte lass dir helfen da hin zu kommen und sei mutig die Hilfe einzufordern! Alles Liebe

Ich komme auch aus einem Zuhause, wo die Eltern nicht sehr liebevoll waren und ich habe mich auch oft sehr allein, verängstigt und wertlos gefühlt. Das ist nicht die Pubertät und das wird auch nicht von allein besser. Was mir dir gemacht wird ist eine Form von Missbrauch und hinterlässt tiefe Wunden in der Seele. Man kann sie heilen, aber man braucht mitfühlende, erfahrene Menschen, die dir zeigen wie das geht. Am besten geht das mit einem jugendtherapeuten. Ich hoffe du findest den mut mit jemand darüber zu reden. Ich mache jetzt mit 34 selbst eine Therapie, viele Jahre später wie du siehst. Ich bin seit kurzem selbst Mama und weiß jetzt erst, wie man mit seinen Kindern richtig umgehen sollte. In der Therapie lerne ich, wie ich mich selbst und die welt richtig wahrnehmen kann. Meine therapeutin gibt mir jede Woche Tipps wie ich mit Problemen umgehen kann. Sie hört mir zu, nimmt mich immer ernst und hat Mitgefühl für die traurigen Dinge, die ich erlebt habe. Das alles hilft so sehr wie nichts zuvor. Du bist nicht schuld daran dass deine deine Eltern nicht so lieb zu dir sind wie sie sein sollten. Du bist nicht schuld dass du dich schlecht fühlst. Aber du brauchst Hilfe da wieder raus zu kommen!  Das Leben ist sehr viel schöner auf der anderen Seite! Es lohnt sich 😊 ich würde dir so gern helfen weil du mich an mein eigenes 13 jähriges ich erinnerst. Alles Gute dir! Diana

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