Ich finde mich selbst nicht wieder ich wache morgens auf und hab so ein tief, und denke über jeden Schritt den ich mache nach, was ist das?

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5 Antworten

Ich bin kein Arzt und kann (wie niemand hier) keine Diagnose fällen, alles was ich dir mitgeben kann sind einige Inputs.

Für mich klingt dies stark nach einer Angststörung mit Depersonalisation/Derealisation. Es gibt verschiedene Formen von Angststörungen, eine Übersicht findest du hier: http://deprimed.de/angststoerungen/

Depersonalisation heisst, wenn einem der eigene Körper fremd vorkommt. Es wird auch als Gefühl ein Roboter zu sein beschrieben. Körperteile werden als fremd wahrgenommen und auch das eigene Verhalten empfindet man wie ferngesteuert. In einer solchen Situation kann es auch vorkommen, dass man nicht mehr weiss, was man selbst gemacht hat (z.B. unsicher sein bezüglich seines eigenen Verhaltens).

Derealisation heisst, wenn einem die Umwelt fremd vorkommt. Betroffene beschreiben dies oft als "wie ein Milchglas vor dem Gesicht" zu haben. Man ist distanziert von seiner Umwelt und alles kommt einem irgenwie unreal vor.

Depersonalisation und/oder Derealisation sind eine der häufigsten Begleiterscheinungen von Angststörungen. Dies hat nichts mit Wahnideen zu tun. Wahnideen kommen vor allem bei Psychosen vor. Psychosen sind davon gekennzeichnet, dass man zwischen Fiktion und Realität nicht mehr unterscheiden kann. Psychotische Patienten bemerken i.d.R. nicht, dass sie krank sind (auch wenn man ihnen das sagt), sie leben in ihrem eigenen Film.

Angststörungen, so schlimm sie sich anfühlen, können im Vergleich zu anderen psychischen Erkrankungen relativ gut behandelt werden. Dies geschieht mittels Psychotherapie (z.B. Verhaltenstherapie) und in schwereren Fällen auch mittels Medikamenten.

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Hallo Lukkriba,

auf mich wirken Deine Worte so, als würdest Du die Fragen, die Dir in Deinem Kopf herumschwirren zwar "ernst nehmen", aber nur eher oberflächlich darüber nachdenken. Bzw. Dich ablenken lässt von irgendwelchen Ängsten oder was auch immer. Was zu einem "kurzschluss im Kopf" kommen kann (kann sich als 'Entfremdungsgefühl' äußern).

Dass Du nicht so richtig beeinflussen kannst, was in Dir vorgeht. Du *einfach handelst*, weil Du glaubst, dass Du es tun musst. Dabei *zieht die Welt an Dir vorbei*. Nichts bewusst......

Wenn dem so ist, dann versuche vielleicht - auch vor einer Diskussion mit Deiner Freundin (was es offenbar öfter gibt), inne zu halten. Tief durchzuatmen. Um Dich zu fragen, was hier überhaupt passiert. Ob Du überhaupt diskutieren magst....

Finde heraus, wie Du eigentlich bist. Du scheinst eine konkrete Vorstellung zu haben. Andernfalls wären eventuell die "Entfremdungsgefühle" nicht so konkret, dass Du Dich fragst, ob es wohl Du gewesen bist, der/die da diskutiert hat. Wie hättest Du denn diskutiert? Was ließ Dich so erschrecken? - Diese Fragen für DICH beantworten.  Vielleicht (!) können Dich die Fragen weiterbringen. Vielleicht nicht.

In jedem Fall wünsche ich Dir ein *nachvollziehbares* und *selbstbestimmtes* Leben. In Form von Anpassung und Individualität.

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Wie alt bist Du? 14/15/16?

Du leidest unter einem ganz schlimmen Fall von Pubertät!

Nein, ernsthaft, das Beste, was Du machen kannst, ist diese Gedanken und das Grübeln zu vermeiden.

Wie?

Lenk Dich ab! Schau Fernsehen, lies ein Buch (vllt. sogar Fachbücher), geh spazieren, mach eine Rad-Tour, etc.

In Deinem Kopf geht gerade alles durcheinander, weil Dein Gehirn sich in einer Umbauphase befindet. Daher erscheint Dir alles fremd, falsch oder sonst irgendwie sinnlos. Aber das geht vorüber, wenn Du es jetzt schaffst, diese Gedanken zu vermeiden. Je länger Du Dich damit beschäftigst, um so eher wird dies so bleiben und sich sogar verschlimmern. Der beste Weg daraus ist also Ablenkung.

Du wirst irgend etwas haben, was Dich interessiert und auf das Du Deine ganze Konzentration richten kannst. Da solltest Du Dich hinein stürzen. Selbst wenn es LEGO ist – Hauptsache Du vermeidest Dieses Fremd-Gefühl.

Wenn der erste Schritt schwer fällt, dann tritt Dir selbst in den Hintern. Immer mit dem Hintergedanken, dass Dich diese Schwere in den Abgrund reißen wird und der einzige Weg da raus ist, sich davon abzulenken.

Das wird auch nicht von heute auf morgen gehen, denn diese Gedanken-Entwicklung hatten bereits einen Vorlauf. Aber wenn Du diese Wiederholungen in der Leere vermeiden kannst, dann wird es immer besser!

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Kommentar von MarkusGenervt
05.03.2017, 10:31

@Likkriba:  Nachtrag:

Wie befürchtet, raten Dir alle hier zu einer Therapie.

Leider ist dies genau das, was Du vermeiden solltest – voraus gesetzt, dass Du wirklich in diesem Alter bist und in der Pubertät steckst.

Unser Gehirn lernt durch Wiederholung. Wenn Du Dich also immer wieder mit einem Thema beschäftigst, dann brennt es sich förmlich in Dein Gehirn ein und wenn du bisher nicht wirklich erkrankt bist, dann wirst Du es dann auf jeden Fall sein. Gerade ein Gehirn in der Umbauphase ist hierfür besonders anfällig. Du kennst sicherlich den Spruch, "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr." Das bezieht sich auf die Prägungs-Phasen in der Entwicklung (aller Lebewesen).

Wenn Du Dich also – z.B. im Rahmen einer Therapie – immer wieder mit dem Thema "ich habe Depressionen und Angstzustände" befasst, wirst Du zwangsläufig diesen Zustand dauerhaft erreichen.

Eine Vermeidung einer Therapie wiederum ist bei Erwachsenen abgeraten, denn da gilt es vorhandene Fehlentwicklungen wieder "umzulernen". Als Vorbeugung ist dies jedoch absolut kontraproduktiv, aus eben den beschriebenen Gründen.

Ein guter Therapeut übrigens wird immer erst alle anderen körperlichen Optionen – zu denen auch die Pubertät gezählt werden sollte – durch jeweilige Fachärzte abklären und ausklammern lassen, bevor er überhaupt irgend einen Therapie-Ansatz beginnt. Das kann in jedem Fall sicherlich nie schaden.

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Hallo lieber/liebe Lukkriba,

Ängste und Wahnvorstellungen etc die über einen längeren Zeitraum andauern sollten immer Ärztlich abgeklärt werden, um ernsthafte Erkrankungen ausschließen zu können und um behandlungsmassnahmen einleiten zu können.

Eine genaue Diagnose können wir hier leider nicht stellen.

Aber keine Angst, meistens liegen harmlose Ursachen als Grund vor wie Schlafmangel etc.

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Guten Tag !
Ich bin nicht Arzt
und weiss nicht, ob das helfen kann :

Ehemals selbstständiger Unternehmer, war ich andauern in Angst, wachte in der Nacht auf, konnte nicht mehr einschlafen, schwitzte stark. Im Hirn liefen alle Gedanken und Sorgen im Kreis.
Ich bin eben nicht zum Unternehmertum gemacht, bin Techniker. Beides gleichzeitig zu machen, machte mich fertig.

Als ich meine Firma auflöste und der Papierkrieg der Auflösung zu Ende war dachte ich, dass es eigentlich aufhören sollte,
war aber nicht, ging weiter :-(.
Hier schrieb jemand über eine Art von "Beharrungsvermögen" des menschlichen Geistes. Dies kann ich nur bestätigen.
Es hat etwa zwei Jahre gebraucht, bis ich da rauskam. Mich eben anderweitig beschäftigen, mir ganz kleine Ziele, erreichbare, zu setzen, von Tag zu Tag.
Am Abend, vor dem Einschlafen ! Auch mir den erlebten Vortag durch den Kopf gehen lassen, abspielen. Sehen, was ich gemacht habe und was nicht, und was ich morgen wieder anpacken muss/will (Damit ich meine Ziele erreiche und sie aus dem Kopf kriege, am Merkzettel durchstreichen kann.

Das funkionnerte (bei mir).
Jedoch kamen mir danach auch noch zeitweise Angstzustände. Mist !

Bis mir in einer Nacht, im Halbtraum, ein Kronleuchter aufging : In dem Traum ging es um Ereignisse meiner Vergangenheit. Sachen, wo ich Mist gebaut hatte, schlecht oder falsch gedacht und gemacht hatte, jemanden verletzt hatte oder ich selber verletzt wurde (Auch Unfälle wo ich körperlich verletzt wurde). Eben Sachen, die ich verdängt hatte.
Also habe ich abends vor dem Einschlafen mein Hirn (?) "vorprogrammiert", damit ich im Traum diese Sachen weiterträume, bis sie mir wieder bewusst zugänglich wurden.
Da stellte ich fest, welche Miste ich in der Vergangenheit gebaut hatte, wem gegenüber. Und hatte versucht, die betroffenen Personen zu erreichen und um Verzeihung zu bitten. Manche waren schon gestorben, war also nicht mehr möglich. Wenigstens wurde ich meiner Fehler bewusst :-)

Andereseits lösten sich langsam auch Trauma welche ich erlebt hatte, geistig-seelische wie auch körperliche. Klein bei klein (Wieder mal das verd... "Beharrungsvermögen" des Hirns). Jedenfalls kamen mir dadurch Erinnerungen wieder, von Sachen wo ich Gehirnerschütterungen hatte, im Koma war, auch unter Vollnarkose im Krankenhaus.

Jetzt habe ich das bewusst verarbeitet. Vergangenheitsbewältigung ? Jetzt geht es mir gut, habe derart (Un-) Zustände nicht mehr :-)

Dazu hatte ich keinen Therapeutiker gebraucht, im Gegenteil. Natürlich war ich in Behandlungen gegangen (auch Medikament verschrieben bekommen - da wurde ich nur Kleingemüse), war aber schnell weggerannt. Wenn das Behandlung sein soll, dann versuche ich lieber selber !

Jedoch kann ich nicht wissen, ob meine Erfahrung Ihnen nützlich sein könnte. Mut ! Kopf hoch !

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Kommentar von Gege3210
05.03.2017, 12:57

"Nachschlag" :
Eine ehemalige Liebe hatte grosse Schwierigkeiten, ihr Verhältis zu ihren (verstorbenen) Eltern klarzukriegen. Diese hatten sie in ihrer Jugend voll abgestossen, kein menschlicher Kontakt, nie gestreichel worden. Jahrelange in einem getrennten Haus durch eine Angestellte "erzogen" worden, dann in Internate in's Ausland abgeschoben. Jo, diese Familie hatte Geld und Kapital (Ich  sehr wenig).
Jedoch  verhimelte sie andauernd ihre Eltern. Fälschlicherweise. "Positives Trauma" ?Jedenfalls wirkte sich das stark auf unser Leben aus.
Jedefalls bemerkte ich, dass jedes Mal wenn wir in der Unterhaltung einem wichtigen Punkt nahekamen, ihr Geist auswich, neue Entschuldigung oder Erklärungen erfand. Anscheinend, um sich nicht des wunden Punkts bewusst zu werden :-( . Als das das erste mal voll im Kreis lief, hörte ich auf. Unsere Beziehung war wichtiger.

Sie war freiwillig in psychogischer Behandlung, ein bis zwei mal pro Woche, bereits bevor ich sie kennenlernte. Ein berühmter anerkannter Mann. Teuer bezahlt.
Irgendwie, ich weiss nicht wie, war sie davon "süchtig" geworden :-( . Das führte nur dazu, dass sie sich noch mehr in ihrem "geistigen Sumpf suhlte".

Verzeihung bitte, es gibt bestimmt ausgezeichnete Psychologen ! Aber dieser, obwohl international "ausgezeichnet", wars eben nicht ;-(

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