Ich empfinde nicht wirklich Empathie?

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9 Antworten

Auf mich wirkt das nun nicht so dramatisch. Du schreibst ja (in Bezug auf das KZ) "ich finde es schlimm und schrecklich". Bedenke, dass es Menschen gibt, bei denen es nicht so ist (bei diesen wird keine Reaktion ausgelöst, nicht mal diese). Da bist du deutlich anders. Wenn du geschrieben hättest "ich finde es NICHT schlimm", dann wäre meine Antwort wohl etwas anders ausgefallen.

Es kann schon sein, dass du eine emotionale Distanz aufgebaut hast. Aber ich lese keine völlige Abstumpfung aus deinen Ausführungen heraus. Eine Depression (kenne ich recht gut) deutet für mich eher auf einen empfindsamen Menschen hin (was gut ist), natürlich kann es sein, dass du innerlich versuchst (und dies auch teilweise schaffst) die Dinge "von dir fern zu halten". Aber so ganz scheint es nicht zu funktionieren, und die Dinge holen dich ein. Das ist normal.

Jedenfalls wünsche ich dir alles Gute, und denke immer dran, dass es auch andere Menschen gibt, die das Gefühl der Depression kennen. Du bist noch sehr jung, und hast allen Grund, optimistisch zu sein.

Ich kenne dieses Gefühl selber, und ich kenne etliche Menschen, die solche depressiven Gefühle haben. Ich selber versuche, Spaß an Humor, Musik und anderen Dingen zu haben. Und mir gelingt das oft (nicht immer).

Offenbar hast du schon früh gelernt, dich vor emotionaler Überflutung von außen zu schützen.

Mein Vater war z.B. sehr jähzornig. Es war manchmal nicht leicht, doch ich habe dadurch gelernt, mit meiner und der Wut meiner Mitmenschen problemlos umzugehen.

Die menschliche Entwicklung hin zur reifen Persönlichkeit geht bei jedem zunächst über das Nachmachen und das Erkunden und Annehmen der Rolle, die man meint im Leben einnehmen zu müssen, um dazu zu gehören. Sie wird einem von den jeweiligen Bezugspersonen vorgelebt.

Diese Rolle spielst du offenbar sehr gut, doch sie erlaubt dir nicht, wirklich authentisch zu sein, wonach du dich offenbar sehnst.

Habe Geduld, du wirst die Phase der Rollenspiele, die man auch die Tun-als-ob-Phase nennen könnte, im Lauf deiner Therapie sicher bald ablegen.

Doch übertreibe in deinen Erwartungen nicht, denn deine Muster sind ziemlich stabil, so dass du mit Sicherheit keine Heulsuse wirst.

Es reicht, wenn du emotional gut bist. Du musst nicht die Beste sein.

Hi,

Das klingt jetzt ziemlich dramatisch. Sei dir aber sicher, dass du damit nicht alleine bist. Ich persönlich finde, solange du im Leben gut zurecht kommst (was den Anschein macht), ist es in Ordnung.

Leider gibt es keine Möglichkeit, Emotionen zu lernen...

Ich kann mich vor allem mit dem Psychospielchen Part gut identifizieren, aber im Gegensatz zu dir fällt es mir schwer die Gesellschaft anderer Menschen zu ertragen, ich bin recht abweisend und lieber alleine, und dann werde ich depressiv weil ich alleine bin.

Das alles ist aber trotzdem ein Teil von dir, und wenn wir Menschen alle gleich fühlen würden, würden wir uns nicht voneinander unterscheiden.

Sei froh, dass du gut mit anderen Menschen zurechtkommst, das wird dir im späteren Leben mit Sicherheit behilflich sein!

Mein Tipp: finde etwas, das dich beschäftigt hält und dich fasziniert, vielleicht eine Naturwissenschaft? Viele sogenannter "Psychopathen" sind intelligent, das hilft dir vielleicht :)

LG gretaundjulchen

Warum hast du das Thema noch nicht ansprechen können, wenn du zwei Jahre in Therapie bist? Dass dich so viele Dinge kalt lassen, ist doch sehr zentral.

Menschenkenntnis mit 17 Jahren? Überschätze dich nicht.

Du kannst ja mal in dich reinspüren und nachforschen, woher diese Charakterzüge kommen und ob du dich wirklich damit identifizieren kannst. Möchtest du wirklich manipulativ sein? Möchtest du kalt sein? Möchtest du andere ausnutzen und so tun, als interessiertest du dich für ihre Probleme?

Sicherlich ist da viel Schmerz dahinter, den du nur noch nicht spüren kannst. Wenn einem selbst der Schmerz und die eigenen Probleme zu viel werden, dann kann man erkalten. Das scheint bei dir der Fall zu sein.

Ich denke, es ist wichtig für dich, dich mit deinen eigenen Gefühlen, deinem Schmerz, deiner Angst und Traurigkeit auseinander zu setzen, um auch Gefühle für andere zu empfinden.

Das zweite ist die Frage der Identifikation. Ich glaube nicht, dass du dich mit den beschriebenen Charaktereigenschaften identifizieren kannst und damit glücklich sein wirst. Probiere mal aus, gutes zu tun! Sei aufrichtig für andere Leute da und nicht nur aus Neugier!

Du wirst merken, dass sich das viel besser anfühlt und dann wird sich der Charakter verändern.

Du hast dich selbst als einen klassische Psychopathin beschrieben. Das ist nichts Schlimmes, so lange nichts Schlimmes passiert. Es gibt viele Leute wie dich und wenn du dich in deiner Straßenbahn umschaust, sind es bestimmt so einige, die ebenso fühlen wie du. So lange du über dich selbst nachdenkst und deine Gefühle auf den Prüfstand stellst, ist das Fehlen von Empathie kein Beinbruch. 

Wie ist das mit dem Glück? Kannst du Glück empfinden? Bist du oft glücklich?  

Nein, ich weiß nicht, was Glück oder besser gesagt, Glücklich-Sein wirklich bedeutet. Richtig glücklich war ich, glaub ich, noch nie. Ich bin zwar kurz "glücklich", wenn ich mir beispielsweise selber was kaufe, das ich wollte. Aber das vergeht auch wieder schnell.

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@hundefresser

Von nun an halte ich mich mit einem Rat oder einer Ferndiagnose lieber zurück. Du hast ja geschrieben dass du in Therapie bist. Da bist du deutlich besser aufgehoben als hier. Ich kann dir nicht helfen und vermutlich kann das auch niemand sonst hier. Das ist ein Fall für die Profis. Ich wünsche dir alles Gute.

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Mir geht es genauso wie Dir. Allerdings rufe ich mal die Frage auf: "Warum sollte es einen persönlich berühren, wenn vor 80 Jahren wildfremde Menschen abgemurkst wurden." Ich denke Du bist da einfach etwas rationaler und eben auch assozialer. Vielleicht sind ja auch die normalen Menschen durchgeknallt, weil sie Krokodilstränen vergießen über Sachen die ihnen eigentlich persönlich egal sein.

Ich denke dieses weniger mitfühlen ist Dein geringstes Problem. Deine Depressionen sind gefährlich, da liegt die Baustelle.

Ich denke dieses weniger mitfühlen ist Dein geringstes Problem. Deine Depressionen sind gefährlich, da liegt die Baustelle.

Das eine bedingt vielleicht das andere.

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Ist deine Empfindungsarmut nicht einfach Teil deiner Depression? Um das zu klären, solltest du die Frage mal mit deinem Therapeuten besprechen.

Hallo Hundefresser!

Dieses Thema gehört unbedingt in Deine therapeutischen Stunden!

Was hält Dich davon ab es anzusprechen?

LG, Hourriyah

Mir geht s genauso hab bis jetzt auch keine Lösung gefunden.

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