Ich brauch dringend Rat wegen Elektro?

5 Antworten

Wie stark soll abgesichert werden? Welche Verlegeart? Wie lang ist die Leitung (Spannungsfall)? Welche Netzart (Schutzleiterimpedanz)?

Die Zeiten in denen es hieß das man 1,5mm² pauschal mit 16A absichert oder 2,5mm² mit maximal 20A sind schon lange vorbei. Das kommt immer auf die oben von mir bereits genannten Faktoren an. Und zum Schluss wird auch nochmal gemessen ob das alles passt.

5x2,5mm² ist übrigens das Minimum für den Herd, der Herdanschluss soll gemäß DIN 18015-2 (elektrische Anlagen in Wohngebäuden) für mindestens 20A ausgelegt sein, wenn man in einer wärmegedämmten Wand verlegt muss man evt. 5x4mm² legen um das zu erreichen. Ansonsten reicht 2,5mm² aus. Und 5 Adern weil es drei Phasen, den Neutralleiter und den Schutzleiter gibt. Das ist eben ein Anschluss in Dreiphasenwechselspannung, oder im Volksmund Drehstrom genannt mit 3 Phasen die jeweils 230V gegen den Neutral- bzw. Schutzleiter haben, aber die Phasen selbst haben gegeneinander gemessen jeweils eine Spannung von 400V. Stichwort heißt hier "Sternschaltung".

Wichtig sind die Normen DIN 18015-2, und die VDE 0100 (Errichten von Niederspannungsanlagen). Alles unter 1000V ist da Niederspannung, nur das du dich nicht wunderst...

Nicht umsonst ist der Elektriker ein Lehrberuf! Du solltest Dich als Laie da nicht unbedingt so weit rauswagen und Dir Deine Leitungen selbst aussuchen sondern fallspezifisch nachfragen.

Bei Kabeln gibt es Verlegearten, die angeben, wie stark Du eine Ader belasten darfst und sie dabei nicht zu warm wird. Leitungen, die irgendwo "eingepackt" sind kannst Du daher üblicherweise weniger belasten als Leitungen, die auf einer Wand in einem Gitterkanal liegen und die Wärme weg kann. Dann hast Du noch den Bündelungsfaktor, der je nach Bündelung zum maximalen Strom laut Verlegeart multipliziert wird... der reduziert Dir Deinen Strom dann auch noch mal etwas.

Leitungen haben einen gewissen Widerstand, abhängig von der Temperatur und ihrem Querschnitt. Je länger eine Leitung wird desto höher ist ihr Widerstand und da der maximale Spannungsfall innerhalb der Verbraucheranlage nicht über 3% liegen soll muß dann unter Umständen eine dickere Leitung genommen werden, um diesen Spannungsabfall zu verringern. Letztlich ist hier auch ausschlaggebend, daß im Fehlerfall das Sicherungsorgang noch zuverlässig auslöst und aufgrund eines Gesamtwiderstandes die Leitung "vor sich hinkokeln" lässt.

Die Anzahl der im Kabel befindlichen Adern richtet sich nicht nach dem Strom sondern nach der Erfordernis. 5G1,5mm²- Leitungen nimmst Du beispielsweise für einen Raum mit mehreren Lichttastern her weil Du BN-BU-YEGN für die eigentliche Versorgung hernimmst und die anderen beiden Adern werden als Taster- bzw. Lampenleitung herangezogen.

Mfg

Naja, eingepackt ist relativ. Wenn du die in den Putz der Wand "einpackst" darfst du die sogar relativ hoch belasten, Verlegeart C.

0
@germi031982

Das steht aber auch in der Tabelle, beispielsweise im Tabellenbuch bzw. gibt es auch von Rittal ein kleines, sinnvolles Büchlein was gerne auf Messen ausgegeben wird!

0

naja, zwar kommt es auch auf die Leitungslänge an dann aber auch um die zu versorgende Leistung. Ein 1,5 mm² Kabel mit 100 m Länge langweilt sich, wenn da nur 100 Watt dran hängen.

Warum manche hier mit Ausnahmeregeln argumentieren bleibt deren Geheimnis. Meist übersteigen die Längen nichtmal die Kabellängen einer Verlängerung.

Nach einer Tabelle sucht man am besten bei einem Kabelhersteller.
Gib mal in eine Suchmaschine z.B. Lappkabel ein.
Lapp ist so ein Hersteller der Tabellen, Listen und weitere Infos anbietet.

Natürlich langweilt sich die Leitung nur bis eines Tages mal ein satter Kurzschluss anliegt. Dann ist eine Leitung mit mindestens  80 ampere und mehr  unter Dampf damit eine 16. AmpereSicherung rechtzeitig auslöst also unter 0,4 Sekunden. Deswegen ist 3x1,5 nur bis 13 Meter zu verlegen. Danach währe ein größerer Querschnitt zu wählen.

0
@acoincidence

Was redest du denn da? Ein Leitungsschutzschalter hat bekanntlich zwei Auslösemechanismen. Der für den Kurzschlussfall löst innerhalb sehr kurzer Zeit aus!

Außerdem ist es sowieso teilweise Unsinn was du da schreibst, denn manchmal ist die Leitungslänge innerhalb einer Wohnung bis zu 15 Meter lang.

1
@realistir

Das ist kein Unsinn. Ich erkläre es mal:

Das Kabel hat ja einen gewissen Widerstand. Je länger das Kabel, desto höher wird der Widerstand. Damit der Kurzschlussauslöser schalten kann, muss der Stromfluss recht hoch sein, bei einem LS mit Charakteristik B (Standard in deutschen Haushalten seit 1990) liegt das beim 3 bis 5-fachen des Nennstromes. Das heißt bei einem B16, löst der bei einem Kurzschlußstrom zwischen 48 und 80A aus. Wobei man eher vom schlechteren ausgehen soll, also 80A. Damit diese 80A beim Kurzschluss auch fließen können muss die Leitung, bzw. der Schutzleiter, natürlich entsprechend niederohmig sein um diesen Wert zu erreichen. Bei einem B16 waren das meine ich 2,8 Ohm als Grenzwert damit man die 80A noch erreicht. Allerdings gibts da noch ein anderes Problem, und zwar den Spannungsabfall, der darf nicht mehr als 4% am Verbraucher betragen (gemäß TAB), DIN 18015-1 (Elektrische Anlagen in Wohngebäuden) sagt maximal 3% vom Zähler bis zur letzten Steckdose. Und nach 13m hast du bei 1,5mm² schon 2,5%. Bei 2,5mm² sind die 2,5% übrigens nach 25m erreicht.

0
@Chefelektriker

Meinst du mich?

Woher ich das habe? Ok:

"Datenscheibe Personenschutz für Kupferkabel zum Ermitteln der maximal zulässigen Leitungslänge unter Berücksichtigung des Spannungsfalls und der Abschaltbedingungen nach DIN VDE 0100 Teil 410, Juni 2007"

Gilt natürlich nur für TN-Netze. Ist so ein Rechenschieber von der Fa. Hensel, das erspart einem etwas Rechnerei...

Dabei ist natürlich zu berücksichtigen das bei Installationen die meisten Elektriker nicht nach dem Spannungsfall schauen...und früher waren die Leitungen länger, dafür aber die Leitungsschutzschalter viel flinker (Kurzschlussauslöser Charakteristik H löst schon beim 2 bis 3 fachen des Nennstromes aus). Da kann man es sich auch erlauben die Leitungen länger zu machen.

0

Danke für die sinnige Erklärung.  Ich hätte heute nicht die Geduld gehabt einem transistorjunkie das zu erklären.

0

Diskutiere mit dem Chef besser nicht hab ich schon versucht bei einer anderen frage der ist uneinsichtig. Alle nötigen Quellen und Verweise sind in deiner Antwort enthalten. Das interessiert den nicht im geringsten.

0

Was möchtest Du wissen?