Ich bin verwirrt.. Gab es eine frühe Christenverfolgung oder nicht?

23 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi, klar gabs Christenverfolgungen. Siehe Link- Gruß Osmond http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelgeschichte/d-63823592.html Zitat: Unstrittig ist in jedem Fall: Kaiser Nero (54 bis 68) inszenierte die erste große Christenverfolgung im Römischen Reich, vermutlich auf der Suche nach Schuldigen für den Brand im Jahr 64, bei dem große Teile der Hauptstadt in Flammen aufgingen. Der Kaiser gerät unter Verdacht, das Feuer selbst gelegt zu haben. Um diese Gerüchte im Keim zu ersticken, erklärt er die Christen zu Urhebern der Katastrophe.

Die Anschuldigung fällt bei den Römern auf fruchtbaren Boden: Die Christen haben einen schlechten Ruf. Die Sektierer gelten als gefährliche Sonderlinge. Sie verehren nur einen Gott, weigern sich, die römischen Staatsgötter anzuerkennen und ihnen zu opfern. Und sie praktizieren ihre Religion im Verborgenen, da diese nicht als "erlaubte Religion" (religio licita) anerkannt ist.

Zum Gottesdienst treffen sich die Gläubigen in Privathäusern, seit Anfang des 3. Jahrhunderts auch in den Katakomben, an den Ausfallstraßen Roms gelegenen Friedhöfen, die nach damaligem Brauch acht bis zehn Meter unter der Erde in Tuff gehauen sind - mit schmalen Gängen und einfachen Grabkammern. Der Grund ist simpel: Schon im antiken Rom herrscht Platznot.

Lange Zeit glaubte man, die Katakomben seien Verstecke gewesen, in die sich die Christen bei Verfolgungen flüchten konnten. Heute ist sich die Forschung sicher, dass in den Katakomben zwar viele Märtyrer begraben wurden, die Christen diese Begräbnisstätten aber nur zum Gedenken an ihre Toten und zu Gottesdiensten aufsuchten, nicht jedoch, um sich vor Häschern zu verbergen.

Die Geheimniskrämerei der Christen weckt schon bald Argwohn bei der Bevölkerung. Mit der Zeit werden daraus wilde Gerüchte über schändliche Rituale und Orgien sowie abscheuliche Verbrechen, die die Christen da angeblich im Verborgenen verüben. Die Christiani, so die Anwürfe, treiben Zauberei, töten Kinder und planen den Umsturz der staatlichen Ordnung. Da sie die offiziell festgelegte Götterschar ablehnen, gelten sie als Atheisten und gefährlich für das Imperium, dessen Fortbestand schließlich vom Wohlwollen dieser Götter abhängt.

Der schlechte Ruf der neuen Religion und ihrer Anhänger hält sich bis ins 3. und 4. Jahrhundert. "Sie verbrüdern sich", so lässt Minucius Felix, ein Verteidiger des Christentums, um 200 einen Heiden schimpfen, "in nächtlichen Zusammenkünften - ein feiges und lichtscheues Volk, stumm in der Öffentlichkeit und nur in Winkeln gesprächig. Die Tempel verachten sie als Grabmäler, die Götter verfemen sie, über die Opfer lachen sie."

Danke für den Stern, lgO Kommentar hinzufügen

2

Was heißt „frühe Christenverfolgung“? Dass es im Römischen Reich Christenverfolgungen gab, ist bare Selbstverständlichkeit. So z.B. die Christenverfolgungen unter den Kaisern Nero (um 60 n.Chr.), Domitian und Trajan (eher vereinzelt), unter Septimius Severus und vor allem unter den Kaisern Decius (249-251), Valerian (253-260) und Diokletian (303-311). – „Frühe“ Christenverfolgungen – also vor den Verfolgungen durch römische Kaiser - gab es schon kurz nach dem Kreuzigungstode Jesu, unter dem Nachfolger des Pilatus, Marcellus; an ihnen soll auch Saulus, der spätere Paulus, beteiligt gewesen sein. Angeblich soll er im Auftrag des Sanhedrins (hoher jüdischer Rat) und der Sadduzäer eine Steinigung des Christen Stephanus beaufsichtigt haben (s. zu allem Wikipedia, Stichwort „Christenverfolgungen im Römischen Reich“).

Du hast noch eine vergessen: 66 n.Chr. wurde Jakobus, der Bruder Jesu, gesteinigt. Steht bei Josephus.

0

Es gab Christenverfolgungen. Die besten Beispiele findest du in der Bibel selbst. Der heilige Paulus war ein Christenverfolger, wurde dann aber "durch ein Wunder" bekehrt und missionierte.

Was möchtest Du wissen?