Ich bin seit Wochen erkältet und mein Sohn (12, Autist) kann das Geräusch von Husten nicht ertragen. Wie kann ich die Situation entschärfen?

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6 Antworten

Erstens: Wenn du seit Wochen Husten hast, musst du damit zum Arzt!
Zweitens: Es ist ja wunderbar, dass du dich so gut um deinen Sohn kümmern willst, aber wenn du dich mit diesen Unmengen Hustenstiller vergiftest und selbst zu krank wirst, um für ihn da zu sein, nützt das auch nichts.

Drittens: Ich kenne deinen Sohn natürlich nicht, aber ich weiß, wie schlimm es für mich selbst ist, wenn man einem Geräusch, das Overloads triggert, nicht entgehen kann. Aber das wird ihm im Leben leider wirklich noch oft passieren, deshalb müsst ihr zusammen lernen, mit der Situation umzugehen. Am besten wäre es natürlich, wenn ein Therapeut dabei helfen würde, also falls N. zur Zeit in Therapie ist, am besten da Mal ansprechen.

Mir selbst hilft es in solchen Situationen schon, wenn meine Umwelt anerkennt, dass ich mit meinen Sinnen voll und ganz beschäftigt bin und nicht nebenbei von mir verlangt, irgendwas "produktives" zu tun. Gibst du ihm die Gelegenheit, zu stimmen, wie er es gerade selber will? Das hilft mir auch, und wenn es gar nicht mehr geht, dann ein stiller Rückzugsort (egal wie unpassend der ist, wenn ich gerne im Schrank sitzen will und es mir dadurch besser geht, dann mache ich das). Allerdings tendiere ich auch grundsätzlich viel eher zu Shutdowns als zu Meltdowns und das ist nur meine Erfahrung und kann für deinen Sohn auch ganz anders sein.

Ohne zu wissen, wie viel dein Sohn kommuniziert, weiß ich natürlich nicht, wie sinnvoll der Ratschlag ist, aber hast du schonmal mit ihm drüber geredet?

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Kommentar von Octopamin
13.04.2016, 12:25

Hallo Pyramidenzelle,

entschuldige, dass ich erst jetzt antworte. Wir haben noch nicht darüber geredet und das kommt sicher auch daher, dass er nicht sprechen kann. Aber ich habe ein Buchstabenbrett, das auch die Wörter "Ja" und "nein" enthält und wenn ich etwas von N. wissen will, dann frage ich mich durch. Er tippt dann auf "ja" oder "nein".

Vielleicht habe ich das Brett noch nicht für das Thema benutzt, weil mir die Situation so klar erscheint. Ich stelle mir das Husten für ihn ähnlich schlimm vor wie für mich das Quietschen von Kreide auf einer Tafel. Wenn ich das Geräusch den ganzen Tag hören müsste, würde ich auch ausrasten und Möbel umkippen. So habe ich das für mich jedenfalls immer in die eigene Erfahrungswelt übersetzt. Aber natürlich könnte ich ihn mal mithilfe des Buchstabenbretts befragen und mehr herausfinden.

Er hat vor ein paar Tagen auch einen Sprachcomputer bekommen. Da müssen wir uns aber noch etwas einarbeiten. In der Schule wird er schon benutzt und im ATZ werden wir ihn auch benutzen.

Wenn er damit einigermaßen klarkommt, werden wir auch die Sache mit dem Husten dort angehen. Wenn ich mich recht erinnere, hat die Frau vom ATZ anfangs gesagt, dass man Autisten gegen bestimmte Gräusche auch desensibilisieren kann. (Bin mir aber nicht mehr ganz sicher.) Auf jeden Fall werde ich das Problem wieder thematisieren, wenn N. mit dem Computer einigermaßen sicher ist.

Du schriebst:

Gibst du ihm die Gelegenheit, zu stimmen, wie er es gerade selber will?

Was verstehst du unter "stimmen" ? Ich kann mit dem Wort in diesem Zusammenhang nichts anfangen.

Wenn mein Sohn das Bedürnis hätte, sich im Schrank zu verkriechen, dürfte er das.

LG Octopamin

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erst mal aufhören, den hustenstiller in überdosis zu benutzen. hast du dich mal über die nebenwirkungen informiert? sind dir die langzeitwirkungen bekannt, die solche mittel auslösen? weisst du, dass du von diesen medikamenten abhängig werden kannst?

und - jeder husten, der nach drei wochen nicht weg ist, gehört ärztlich behandelt. da kann mehr dahinter stecken.

zum beispiel eine ernsthaftere und/oder eine chronische erkrankung (z.b. allergie). geh bitte direkt am anfang der woche zum arzt und lass dich gründlich durchchecken.

wenn du deinem kind und natürlich auch dir selbst gutes tun willst, musst du dich ärzlich untersuchen und die ursache beheben lassen. als mutter eines kindes mit handicap solltest du wieder lernen, zwischendurch auch mal an dich zu denken.

gute besserung.

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Kommentar von Octopamin
09.04.2016, 11:31

Danke, ich werde wohl zum Arzt gehen müssen.

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Schick deinen Sohn doch für ein zwei Tage,also übers Wochenende zu Oma und Opa oder zu anderen Verwandten. Sag ihm er macht einen Ausflug und der und der Verwandte freut sich,dass er für paar Tage dort übernachtet. Währenddessen ruhe dich etwas aus und werde gesund. Viel Tee hilft. Am besten nimmst du geschälte Ingwerwurzeln und tust sie in heißes Wasser, dann noch etwas Zitronensaft. Das wird helfen. 

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Kommentar von Octopamin
09.04.2016, 11:45

Die Omas und Opas sind leider alle schon tot. Für ein paar Stunden könnte ich den Jungen schon bei Verwandten oder einer guten Bekannten abgeben aber nicht länger. Das würde nicht gehen. Die wären sicher überfordert.

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Ich denke nicht du musst daran arbeiten nicht so laut zu husten o.ä., sondern dein Sohn muss ganz stark an sich arbeiten. Es kann nicht sein, dass er so ausrastet, nur weil er ein Geräusch nicht erträgt. Das ist nicht ok auch, wenn er Autist ist.
Er wird im Laufe seines Lebens noch viel schlimmere Situationen aushalten müssen. Es ist an dir und dem Vater des Kindes ihm darauf vorzubereiten und ihm zu helfen mit solchen Situationen umzugehen.

Eine Verhaltenstherapie kann euch dabei unterstützen. Aber die Quelle der möglichen Störung zu eliminieren, ist definitiv der komplett falsche Weg.

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Hallo,

ich wollte mich nochmal zurückmelden. Ich war vorgestern beim Arzt. Der hat mir für die Zeit, in der N. nicht in der Schule ist einen stärkeren Hustenstiller verschrieben. Um den Schleim flüssiger zu machen (für die Zeit, in der N. nicht zuhause ist) hat er mir ACC akut verschrieben und Aufenthalte im Freihen und das Inhalieren von Salzwasserdampf empfolen. Gestern habe ich den ganzen Tag geschlafen und N. war wahnsinnig lieb.

Jetzt hoffe ich, dass sich alles zum Guten wendet.

LG Octopamin

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Mir hilft Aspirin Komplex immer recht gut.

LG

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